Iran: Todesurteil gegen Sharife Mohammadi bestätigt – Gemeinsame Erklärung unabhängiger Organisationen

Die kurdische Gewerkschafterin Sharife Mohammadi wurde am 5. Dezember 2023 verhaftet, ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, gefoltert und zu einem Geständnis gezwungen. Sie wurde wegen „Propaganda gegen den Staat” angeklagt, was später in „bewaffneter Rebellion” umqualifiziert wurde, und am 4. Juli 2024 zum Tode verurteilt (siehe unseren Artikel). Der Oberste Gerichtshof hob dieses Urteil am 12. Oktober 2024 unter Berufung auf Verfahrensfehler auf und verwies den Fall zur erneuten Verhandlung zurück. Nach dieser erneuten Verhandlung wurde das Todesurteil im Februar 2024 bestätigt (siehe unsere Artikel hier und hier). Am 16. Juli bestätigte der Oberste Gerichtshof des Iran das Todesurteil. Die Hinrichtung könnte jederzeit erfolgen.

Erheben wir unsere Stimme gegen das Todesurteil gegen Sharifeh Mohammadi
Die Anwältin von Sharifeh Mohammadi hat eine erschütternde Nachricht bekanntgemacht, die auf die Begehung eines staatlichen Verbrechens hinweist. Nach fast zwei Jahren Haft, wiederholten Verhören und massivem Druck im Gefängnis, die zu einem erstinstanzlichen Urteil und anschließendem Revisionsverfahren führten, haben die Henker der Justizbehörde und des sogenannten „Obersten Gerichts“ nun das Todesurteil gegen Sharifeh Mohammadi bestätigt.

Dieses Todesurteil ist die Anklageschrift der kapitalistischen Herrschaft gegen eine Arbeiterin, die das Leid und die Not der Lohnabhängigen aus nächster Nähe kennt. Sharifeh Mohammadi hat sich für die Selbstorganisation der Arbeiter*innen, der Unterdrückten und der werktätigen Frauen eingesetzt. Sie kämpfte für das Recht auf Leben, gegen Diskriminierung und soziale Entrechtung.
In bewusster und freier Entscheidung begann Sharifeh ihre Aktivitäten im Komitee zur Unterstützung der Bildung von Arbeiterorganisationen, um den Kämpfen der Arbeiter*innen und Werktätigen mehr Zusammenhalt und Stärke zu geben.

Der Vorwurf des „Aufruhrs (Baghi)“ gegen diese Arbeiteraktivistin ist eine absurde und haltlose Anschuldigung, die von Verhörbeamten und Justizbehörden konstruiert wurde, um dem blutigen und reaktionären kapitalistischen System zu dienen und ein Klima der Angst und Einschüchterung zu verbreiten.
Sharifeh Mohammadi erklärt:
„Ich bin die Tochter eines Arbeiters, dessen schwielige Hände ich seit meiner Kindheit gesehen habe; eines Vaters, der mit dem Hammer Brot aus den Steinen schlug, ein Leben lang Steine bearbeitete, hämmerte und litt – ohne jemals auch nur einen einzigen Tag durch die Sozialversicherung abgesichert gewesen zu sein.
Er machte uns mit den Härten des Lebens vertraut und lehrte uns, Widerstand zu leisten, uns keiner Erniedrigung zu beugen und keine Lüge oder falsche Schuldzuweisung von irgendjemandem zu akzeptieren. Ich habe nur gelebt – und ich liebe das Leben. Nicht nur für mich, sondern für alle
ehrlichen und arbeitenden Menschen, die schuften, damit das Leben weitergeht und Wohlstand und Sicherheit für alle geschaffen werden.“

Sharifehs „Verbrechen“ besteht darin, gegen Armut und die tiefe Klassenspaltung aufzustehen, deren hässliches Gesicht sich im absoluten Reichtum einer parasitären Minderheit und in der bitteren Armut der Mehrheit zeigt. Die Strafe für dieses Bewusstsein sind Repression, Gefängnis und Hinrichtung.
Wir protestieren gegen diese Ungerechtigkeit, die das Leben aufrechter und freiheitsliebender Menschen zur Geisel des Machterhalts macht. Wir fordern die Aufhebung der unmenschlichen Todesurteile gegen Sharifeh Mohammadi, Pakhshan Azizi und Verisheh Moradi sowie die bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen.
18. August 2025
Gewerkschaft der Arbeiter*innen der Zuckerrohrfabrik Haft-Tapeh
Komitee zur Unterstützung der Bildung von Arbeiterorganisationen
Rentnerarbeiter*innen aus Khuzestan
Gruppe der vereinten Rentner*innen

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