Moin, Merhaba, Salam Aleikum.
Ich bin Toralf, ich arbeite im Hamburger Hafen, und ich hab mitgegründet ein Komitee von Hafenarbeitern für eine kämpferische ver.di. Weil wir unzufrieden sind, ja sauer, also wütend, über unsere Gewerkschaftsführung und ihre sozialdemokratische Politik, immer wieder zu verraten und immer wieder auszuverkaufen.
Ob es im kleinen ist, bei den Tarifverhandlungen, oder wie es auch in Bezug auf Palästina der Fall ist. Keine Waffenlieferungen an Ukraine und Israel!
Der US-Imperialismus beherrscht die Welt, stößt aber an seine Grenzen, und beginnt langsam zu zerbröseln. Sie haben Angst, dass ihr Imperium wie ein Kartenhaus auseinanderfällt. Deswegen muss auch noch der kleinste Widerstand gebrochen werden. Deshalb laufen moralische Appelle ins Leere. Israel in Frage zu stellen, heißt den Imperialismus in Frage zu stellen. Nachher gehen wir vors Rathaus, und es wird Sprechchöre geben, gegen Tschentscher, von der Linkspartei, dass er doch seine Politik ändern möge, und sich auf die Seite Palästinas zu stellen, und aufzuhören Israel zu unterstützen. Aber das zu fordern heißt eigentlich, ihn aufzufordern seinen rechten Arm abzuhacken. Das wird er nicht tun. Es ist der westliche Imperialismus der das den Palästinensern antut. Vor allem der amerikanische, mit dem deutschen im Schlepptau. Es ist der Imperialismus, mit den Kapitalisten und den Regierungen die ihnen das antun.
75 oder 80 Prozent der Bevölkerung auch hier sind gegen Waffenlieferungen an Israel und sind dagegen, was die Regierung den Palästinensern antut. Und das gilt auch für die Arbeiterklasse, aber sie werden klein gehalten, mit solchen Aussagen wie „Gegen jeden Antisemitismus“.
Jeder der aufmuckt gegen die Regierungspolitik wird klein gemacht und von der Gewerkschaftsführung in die rechte Ecke gestellt. Wir gehen hier auf die Straße, wir stehen hier solidarisch mit Mo und den Palästinensern, die gerade jetzt von der israelischen Regierung und ihren Truppen vernichtet werden. Und das ist gut, dass wir hier stehen. Aber die Kapitalisten und ihrer Regierung kennen letztlich nur eine Sprache. Das ist Profit durch Ausbeutung. Und wir müssen in ihrer Sprache antworten. Wir müssen den Profitfluss stoppen. Es kann letztlich nur durch Arbeiter gestoppt werden, durch Streik, Arbeitskampf und Klassenkampf. Dieselben Kapitalisten, die uns in den Betrieben ausbeuten, sind dieselben Kapitalisten die Israel aufgebaut haben und die Palästinenser jetzt vernichten. Um freie Bahn zu haben, um ganz Palästina für sich zu haben. Sie vernichten die Palästinenser und träumen von einem Groß-Israel.
Wir müssen uns an die Arbeiterklasse wenden, wir müssen ihnen zeigen, dass wir in ihren Tageskämpfen und ihren unmittelbaren Bedürfnissen zur Seite stehen. Damit wir ihr Vertrauen gewinnen, das die Sozialdemokratie und auch die Linkspartei verspielt haben. Die haben mit ihrer Unterstützung der Regierungspolitik die Arbeiter in die Arme der AfD getrieben. Um diese Kämpfe zu führen, brauchen wir die Gewerkschaften. Aber die Gewerkschaftsführung steht dem entgegen, sie steht zur Staatsraison und zur Regierungspolitik. Und deswegen sind wir heute hier. Wir müssen uns an die Arbeiter wenden, aber was wir nicht brauchen, ist eine falsche Einheit mit den Pro-Zionisten in der Gewerkschaftsführung und auch nicht in der Linkspartei.
Ich bin auch hier (am Besenbinderhof) gewesen und hab versucht mit der Gewerkschaftsführung von ver.di zu reden. Über Palästina, über die Unterstützung von Mo, darüber Waffenlieferungen über den Hamburger Hafen zu stoppen. Und es wurde mir gesagt, naja, wenn die Hamburger Gewerkschaftsführung sich für Palästina ausspricht, dann wird ihr von der Berliner Führung der Kopf abgerissen. Naja, wir sind dagegen, dass Leuten der Kopf abgerissen wird. Das gilt sowohl für die Hamburger Gewerkschaftsführung wie die Palästinenser natürlich. Aber eins ist klar, wenn in diesem Haus (Besenbinderhof) nicht irgendjemand anfängt, seinen Kopf auch nur ein kleines bisschen herauszustecken, dann wird das nichts mehr mit Palästina, mit der Unterstützung für Palästina und dem Waffenlieferungen stoppen.
Wir wissen, das da (Besenbinderhof) auch ganz viele Linke drin sind. Ich weiß nicht, trauen sie sich nicht? Wollen sie es nicht? Ich weiß es nicht, weil sie einfach ihren Mund nicht aufmachen. Aber ich denke, wir müssen ihnen auch eine Brücke bauen, für diejenigen, die wirklich für Palästina stehen wollen, um anzugehen gegen die Staatsraison und gegen die Regierungspolitik.
Wir haben es versucht mit Erik Helgeson, der in Schweden mit seiner Gewerkschaft, einen Waffenboykott durchgeführt hat und dafür entlassen worden ist von seinem Arbeitgeber. Er hat diese Woche zu dem Thema noch mal einen Gerichtstermin gehabt und hat öffentlich, vor dem Gerichtsgebäude, gesagt, dass er dazu steht, keine Waffen an Israel zu liefern. Und das ist die Art von Politik die wir brauchen.
Deswegen: Free Palestine!