Bei diesem Jour Fixe wurden drei Themenbereiche behandelt.
Nach der Begrüßung in der aktuellen halben Stunden gab der Kollege M. einen Bericht vom 13. Solidaritätsbesuch in Griechenland:
Die Reisegruppe umfasste 12 Teilnehmer, die gewerkschaftliche und auch Solidaritätsgruppen in Griechenland getroffen hat: Es gibt zwei zentrale Bereiche, die besonders hervorzuheben sind und die griechische Bevölkerung stark bewegt:
a) eine sehr breite Solidarität mit Palästina und gegen den Gaza Krieg. Nicht zu vergleichen mit Deutschland. Diese Bewegung ist auch gegen die Nato und Militarismus gerichtet.
b) eine nicht zu bremsende Bewegung wegen des großen Zugunglücks vor zwei Jahren. Dabei wird die Misswirtschaft der Eisenbahn, die privatisiert und von der italienischen Eisenbahnen übernommen wurde auch als Symbol für die Korruption angegriffen. Zudem sind ungeklärte Vorfälle des Zugzusammenstoßes noch im Dunkeln. Der Verdacht besteht, dass hochexplosives Material mit dem Güterzug transportiert wurde, weil viele geborgene Todesopfer starke Verbrennungsspuren aufgewiesen haben und am Unglücksort sehr schnell mögliche Spuren beseitigt wurden. Die Proteste gegen das Verschweigen haben sich zu einer ernsten Staatskrise entwickelt.
Der zweite Themenbereich betraf das Krankenhaus Groß Sand
Die anwesende Krankenhausmitarbeiterin schilderte die katastophelnZustände, die vor allem durch das Schließen der Notaufnahme entstanden sind. Es gibt jetzt südlich der Norderelbe nur noch eine Notaufnahme im Kreis Harburg. Die ist zuständig für über 200.000 Einwohner. Wartezeiten von neun Stunden sind keine Seltenheit und Patienten müssen mit schmerzhaften Verletzungen ohne schmerzlindernde Mittel warten. Das Angebot in Groß Sand wird zunehmend abgebaut. Zudem fehlt es in Wilhelmsburg an Fachärzten.
Einen größeren Raum nahm die Historie der Schließungsgeschichte ein. Zu diesem Thema konnte ein anwesender ehemaliger Ausbilder der Pflegeschule Interessantes berichten. (Die Pflegeschule war der erste Bereich, der ins Marienkrankenhaus verlegt wurde.)
Es ist nicht zu verstehen, warum sich sowohl die Hansestadt als auch das Bistum nicht auf eine Lösung verständigen können.
Die Forderung ist nach wie vor: Groß Sand muss als voll umfänglich funktionierendes Krankenhaus erhalten bleiben.
Die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen ist geprägt von Resignation, viele sind enttäuscht und sind gegangen. Wir versuchen eine Unterstützung weiterhin zu leisten und werden beim nächsten Treffen des Aktivenkreises dabei sein.
Zum Abschluss gab der Kollege L., der aus Mailand für einige Tage zu Besuch war, einen Bericht über die politische Stimmung in Norditalien. Es gibt eine große Solidarität mit Palästina, fast jedes Haus ist mit pal. Flaggen geschmückt. Die Massenmobilisierung ist ganz anders als in Deutschland. Bei den beiden landesweiten Generalstreiks waren Millionen auf den Straßen. Auf Druck der Beschäftigten haben sich auch die verschiedenen gewerkschaftlichen Strömungen angenähert und das kam beim Generalstreik am 3.10. zum Ausdruck. Anders als in Deutschland gibt es neben den „etablierten“ Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL mehrere unabhängige Gewerkschaften, deren Mitglieder stark genug sind, die großen Gewerkschaften unter Druck zu setzen.
Abschließend ist noch zu bemerken, dass angesichts des wichtigen Hauptthemas „Gesundheitsversorgung“ und der anstehenden Spar- und Schließungspläne ein größeres Interesse erwartbar gewesen wären. 16 Teilnehmer sind doch sehr ernüchternd.
Rainer