Jour Fixe Info 49-2025. 21. Jahrgang – 05.12.2025
Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg
Die im Jour Fixe Info wiedergegebenen Beiträge werden aufgrund ihres Informationsgehalts ausgesucht. Sie sind nicht identisch mit den Auffassungen der Redaktion. Bei Beiträgen zB aus FAZ und Welt ist das klar. Aber auch bei Beiträgen zB aus jw oder nds muß eine Übereinstimmung nicht der Fall sein. Die Anmerkungen unter einigen Artikeln geben die Meinung der Anmerkenden wieder.
- 01 Warum ich mit dem Rad nach Moskau gefahren bin
- 02 Ankündigung der nächsten Jour Fixe-Termine
- 03 Betriebsschließungen. In Italien: Widerstand! In Deutschland: Bestechung!
- 04 VW-Werk Wolfsburg: Kleine Gewerkschaft GFT will für große Opposition sorgen
- 05 Nehmen wir uns ein Beispiel an den italienischen Gewerkschaften
- 06 Landesparteitag Die Linke Berlin – auf dem Weg zur „roten Metropole“?
- 07 Sollte man Kühne das spendieren lassen?
- 08 Mercedes Beschäftigte fordern gewerkschaftliche Streiks gegen permanenten Stellenabbau!
- 09 Unzumutbare Arbeitsbedingungen
- 10 Arbeiten bis zum Umfallen
- 11 Rentensystem: „Der Blick allein auf das Alter greift viel zu kurz“
- 12 Mit einem Generalstreik gegen die ultrarechte Regierung
- 13 »Ob CDU, ob SPD – das ist uns ganz egal. Ob Grüne oder AfD: Es herrscht das Kapital«
- 14 Der Abend, an dem der Wolf die Zähne niederlegte
- 15 Kapitalistischer Niedergang: KRISENFOLGEN
- 16 AUS DEN DGB-GEWERKSCHAFTEN
- 17 Genozid in Gaza: Leiser und grausamer seit der ,,Waffenruhe“
- 18 Jugoslawien: Aus dem Kampf geboren
- 19 Termine:
01 Warum ich mit dem Rad nach Moskau gefahren bin
Von Pablo Krappmann
„Ich weigere mich, das diplomatische Versagen einer arroganten politischen Klasse mit meinem Leben zu bezahlen und mich an die Front karren zu lassen, um dort auf Russen zu schießen.“ So beschreibt unser 23-jähriger Gastautor Pablo Krappmann seine Einsicht und seine Motivation, sich zu einer Radtour nach Russland aufzumachen.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=143026
Fotoreihe: 04.12.25 Gegen die Wehrpflicht! Für die zivile Entfaltung des Lebens! Demo Hamburg
https://asb.nadir.org/fotoarchiv/neu/20251204/album/index.html
Hamburg: Schüler gehen gegen neuen Wehrdienst auf die Straße
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/hamburg-schueler-gehen-gegen-neuen-wehrdienst-auf-die-strasse,schulstreik-104.html
„Wer soll denn die NATO angreifen?“ – Richtige Frage im Vorfeld des Schülerstreiks
Von Marcus Klöckner
https://www.nachdenkseiten.de/?p=143170
Belgien: Wie sieht die Zukunft für die Jugend aus?
Viele Eltern sind besorgt. Brief einer belgischen Mutter
Sehr geehrter Herr Minister,
diese Woche hat mein 17-jähriger Sohn, wie 149.999 andere Jugendliche seines Alters, Ihr Schreiben erhalten, in dem er zum freiwilligen Militärdienst eingeladen wird…
https://www.pressenza.com/de/2025/12/belgien-wie-sieht-die-zukunft-fuer-die-jugend-aus-viele-eltern-sind-besorgt/
02 Ankündigung der nächsten Jour Fixe-Termine
*Jour Fixe mit Werner Siebler (Freiburg). Er war Postbote und ist Sprecher des Bundesarbeitsausschusses der Initiativen gegen Berufsverbote und für die Verteidigung der demokratischen Grundrechte. Er war Opfer der Berufsverbote. Jour Fixe geplant für Januar 2026.
*Jour Fixe mit Matthias Fritz auf Anfang 2026 verschoben: Der Zustand der DGB-Gewerkschaften und die Schaffung einer Gewerkschaftsopposition (Arbeitstitel).
Siehe dazu zur Info:
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/6-streik-konferenz-in-berlin-der-aufbau-von-gegenmacht-faengt-erst-an/
03 Betriebsschließungen. In Italien: Widerstand! In Deutschland: Bestechung!
Von Alwin Altenwald
Eine Gegenüberstellung von Artikeln aus il Manifesto (Italien) und shz (schleswig-holsteinische landeszeitung).
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2025/12/05/betriebsschliessungen-in-italien-widerstand-in-deutschland-bestechung/
04 VW-Werk Wolfsburg: Kleine Gewerkschaft GFT will für große Opposition sorgen
Die GFT tritt im nächsten Jahr im Stammwerk bei der Betriebsratswahl an. Ihre Inhalte und Ziele erläutert Gründungsmitglied Dirk Kaiser
Von Andreas Joachim Schweiger
https://www.braunschweiger-zeitung.de/wirtschaft/article410612672/vw-werk-wolfsburg-kleine-gewerkschaft-gft-will-fuer-grosse-opposition-sorgen.html
GFT: Was unterscheidet uns von anderen Gewerkschaften?
https://www.gft-gewerkschaft.de/gti-ja
05 Nehmen wir uns ein Beispiel an den italienischen Gewerkschaften
Wir publizieren einen offenen Brief, den die Dresdener Gruppe des Netzwerkes Gewerkschafter:innen für Gaza am Freitag, 28.11., im Rahmen einer Kundgebung anlässlich des Tages der Solidarität mit dem palästinensischen Volk (29.11.) an die in Dresden niedergelassenen DGB-Gewerkschaften zugestellt und veröffentlicht hat.
Liebe Kolleg*innen,
Warum zeigen unsere Gewerkschaften während des Völkermords keine Solidarität mit unseren palästinensischen Kolleg*innen?…
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/die-italienischen-basisgewerkschaften-sollten-unser-vorbild-sein/
06 Landesparteitag Die Linke Berlin – auf dem Weg zur „roten Metropole“?
Von Martin Suchanek
Die Linke will in Berlin regieren und mit Elif Eralp die nächste Bürgermeisterin stellen. Nichts weniger als eine rote Bastion gegen das neoliberale, militaristische und rassistische Grau der Bundesregierung verspricht die Partei unter dem Titel „Berlin zurückerobern – für eine Rote Metropole“. Detailliert werden manche der Vorschläge u. a. im Beschluss „Soziale Sicherheit und demokratisierte Daseinsvorsorge – für einen radikalen Politikwechsel in Berlin“ beschrieben.
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/landesparteitag-die-linke-berlin-auf-dem-weg-zur-roten-metropole/
Anmerkung:
Dem Verfasser ist beizupflichten wenn er schreibt: Die „rote Metropole“ entpuppt sich als blauäugige Fiktion. Und er hinterfragt zu Recht großspurige Worte wie des „rebellischen Regierens“.
Und wenn er schreibt von „rassistischen, zionistischen und proimperialistischen Rechten wie z. B. der sog. progressiven Linken“ in der Linkspartei und dann der derzeitige Vorstand für die Landtagswahlen die von ihm beschriebene Strategie vorschlägt, gerät man ins zweifeln, ob man selber die Haltung des Hoffens auf eine sozialistische Zukunft der Partei noch beibehalten sollte.
Und man fragt sich, ob die Linkspartei in den übrigen Bundesländern bzw Großstädten ähnlich konfus-kurios aufgestellt ist. (DW)
BSW vor Bundesparteitag: Welche unterschiedlichen Positionen gibt es in der Partei?
Das BSW hat viel Platz, um sich als »glaubwürdige Arbeiterpartei« zu profilieren, sagt Ralf Krämer
Interview: Nico Popp
https://www.jungewelt.de/artikel/513458.bsw-vor-bundesparteitag-welche-unterschiedlichen-positionen-gibt-es-in-der-partei.html
Anmerkung:
Durch das Interview bekommen wir einen kleinen Einblick in das Innenleben der Partei. Und es ist ein Rückblick auf die vielen Fehler, die beim Aufbau der Partei gemacht wurden, zB die Aufnahme von Unternehmern und Professoren statt von Arbeitern! Falls damals etwas weniger Fehlerl gemacht worden wären, wäre das BSW heute im Bundestag! Trotzdem ist der AG BSW erfolgreiche Arbeiter zu wünschen! (DW)
07 Sollte man Kühne das spendieren lassen?
Hamburg: Bürgerschaft verhindert mit neuer Oper Gedenkstätte für Genozid an Herero und Nama, kritisiert Jürgen Zimmerer
Von Gisela Sonnenburg, Hamburg
https://www.jungewelt.de/artikel/print.php?id=513291
08 Mercedes Beschäftigte fordern gewerkschaftliche Streiks gegen permanenten Stellenabbau!
Von Peter Vlatten
Vor fast genau einem Monat hat eine Gruppe aktiver Kolleginnen und Kollegen aus dem Werk Berlin Marienfelde – „Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall“- ein Flugblatt mit dem Titel „Das Massaker an Arbeitsplätzen in der Industrie muss aufhören! Stoppen wir es jetzt! Auch in Berlin Marienfelde!“ Wir berichteten über die Aktion: „Den Kolleg:innen ist der Geduldsfaden gerissen. Sie fühlen sich „auf Raten“ verkauft und bei den Entscheidungen über ihre Zukunft ins Abseits gestellt.
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/mercedes-beschaeftigte-fordern-gewerkschaftliche-streiks-gegen-permanenten-stellenabbau/
Autozulieferer Musashi in Lüchow/Dannenberg: Schlichtung bislang ohne Erfolg
Der Autozulieferer Musashi hat im Sommer angekündigt, in Lüchow massiv Personal abzubauen und zwei weitere Werke in Niedersachsen und Thüringen komplett stillzulegen.
Seitdem versuchen Betriebsrat und IG Metall zu retten, was zu retten ist.
Von Alexa Höber und Nils Naber
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/meldungen/autozulieferer-musashi-schlichtung-bislang-ohne-erfolg,automobilzulieferer-100.html
Sparplan für die Stahlsanierung steht
Thyssenkrupp und IG Metall einigen sich auf das härteste Sanierungskonzept der Konzerngeschichte.
https://zeitung.faz.net/data/551/reader/reader.html?social#!preferred/0/package/551/pub/735/page/15/alb/94048
Neuer Realitätssinn der Stahl-Werker
MAN verlagert tausende Arbeitsplätze ins Ausland – und ist damit nicht allein
Lohnspirale abwärts
Von Ulf Immelt
https://www.unsere-zeit.de/lohnspirale-abwaerts-4809451/
09 Unzumutbare Arbeitsbedingungen
Offener Brief von kritischen Kolleg*innen des Helios Amper Klinikums Dachau
Seit Jahren kämpfen die Kolleg*innen am Helios Amper Klinikum in Dachau unermüdlich für ein funktionierendes Gesundheitssystem und gegen eine weitere Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen – und damit für uns alle. Wir dokumentieren ihren offenen Brief vom November 2025.
An die Verantwortlichen in Politik, Krankenkassen und Aufsichtsbehörden,
An die Dachauer Öffentlichkeit,
wir wenden uns als kritische Beschäftigte des Helios Amper Klinikums an Sie, um …
https://www.labournet.tv/de/aktuelles/offener_brief_helios
10 Arbeiten bis zum Umfallen
Vielerorts Aktionen gegen Amazon zum »Black Friday«. Arbeiter schuften sich für Konzernprofite krank, zuletzt gab es wieder einen Todesfall
Von Gudrun Giese
https://www.jungewelt.de/artikel/513135.zum-black-friday-arbeiten-bis-zum-umfallen.html
11 Rentensystem: „Der Blick allein auf das Alter greift viel zu kurz“
Die Bundesregierung streitet über ihr Rentenpaket. Dabei müsste man die Probleme ganz anders angehen, sagt der österreichische Sozialforscher Josef Wöss.
Interview von Theresa Walter
https://taz.de/Rentensystem/!6129973/
Anmerkung:
Die Kollege Wöss war vom Seniorenaufstand zu einem Vortrag nach Hamburg eingeladen worden. Er erläuterte uns das österreichische Rentensystem.
Die Folge war, daß der Seniorenaufstand und RentenZukunft eine Kampagne starteten.
https://www.seniorenaufstand.de/
Warum „Renten wie in Österreich! JETZT!“?
https://www.seniorenaufstand.de/rentenzukunft-broschuere-2025-darum-oesterreich/
ARD-DeutschlandTrend Mehrheit will stabiles Rentenniveau
Die Deutschen befürworten das Festhalten am Rentenniveau von 48 Prozent, wie der ARD-DeutschlandTrend zeigt. Trumps Vorstoß zur Beendigung des Ukraine-Krieges sieht die Mehrheit positiv – und äußert Kritik an Zugeständnissen für Russland.
Von Claudia Müller, WDR
https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-dezember-100.html
„Wer mehr erfahren will, greift besser zum ‚Manager Magazin‘“
Der am Mittwoch von der Regierung beschlossene Armuts- und Reichtumsbericht verschleiert die wahren Probleme, kritisiert Armutsforscher Christoph Butterwegge.
https://taz.de/Armutsforscher-zum-Reichtumsbericht/!6133814/
12 Mit einem Generalstreik gegen die ultrarechte Regierung
Belgiens Gewerkschaften sind erwacht
Von Oliver Fahrni
Belgiens Gewerkschaften kämpfen mit einer grossen Koalition und gezielter Eskalation gegen den Turbo-Kapitalismus der Regierung.
https://www.workzeitung.ch/2025/11/mit-einem-generalstreik-gegen-die-ultrarechte-regierung/
Anmerkung:
Das ist der Unterschied zu den DGB-Gewerkschaften. Ein Kurswechsel ist möglich! Im Gegensatz zu Deutschland:
IST DER DGB ZUM KURSWECHSEL FÄHIG?
Es geht in dieser Diskussion nur um ein Wort: Kurswechsel. Aber es ist ein zentrales Wort, weil sich an ihm die Haltung von uns Linken zu den Gewerkschaftsvorständen zeigt. Und die daraus folgende Praxis.
Ob man die Vorstände als KollegInnen sieht, die durch Argumente zu einem Kurswechsel zu bewegen seien. Oder ob man sie auf der Gegenseite sieht – zu Kapital und Staat gewechselt.
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2025/11/25/ist-der-dgb-zum-kurswechsel-faehig/
Kapital und AfD: Gewerkschaften fast politisch
Für den »Wirtschaftsstandort«: Verdi und DGB stellen sich hinter die »Brandmauer« gegen die AfD. Nicht in Aussicht: Arbeitskampf
Von Max Grigutsch
https://www.jungewelt.de/artikel/513061.kapital-und-afd-gewerkschaften-fast-politisch.html
Anmerkung:
Der Verfasser stellt die Realität in anderen westeuropäischen Staaten fest: „Generalstreiks in Italien und Spanien gegen Aufrüstung und den Genozid in Gaza. Ausstand in Belgien gegen Rentenkürzungen.“Aber in Deutschland ist Friedhofsruhe. Nur das Geplänkel innerhalb der CDU mit der Jungen Union und in der Koalition mit der SPD. Die DGB-Gewerkschaften sind tot. Bis auf
einige Gliederungen und wenige Hauptamtliche. Warum ist das so? Weil die DGB-Gewerkschaften auf die Gegenseite gewechselt sind. Wenn hier in Deutschland die Menschen auf die Straße gehen würden wie in Italien, Spanien, Belgien und Frankreich dann müßten sie es ohne die DGB-Gewerkschaften tun. Und gegen sie. Eine Vorstellung, die für die meisten Gewerkschaftsmitglieder noch unvorstellbar ist.
Und bereitet sich die Linke auf eine derartige Konstellation vor? Bisher nicht.
Der Ausstände und Streiks wie jetzt in anderen Staaten dürften kommen – angesichts der Kürzungen in allen Bereichen, den sozialen, kulturellen, sportlichen, bei den Kommunen, den Massenentlassungen in Kernbereichen der Industrie.
Noch nicht 2026 sondern 2027 wird von Wirtschaftsminister Klingbeil als „schlimmes Jahr“ genannt.
Wird dann ein gemeinsamer Aufstand in noch mehr europäischen Staaten passieren? (DW)
Erneut Proteste und Streiks in ganz Italien gegen Melonis Sozialen Kahlschlag, Kriegshaushalt und Israelunterstützung
Von Peter Vlatten
Es ist die dritte Welle an Streiks und Protesten binnen weniger Wochen, die ganz Italien durchzieht. Sie wenden sich gegen die sozialen Kürzungspläne, den Kriegshaushalt sowie die Komplizenschaft der Regierung mit Israel. Rückgrat des Widerstands gegen die Meloni Regierung sind Arbeiter:innen und Beschäftigte aus Betrieben und öffentlichen Einrichtungen – organisiert von unabhängigen Basisgewerkschaften.
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/erneut-generalstreik-in-italien-gegen-melonis-sozialen-kahlschlag-und-kriegshaushalt/
Generalstreik in Rom: Gegen Aufrüstung und Gewalt in Gaza
Von Mauro Carlo Zanella
https://www.pressenza.com/de/2025/12/generalstreik-in-rom-gegen-aufruestung-und-gewalt-in-gaza/
13 »Ob CDU, ob SPD – das ist uns ganz egal. Ob Grüne oder AfD: Es herrscht das Kapital«
Große Blockaden in Gießen
Hessen: Zehntausende blockieren Gründung der neuen AfD-Jugend, verhindern diese aber nicht
Von Raphael Molter und Zoë Langner
https://www.jungewelt.de/artikel/print.php?id=513188
14 Der Abend, an dem der Wolf die Zähne niederlegte
Es gibt Tage, an denen die Welt draußen tobt, während drinnen ein Raum entsteht, in dem man sich wieder als Mensch spürt. Der Vortrag von Eugen Drewermann in Höhr-Grenzhausen war ein solcher Raum. Kein politisches Spektakel, auch kein Programm, eher eine Begegnung, die mehr über unsere Zeit erzählte als viele Debatten: über Angst, Gewalt, Mut – und über das stille Beharren auf Frieden.
https://globalbridge.ch/der-abend-an-dem-der-wolf-die-zaehne-niederlegte/
15 Kapitalistischer Niedergang: KRISENFOLGEN
Kurze Meldungen zu den Auswirkungen für die proletarische Bevölkerung.
Die globale Finanzkrise ab 2008 mit Auswirkungen auf die Realwirtschaft, wie dem Rückgang der Industrieproduktion wie im ersten Jahr der Weltwirtschaftskrise 1930 in Deutschland und den USA läßt sich als ökonomische Zeitenwende einordnen.
Das Jahr 2019 gilt als der Ausgangspunkt einer dramatischen weltweiten kapitalistischen Überproduktionskrise, in deren Gefolge sich wieder einmal (wie z.B. 1929) Inflation, Verarmung, Arbeitslosigkeit und Raubkriege zwischen den großen Wirtschaftsmonopolen und ihren Staaten verstärken.
Ein weiterer Krisenfaktor sind aktuell die weltweiten Zollerhöhungen durch Trump.
Die Fortsetzung der Großen Rezession bedroht zunehmend die Lebens- und Arbeitslage des Proletariats
Böckler-Stiftung: Ungleichheit und Armut nehmen zu
https://www.jungewelt.de/artikel/512717.wachsende-ungleichheit-einkommensschere-klappt-auf.html
Immer mehr Krankmeldungen
https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/arbeitsunfaehigkeit-krankenkassen-deutschland-100.html
Permanenter Stress weit verbreitet
https://www.tagesschau.de/inland/stress-tk-befragung-100.html
Vielen droht durch Anwendung von KI der Jobverlust
https://www.jungewelt.de/artikel/513315.jeder-sechste-sorgt-sich-wegen-ki-um-job.html
Mindestlohn-Erhöhung wird von Unternehmern abgelehnt
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Unternehmer-wollen-wegen-Mindestlohnerhoehung-Jobs-streichen-id30097092.html
16 AUS DEN DGB-GEWERKSCHAFTEN
Meldungen zu Kämpfen um Lohn und Tarife, um Erhalt der Arbeitsplätze (gegen Entlassungen, Betriebsschließungen, Outsourcing, Produktionsverlagerungen), um Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um die (wenigen) Arbeitsrechte und um Organisationsprobleme, sowie Meldungen zu Stellungsnahmen des DGB allgemein politischer Natur.
Dabei nicht vergessen: Kämpfe unter DGB-Fahnen und DGB-Parolen sind nicht bloß Aktionen des DGB, sondern in Wirklichkeit solche der KollegInnen und Belegschaften!
IG Metall: Bekenntnis zum Standort „Deutschland“
https://www.deutschlandfunk.de/ig-metall-unternehmen-muessen-sich-zu-deutschland-bekennen-100.html
Verdi: Richtungskampf im Landesbezirk
https://www.jungewelt.de/artikel/512719.gewerkschaft-richtungskampf-bei-verdi.html
DGB: Große Mehrheit für den 8-Std.-Tag
https://www.jungewelt.de/artikel/513487.dgb-mehrheit-f%C3%BCr-achtstundentag.html
Verdi: Tarifrunde im Öffentlichen Dienst gestartet
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/tarifstreit-streik-gewerkschaften-gehaltsforderung-100.html
Verdi und DGB: Warnung an Unternehmer wegen Unterstützung der AfD
https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2025-11/gewerkschaften-verdi-dgb-brandmauer-afd-familienunternehmer-gxe
17 Genozid in Gaza: Leiser und grausamer seit der ,,Waffenruhe“
Bericht von Amnesty International
Von Peter Vlatten
Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International erklärte:
Die Waffenruhe birgt die Gefahr, eine gefährliche Illusion zu erzeugen, dass das Leben in Gaza zur Normalität zurückkehrt. Zwar haben die israelischen Behörden und Streitkräfte das Ausmaß ihrer Angriffe reduziert und begrenzte humanitäre Hilfe nach Gaza zugelassen, doch die Welt darf sich nicht täuschen lassen. „Israels Völkermord ist noch nicht vorbei“!
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/genozid-in-gazaleiser-und-grausamer-seit-der-waffenruhe-bericht-von-amnesty-international/
Die UNO befürwortet Kolonialismus: Eine Analyse des Mandats des UN-Sicherheitsrats für die US-Kolonialverwaltung des Gazastreifens
Die Unterstützung des UN-Sicherheitsrats für den Trump-Plan für Gaza ignoriert das Völkerrecht, bestraft die Palästinenser und belohnt diejenigen, die für den Völkermord verantwortlich sind
Von Craig Mokhiber, ehemaliger hoher UN-Beamter
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/61411-2/
Befreit Dr Abu Safiya!
An die Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens und der EU sowie an alle Regierungsvertreter, die am Gipfeltreffen in Sharm El-Sheikh zum Waffenstillstand in Gaza beteiligt sind: „Wir fordern Sie auf, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um Dr. Hussam Abu Safiya und alle palästinensischen medizinischen Mitarbeiter zu befreien, die unter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht unrechtmäßig in israelischen Gefängnissen festgehalten werden. Wir sind äußerst besorgt um ihr Wohlergehen, da es Hinweise auf Folter in den Gefängnissen gibt und Gaza ohne seine Ärzte, Krankenschwestern und Gesundheitspersonal nicht wieder aufgebaut werden kann: Befreit die Mediziner aus Gaza jetzt!“Sie haben seinen Sohn getötet. Sie haben sein Krankenhaus bombardiert. Sie haben die Versorgung blockiert, mit der er Kinder behandelte, die vor Schmerzen schrien.
Aber er hörte nicht auf, Leben zu retten – bis israelische Streitkräfte ihn inhaftierten und Berichten zufolge folterten.
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/befreit-dr-abu-safiya/
Inside Gaza
Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden israelischen Vergeltungsschlägen hatten internationale Medien keinen Zugang zum Gazastreifen. Die AFP-Journalistinnen und -Journalisten, die ständig vor Ort stationiert waren, gehörten zu den letzten unabhängigen Zeuginnen und Zeugen in dem abgeschotteten Gebiet.
Video 72 Minuten, verfügbar bis 22.4.26
https://www.arte.tv/de/videos/122719-000-A/inside-gaza/
Anmerkung:
Es ist Brauch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, wie auch hier bei arte, die Sprachregelung der Regierung zu übernehmen: „Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023“. Es war kein explosiver Aufstand von 13 Organisationen unter Führung der Hamas, nach Jahrzehnten Unterdrückung im Freiluftgefängnis Gaza sondern ein Terrorangriff. Israel kriegt dagegen die Sprachregelung „einzig frei gewählte Demokratie“ im Nahen Osten und wird nicht als Terrorregime eingestuft.
Ähnlich ist es ja auch in jeder Sendung von ARD/ZDF zu Rußland, wenn jeder Meldung vorangestellt wird: Der Angriffskrieg Rußlands gegen die Ukraine. Daß der Einmarsch der russischen Truppen aufgrund der Absicht, die Ukraine in die Nato einzugliedern erfolgte und auf dem Verbot der russischen Sprachen in den russischen Gebieten wird unterschlagen!
Dennoch ist der Film sehr sehenswert, gibt er doch einen realistischen Einblick in die Arbeit der AFP-Journalistinnen und den Tod und das Überleben der Menschen in Gaza während der Vernichtungsaktionen durch Israel. (DW)
18 Jugoslawien: Aus dem Kampf geboren
Die Befreiung ebnete den Weg zur sozialistischen Selbstverwaltung. Vor 80 Jahren wurde in Belgrad die Föderative Volksrepublik Jugoslawien ausgerufen
Von Roland Zschächner
https://www.jungewelt.de/artikel/513160.jugoslawien-aus-dem-kampf-geboren.html
Anmerkung:
Mihailović war der Oberbefehlshaber der Restarmee des ins Londoner Exil geflohenen Petar II. Karađorđević. Dessen Regierung wurde von den Alliierten – allen voran von den Briten, die ihm Unterschlupf boten, aber auch von der Sowjetunion – als alleinige Vertretung Jugoslawiens betrachtet. Das hatte Folgen. Die Alliierten unterstützten bis 1944 vorrangig die Tschetniks, obwohl diese spätestens seit dem Spätsommer 1941 offen mit den Deutschen und Italienern gegen die Partisanen kollaborierten. (A.B)
19 Termine:
„Matzpen – Antizionisten in Israel“ von Eran Torbiner (Israel 2003). Filmvorführung & Diskussion
16.12.2025 (Dienstag) 18:30 – 21:30. Im Centro Sociale
In den 1960er Jahren, forciert durch die israelische Besatzung, entwickelte sich in Israel eine radikale linke Opposition. Die Wirkung dieser Gruppierung stand in umgekehrtem Verhältnis zu ihrer Größe: Fast jede Aktion oder jedes Statement führte zu heftigen Reaktionen seitens Staat, Armee und Parteien. Bekannt wurde die Gruppe unter dem Namen ihrer Zeitschrift: „Matzpen“ (hebräisch: Kompass).
Die Gruppe selbst nannte sich „Israelische Sozialistische Organisation“ und entstand bereits 1962 durch die Abspaltung einiger weniger Mitglieder der Kommunistischen Partei Israels („Maki“): 1983 löste sich die Gruppe formell auf, 20 Jahre später brachte der Filmemacher Eran Torbiner frühere Aktive zusammen. In beeindruckenden Interviews und zeitgenössischen Aufnahmen werden die Etappen der innerisraelischen und regionalen Konflikte nachgezeichnet. Plastisch wird der Kampf und das Bemühen um eine radikale Veränderung in Israel für eine gemeinsame Zukunft von jüdisch-israelischen und arabisch-palästinensischen Menschen. Diese konnte sich „Matzpen“ nur als multinationales sozialistisches Gemeinwesen vorstellen.
Die kompakte Darstellung lädt zur Diskussion ein. Im Anschluss an den Film (Dauer: ca. 60 Minu-ten) wird dazu Gelegenheit sein.
Einführung und Moderation:Jürgen Bönig und Martin Dieckmann