Jour Fixe Info 17-2026. 22. Jahrgang – 24.04.2026
Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg
Die im Jour Fixe Info wiedergegebenen Beiträge werden aufgrund ihres Informationsgehalts ausgesucht. Sie sind nicht identisch mit den Auffassungen der Redaktion. Bei Beiträgen zB aus FAZ und Welt ist das klar. Aber auch bei Beiträgen zB aus jw oder nds muß eine Übereinstimmung nicht der Fall sein. Die Anmerkungen unter einigen Artikeln geben die Meinung der Anmerkenden wieder.
- 01 Ankündigung nächste Jour Fixes
- 02 Der Iran: Zur Anatomie von Allahs Klassenherrschaft
- 03 Im Hamburger Hafen werden jetzt Kriegsdrohnen für die Meere gebaut
- 04 Zwangsräumung in Bramfeld: Beinahe auf der Straße gelandet
- 05 Bundeswehr an Hamburger Schulen
- 06 Zeit für eine politische Offensive innerhalb der Linkspartei
- 07 Ulrich Heyden über die Kontokündigung bei der Hamburger Sparkasse: Ursachen und Folgen
- 08 „Gewerkschaften sind Relikt aus der Zeit des Klassenkampfes“
- 09 Sparpläne hinter verschlossenen Türen
- 10 Klassenkampf von oben: Positiv auf Rentenwahn getestet
- 11 Gegen die Zwei-Klassen-Belegschaft bei Vivantes – Auftakt zum Erzwingungsstreik
- 12 Vorwurf der Ausbeutung: Wie Arbeiter für die Fleischindustrie angelockt werden
- 13 Überlebender Stephen Kapos: „Die Lehre aus dem Holocaust
- 14 AUS DEN DGB-GEWERKSCHAFTEN
- 15 KRISENFOLGEN IM KAPITALISTISCHEN NIEDERGANG
- 16 Kuba: »Es hat fast genozidale Aspekte«
- 17 Termine
01 Ankündigung nächste Jour Fixes
Jour Fixe am 6. Mai mit Brigitte Schiffler und Wolfgang Mix, Hamburger Kuba-Solidarität (Netzwerk Cuba, FG BRD-Kuba, Cuba Sí).. Thema: Der Widerstandskampf des kubanischen Volkes
Jour Fixe am 3. Juni 2026 mit Andreas Buderus: Die Organisierung einer gewerkschaftlichen Opposition (Arbeitstitel)
02 Der Iran: Zur Anatomie von Allahs Klassenherrschaft
März 22, 2026
Von M.G.
Die GmbH Gottes und die Buchhaltung der Raketen
Wenn Raketen und Drohnen den Nachthimmel über dem Nahen Osten zerschneiden, läuft die bürgerliche Ideologieproduktion auf Hochtouren. In den Leitartikeln des Westens erscheint die Eskalation als Kampf der Zivilisation gegen einen irrationalen Gottesstaat. Ein beträchtlicher Teil der sogenannten antiimperialistischen Linken liefert bereitwillig die spiegelverkehrte Mystifikation und feiert die Islamische Republik samt ihren Milizen als Bastion des Widerstands. Es sind solche Erzählungen, die einen zutiefst materiellen Konflikt in ein moralisches Theater verwandeln. Hinter den Phrasen über Fanatismus, Zivilisation und Widerstand vollzieht sich in Wahrheit die handfeste Dynamik von Eigentum, Akkumulation und Klassenherrschaft. Es geht um die politische Verwaltung einer Gesellschaft, deren Reproduktionsbedingungen seit über einem Jahrhundert unablässig und gewaltsam umgeformt werden.
Weiterer Inhalt:
Vor dem Öl: Klerus, Basar und die Krise der Kadscharenordnung
Staat und nationale Bourgeoisie: Von der Konzession zum Putsch von 1953
Der Bruch von 1953 und die Grenzen der nationalen Bourgeoisie
Der Schah nach dem Putsch
Die Weiße Revolution als präventiver Klassenkampf
Qom, Tabriz und der Moment der doppelten Macht
Die Konterrevolution wird Staat
Das Blutbad als Staatsgründung
Der vergiftete Frieden
Theokratischer Neoliberalismus und der Aufstieg des bewaffneten Kapitalknotens
Die Bonyads und die theokratische Privatisierung
Schattenökonomie und die Dialektik der Sanktionen
Sanktionen, Krise und Expansion
Vorwärtsverteidigung und die Achse des Widerstands
Äußere Eskalation als Regierungstechnik
Der aktuelle Krieg und die Krisenverwaltung mit Raketen
Die Implosion der Vorwärtsverteidigung
Ausnahmezustand und die Militarisierung der Krise
Die innere Front der Beherrschten
Die imperiale Konkurrenz der Gegenwart
https://newcomm.substack.com/p/der-iran-zur-anatomie-von-allahs
Anmerkung:
In einem weiteren Artikel schreibt der Autor M.G.:
„Die historische Notwendigkeit erfordert den Bruch mit der bloßen Fortsetzung von Herrschaft in wechselnden Uniformen und verlangt die Formierung einer unabhängigen sozialen Front von unten.
Diese unverzichtbare innere Front verläuft quer durch die bestreikten Fabrikhallen, durch die verarmten Stadtviertel, durch den unerbittlichen Kampf der Frauen gegen patriarchalen Zwang und staatliche Entmündigung sowie durch die blutigen Konflikte der unterdrückten Nationalitäten an der Peripherie.Sie speist sich aus der materiellen Erfahrung der Arbeiterräte von 1979 und durchzieht die immer rascher wiederkehrenden Wellen sozialer Unruhe. Diese Erhebungen entspringen unmittelbar der massenhaften Entwertung der Löhne, der Preisexplosion und der totalen politischen Blockade. Der tatsächliche Widerstand beginnt exakt dort, wo die Beherrschten ihre eigene Reproduktion der Opferlogik von Religion und nationaler Sicherheit entziehen.“
Wir weisen auf dieses materialistische Selbstverständnis von New Communist und dem Autor (M.G.) hin! Wir stimmen mit seiner materistischen Einschätzung der Lage im Iran überein!
https://newcomm.substack.com/about
Zur Lage im Iran machten wir am 21.01.2026 ein Jour Fixe:
Der Aufstand im Iran
Bericht von Kamal Salehezadeh
https://gewerkschaftslinke.hamburg/event/jour-fixe-245-ausser-der-reihe/
Stellungnahme von iranischen und deutschen Genossen zur Lage im Iran
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/04/15/stellungnahme-von-iranischen-und-deutschen-genossen-zur-lage-im-iran/
Erklärung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Irans zum zweiwöchigen Waffenstillstand
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/04/10/erklaerung-des-zentralkomitees-der-kommunistischen-partei-irans-zum-zweiwoechigen-waffenstillstand/
Die Einschätzungen des Referenten Kamal Salehezadeh beim Jour Fixe, die Stellungnahme von iranischen und deutschen Genossen zur Lage im Iran und die Erklärung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Irans zum zweiwöchigen Waffenstillstand haben die gleiche materialistische Grundtendenz wie MG sie bei New Communist darlegt! Er wie wir widersprechen den Deutungen der Monarchisten, Idealisten und Campisten zum Krieg im Iran!
In Jour Fisxe Infos der letzten Monate haben wir öfter Meldungen von Gewerkschaftern und Kommunisten sowohl aus dem Iran als auch aus der Diaspora gebracht, die auf der Linie von New Communist (M.G.) lagen. (DW)
Iran: Zwischen Krieg und Unterdrückung
Von Farzad Amini
Der Alltag im Iran zwischen der Intervention ausländischer Mächte und der autoritären Herrschaft im Inland.
https://www.mena-watch.com/iran-zwischen-krieg-und-unterdrueckung/
Anmerkung:
Wie aus diesem Artikel hervorgeht, ist es das Streben der Bevölkerung, den Krieg zu überleben! Und die Aufgabe von GewerkschafterInnen und KommunistInnen ist es, sich auch unter diesen Umständen besser zu vernetzen im Kampf gegen das Mullah-Regime – nach dem Motto von Karl Liebknecht (1916): Der Hauptfeind steht im eigenen Land. (DW)
03 Im Hamburger Hafen werden jetzt Kriegsdrohnen für die Meere gebaut
Rheinmetall rüstet auf: Im Hamburger Hafen werden künftig Drohnenboote gefertigt – auch für militärische Einsätze, wie der Rüstungskonzern mitteilte. Lesen Sie hier, wofür die Boote eingesetzt werden sollen.
https://www.mopo.de/hamburg/im-hamburger-hafen-werden-jetzt-kriegsdrohnen-fuer-die-meere-gebaut/
04 Zwangsräumung in Bramfeld: Beinahe auf der Straße gelandet
Von Jonas Fabricius-Füllner
Was passiert nach einer Zwangsräumung mit den Betroffenen? Um ein Haar wäre eine Hamburger Rollstuhlfahrerin in der Obdachlosigkeit gelandet – nachdem die Stadt sie räumen ließ.
https://www.hinzundkunzt.de/beinahe-auf-der-strasse-gelandet/
05 Bundeswehr an Hamburger Schulen
Hamburgs Schulbehörde verschafft der Bundeswehr privilegierten Zugang zu Schülerinnen und Schülern, erklärt David Stoop
Interview: Kristian Stemmler
https://www.jungewelt.de/artikel/521519.bundeswehr-an-den-schulen-weshalb-lehnen-sie-diese-auftritte-prinzipiell-ab.html
06 Zeit für eine politische Offensive innerhalb der Linkspartei
Von Alwin Altenwald
Ulrike Eifler, Mitglied im Bundesvorstand der Linkspartei und IGM-Funktionärin in Würzburg, veröffentlicht bei etosmedia einen Text mit dem Titel „Zeit für politische Ungeduld“: Das ist ein sehr zielungenauer Titel. Sie hätte titeln müssen: „Zeit für eine politische Offensive!“
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/04/21/zeit-fuer-eine-politische-offensive-in-der-linkspartei/
07 Ulrich Heyden über die Kontokündigung bei der Hamburger Sparkasse: Ursachen und Folgen
In dem Gespräch mit dem langjährigen Russland-Korrespondenten Ulrich Heyden werden die Auswirkungen der Kontokündigung bei der Hamburger Sparkasse, die politische Stimmung in Russland und die deutsch-russischen Beziehungen beleuchtet. Es bietet Einblicke in die aktuelle Lage, persönliche Erfahrungen und die Bedeutung menschlicher Kontakte in Zeiten der Krise. Key Topics
Auswirkungen der Kontokündigung bei der Hamburger Sparkasse
Politische Stimmung und Medien in Russland
https://www.youtube.com/watch?v=QVpGZIMy23A
Keine Kontokündigung für den Russland-Korrespondenten Ulrich Heyden!
Kundgebung vor der HASPA-Zentrale am Mittwoch d. 22. 4. um 15 Uhr Dammtorstraße 1
Wir sind erschrocken darüber, dass die HASPA dem Hamburger Redakteur und Autor, der in Moskau lebt, für Ende April das Konto gekündigt hat, auf das er für seine berufliche Arbeit angewiesen ist.
Wir kennen und schätzen Ulrich Heyden als einen sachlichen Berichterstatter über Russland. Wir wollen nicht zulassen, dass ein Mensch, der sich der Feindbild-Propaganda gegen Russland mit
Sachkenntnis entgegenstellt, von dem Kreditinstitut, das auch unser Geld verwaltet, deshalb in seiner Existenz bedroht wird. Dieses Vorgehen erinnert uns an ein sehr düsteres Kapitel deutscher
Geschichte. Wir haben Vorstand und Aufsichtsrat um ein Gespräch gebeten, das uns bis jetzt nicht gewährt wurde.
Fotoreihe: 22.04.26 Kundgebung vor der HASPA-Zentrale: Keine Kontokündigung für den Russland-Korrespondenten Ulrich Heyden!
https://asb.nadir.org/pool/fak/aktuelles/20260422/album/index.html
Menschenrechtsverbände, Gewerkschaften und Kirchen halten sich zu Fall Dogru bedeckt
Drohende humanitäre Notlage der Familie eines sanktionierten Journalisten in Deutschland: Journalistengewerkschaft verweist auf eventuellen „Anspruch auf Grundsicherungsniveau“ / Deutsche UNESCO-Kommission verfolgt Entwicklung „mit Interesse“ / AfD und BSW fordern Rücknahme der Sanktionen, andere Parteien antworten nicht
https://multipolar-magazin.de/meldungen/0402
Anmerkung:
Veranstaltung mit Hüseyin Dogru am 30.4.26 um 19 Uhr. Siehe unter Termine! (DW)
08 „Gewerkschaften sind Relikt aus der Zeit des Klassenkampfes“
Von Fabienne Rzitki
https://www.focus.de/die-debatte/gewerkschaften-sind-relikt-aus-der-zeit-des-klassenkampfes_9b30b75f-7ad7-484f-93cf-4a9e15fb8376.html
Anmerkung:
Da wird von focus eine Diskussion entfacht zum Sinn von Gewerkschaften nach dem Motto „pro und contra“. Die Argumentierer, daß die DGB-Gewerkschaften ein „Relikt aus der Zeit des Klassenkampfes“ seien, Streiks für die Gesellschaft schädlich gehen also in die Offensive – focus gibt ihnen eine Plattform. Die DGB-Gewerkschaften waren seit Jahrzehnten Sozialpartner von Kapital und Staat. Falls sie streiken ließen, dann, weil Dampf bei den KollegInnen abgelassen werden sollte oder es waren Ritualstreiks zur Unterstützung der Tarifverhandlungen. Mit Klassenkampf hatte es nie was zu tun, was unter der Regie der DGB-Gewerkschaften passierte. Da spinnt der Autor Fabienne Rzitki!
Ihnen geht und ging es von jeher immer um ihre von Kapital und Staat anerkannte Rolle als staatstreue Gewerkschaft, eben als Sozialpartner. Dafür garantierten sie ihnen den sozialen Frieden in den Betrieben und auf der Straße. Was ja fast immer gelang.
Falls diese Diskussion bei focus jetzt der Beginn einer Kampagne ist, daß die Sozialpartnerschaft der DGB-Gewerkschaften von Kapitalseite als überflüssig angesehen wird, ließe das auf eine Einschätzung der Arbeiterklasse schließen, daß keine neue Arbeiterbewegung entsteht. Auch nicht bei dem umfassenden Angriff auf Sozialleistungen. Die DGB-Gewerkschaften werden als überflüssige Kosten- und Störfaktoren eingeschätzt. Und als Ordnungsfaktor werden sie nicht mehr gebraucht. (DW)
Willkommen im Paralleluniversum der deutschen Arbeiterführer
KRIEGSTÜCHTIG PER TARIFVERTRAG – Stellungnahme von „Sagt NEIN! Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden“ zum Tarifabschluss bei HIL Heeresinstandsetzungslogistik GmbH
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Brief an die Delegierten des DGB-Bundeskongresses |
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Vom 10. bis 13. Mai findet der DGB-Bundeskongress statt. Dafür hat die Initiative „Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg! Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!“ für alle Delegierte und Gäste des Kongresses einen Brief verfasst, in dem die Initiative die Zusammenhänge zwischen Aufrüstung und Sozialabbau verdeutlicht und die Gewerkschaften dazu auffordert für Abrüstung und Friedenspolitik einzutreten. |
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Den Brief könnt ihr hier lesen: |
Initiative „Nie wieder Krieg!“
Mail: mail@nie-wieder-krieg.org
Streiks ohne Ende? Mythen und Fakten über Arbeitskämpfe in Deutschland
Von Thorsten Schulten
Schon wieder Streik? Busse und Bahnen bleiben in den Depots, Flugzeuge am Boden, Kitas geschlossen und Krankenhäuser haben nur Notdienste, die Post wird nicht ausgetragen und der Müll nicht abgeholt – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Gefühlt wird immer öfter gestreikt. Manche Politiker*innen sprechen sogar von «Streikexzessen». Ist Deutschland auf dem Weg in eine Streikrepublik?
https://gewerkschaftsforum.de/publikation-streiks-ohne-ende-mythen-und-fakten-ueber-arbeitskaempfe-in-deutschland/#more-26356
09 Sparpläne hinter verschlossenen Türen
Von Gabriel Heller
Ein 108 Seiten langes „Vorschlagsbuch“ mit mehr als 70 Kürzungsideen wurde von einer Arbeitsgruppe von Bundeskanzleramt, mehreren Ministerien, Bundesländern und den kommunalen Spitzenverbänden ausgearbeitet. Die Kommunen sollen dadurch um 8,6 Milliarden entlastet werden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert das Vorgehen als Versuch, „im Hinterzimmer vollendete Tatsachen zu schaffen“.1 Unstrittig ist jedoch: Den Kommunen fehlen zunehmend die finanziellen Mittel, um ihre sozialstaatlichen Aufgaben zu erfüllen.
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/sparplaene-hinter-verschlossenen-tueren/
Pflegereform: Ein Schlag ins Gesicht
Presse-Statement von Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, anlässlich der bekannt gewordenen Pläne von Bundesgesundheitsministerin Warken für eine Pflegereform.
“Die Pläne sind ein Schlag ins Gesicht aller, die Pflege brauchen. Die Pflegekosten steigen seit Jahren und treiben immer mehr Menschen in die Armut. Statt gegenzusteuern, würde die Reform diese Entwicklung weiter verschärfen und die Probleme im System auf die Betroffenen abwälzen. Um die Pflegekrise wirksam zu bekämpfen, braucht es endlich einen Systemwechsel hin zu einer solidarischen Vollversicherung.”
https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/pflegereform-presse-statement-von-joachim-rock/
10 Klassenkampf von oben: Positiv auf Rentenwahn getestet
Kanzler Merz will gesetzliches Altersruhegeld auf »Basisabsicherung« kürzen. Sozialverbände und Linke warnen vor Armutsfalle
Von Oliver Rast
https://www.jungewelt.de/artikel/521323.klassenkampf-von-oben-positiv-auf-rentenwahn-getestet.html
Hoffnung für Pflege-Azubis aus Vietnam
17 junge Leute aus Vietnam wollten sich als Pflegehelfer in Thüringen ein neues Leben aufbauen. Doch das Unternehmen, das sie nach Altenburg holte, zahlte keinen Lohn. Und auch die Ausbildungsverträge wurden gekündigt.
Video 3 Minuten
https://www.mdr.de/video/mdr-videos/f/video-988716.html
11 Gegen die Zwei-Klassen-Belegschaft bei Vivantes – Auftakt zum Erzwingungsstreik
Erneut streiken die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen. Diesmal ist es nicht „nur“ ein Warnstreik. Es ist der Auftakt zum Erzwingungsstreik. Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Beschäftigten dafür ausgesprochen. Man muss „aufs Ganze zu gehen“. Das haben schon die Auseinandersetzungen bei CFM gezeigt. Das ist die einzige Sprache, die Geschäftsführung und Politik verstehen.
Es geht darum, dass die Tochterfirmen der Landeseigenen Krankenhäuser Charité und Vivantes wieder in die Krankenhäuser integriert werden, um damit die Spaltung der Belegschaft zu beenden. Das wurde seit Jahren von der Berliner Politik versprochen. Seit Jahren werden die Betroffenen hingehalten.
https://www.pressenza.com/de/2026/04/gegen-die-zwei-klassen-belegschaft-bei-vivantes-auftakt-zum-erzwingungsstreik/
12 Vorwurf der Ausbeutung: Wie Arbeiter für die Fleischindustrie angelockt werden
Für die deutsche Fleischindustrie werden zunehmend Arbeitskräfte aus sogenannten Drittstaaten angeworben – gegen hohe Vermittlungsgebühren. Hoch verschuldet leben und arbeiten sie dann unter prekären Bedingungen, wie Monitor-Recherchen zeigen.
Von Julius Baumeister und Luc Oeppert, WDR
https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/fleischindustrie-arbeitskraefte-ausbeutung-100.html?at_content=SiteSharing
Anmerkung:
NRW-Arbeitsminister Laumann sagte zur Zeit der Werksverträge und Sub-Sub-Sub-Unternehmer: das ist „die organisierte Verantwortungslosigkeit“.
Heute sagt er: „Verstoß gegen die Würde des Menschen“.
Irgendwann wird er in Pension gehen, was wird sein Nachfolger sagen? Wahrscheinlich dasselbe!
Da stellt sich schon die Frage, warum es in unserer „wehrhaften Demokratie“ nicht möglich ist, die „organisierte Verantwortungslosigkeit“ und die Verstöße „gegen die Würde des Menschen“ zu verhindern! Die Täter werden ja benannt: Die Vermittlungsagenturen und die deutsche Fleischindustrie.
Und es stellt sich die weitere Frage: Welches ist die Kraft in unserer „wehrhaften Demokratie“, die stärker ist als diese?! Und wie verhalten wir uns gegen sie? (DW)
Fachkraft nur auf dem Papier
Westfleisch soll Inder mit falschen Jobzusagen beschäftigt haben – Ermittlungen wegen Lohnbetrug und Menschenhandel
Von Gerrit Hoekman
Das Arbeitsministerium von NRW wusste übrigens bereits vor einigen Monaten von den Vorwürfen, konnte aber bei einer Prüfung keine Unregelmäßigkeiten feststellen. Inzwischen soll aber der Zoll laut WDR Hinweisen auf Arbeitsausbeutung nachgehen.
https://www.jungewelt.de/artikel/521400.lebensmittelindustrie-fachkraft-nur-auf-dem-papier.html
13 Überlebender Stephen Kapos: „Die Lehre aus dem Holocaust
ist keine Form von Entmenschlichung irgendeiner ethnischen oder religiösen Gruppe zuzulassen“
Der Holocaust-Überlebende Stephen Kapos im Gespräch mit dem Journalisten Hassan Al Khalaf über Polizeigewalt, Meinungsfreiheit und Zionismus. Im Kindesalter musste Stephen Kapos den Holocaust durchleben, als die Wehrmacht in seine Heimat Ungarn kam. Heute geht er noch mit 88 Jahren für Frieden im Nahen Osten auf die Straße.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=149319
Wolfram Weimer in Buchenwald: Faschismusdeutung zwischen Marxismus und „Neuer Rechter“ – eine aktuelle Bestandsaufnahme
„Wer aber vom Kapitalismus nicht sprechen will, der sollte auch vom Faschismus schweigen.“ Zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald in einer staatlichen Gedenkstätte.
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/wolfram-weimer-in-buchenwald-faschismusdeutung-zwischen-marxismus-und-neuer-rechter-eine-aktuelle-bestandsaufnahme-009654.html
14 AUS DEN DGB-GEWERKSCHAFTEN
Meldungen zu Kämpfen um Lohn und Tarife, um Erhalt der Arbeitsplätze (gegen Entlassungen, Betriebsschließungen, Outsourcing, Produktionsverlagerungen), um Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um die (wenigen) Arbeitsrechte und um Organisationsprobleme, sowie Meldungen zu Stellungsnahmen des DGB allgemein politischer Natur.
Dabei nicht vergessen: Kämpfe unter DGB-Fahnen und DGB-Parolen sind nicht bloß Aktionen des DGB, sondern in Wirklichkeit solche der KollegInnen und Belegschaften!
IGM: Empörung über Rentenpläne der Regierung
https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-04/ig-metall-christiane-benner-drohung-proteste-rentenpolitik-friedrich-merz-bundeskanzler-yasmin-fahimi
Verdi: Kritik an Plänen zur geplanten Verschlechterung der Gesundheitsversorgung
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-04/gesundheitsreform-verdi-frank-werneke-protest-gxe
15 KRISENFOLGEN IM KAPITALISTISCHEN NIEDERGANG
Kurze Meldungen zu den Auswirkungen für die proletarische Bevölkerung.
Die globale Finanzkrise ab 2008 mit Auswirkungen auf die Realwirtschaft, wie dem Rückgang der Industrieproduktion wie im ersten Jahr der Weltwirtschaftskrise 1930 in Deutschland und den USA läßt sich als ökonomische Zeitenwende einordnen.
Das Jahr 2019 gilt als der Ausgangspunkt einer dramatischen weltweiten kapitalistischen Überproduktionskrise, in deren Gefolge sich wieder einmal (wie z.B. 1929) Inflation, Verarmung, Arbeitslosigkeit und Raubkriege zwischen den großen Wirtschaftsmonopolen und ihren Staaten verstärken.
Ein weiterer Krisenfaktor sind aktuell die weltweiten Zollerhöhungen durch Trump.
Die Fortsetzung der Großen Rezession bedroht zunehmend die Lebens- und Arbeitslage des Proletariats
Massiver Jobverlust durch Höchststand an Insolvenzen
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/insolvenzen-arbeitsplaetze-jobs-100.html
Bahnhofsmissionen schlagen Alarm
https://www.br.de/nachrichten/meldung/immer-mehr-menschen-suchen-bahnhofsmissionen-auf%2C3007c4b1a
Abstieg in die Armut immer bedrohlicher
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/armut-in-deutschland-100.html
Umfrage: Unsicherheit in der Lebensplanung wächst
https://www.welt.de/wirtschaft/article69e2ea837c6e5e236a26a6ef/umfrage-unsicherheit-in-deutschland-waechst-viele-verschieben-anschaffungen-und-lebensentscheidungen.html
Tech-Monopole entlassen weltweit in nur 3 Monaten 80.000 Beschäftigte!
https://www.focus.de/finanzen/news/die-tech-branche-hat-im-ersten-quartal-2026-fast-80-000-mitarbeiter-entlassen-fast-50-der-betroffenen-stellen-wurden-aufgrund-von-ki-abgebaut_3981b667-de38-4221-9303-1f572e89e08f.html
Studiumsabschluss führt immer mehr in die Arbeitslosigkeit
https://www.rbb24.de/panorama/thema/was-war-das-denn/berufsstart-akademiker-studierende-arbeitslos.html
16 Kuba: »Es hat fast genozidale Aspekte«
Gegen die US-Blockade Kubas und für das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Auszüge aus der Podiumsdiskussion der jW-Solidaritätskonferenz zur Lage in Kuba
https://www.jungewelt.de/artikel/521012.kuba-solidarit%C3%A4t-es-hat-fast-genozidale-aspekte.html
Regina Mertens: Humanitäre Krise in Kuba spitzt sich weiter zu
Eigentlich ist Regina Mertens Bochumer Hausärztin, seit vielen Jahren engagiert sie sich aber auch in der Humanitären Cuba Hilfe. Wieso diese ehrenamtliche Arbeit gerade jetzt so wichtig ist, hört ihr in diesem Sonntagsfrühstück
https://www.radiobochum.de/artikel/regina-mertens-2627065
Kuba-Unterstützung: Sozialdemokraten solidarisch mit Kuba
Spanien, Mexiko und Brasilien fordern auf Konferenz in Barcelona Einhaltung des Völkerrechts. SPD schließt sich nicht an
Von Volker Hermsdorf
https://www.jungewelt.de/artikel/521154.kuba-unterst%C3%BCtzung-sozialdemokraten-solidarisch-mit-kuba.html
»Hätten Sie diese Frage Präsident Trump stellen können?«
Das kubanische Modell der Demokratie stellt die materielle Umsetzung sozialer Rechte in den Mittelpunkt
Von Kurt Terstegen
https://www.jungewelt.de/artikel/521296.unblock-cuba-h%C3%A4tten-sie-diese-frage-pr%C3%A4sident-trump-stellen-k%C3%B6nnen.html
Spendenaufruf Netzwerk Cuba
Die Hightech-Terrorattacke des US-Militärs gegen Venezuela und das Kidnapping von Präsident Maduro und Gattin sowie die Seeblockade gegen Öl überschatten nun auch Cuba, das immens gefährdet ist, und noch geringere Importe lebenswichtiger Güter erhält!
Wir müssen daher für Cuba noch stärker und effektiver wirken und kämpfen, schreibt das Netzwerk Cuba – jeder und jede Einzelne, sowie jede Gruppe.
Kurzfristig empfehlen sich für dringend erforderliche materielle Solidarität Spendensammlungen für Gesundheitsprojekte (HCH Bochum) und für Energiegewinnung (Interred, Frankfurt/M.).
— Förderverein Humanitäre Cuba Hilfe HCH e.V. Sparkasse Dortmund,
IBAN: DE52 4405 0199 0091 0160 36, Stichwort: HCH-Projekte
— Netzwerk InterRed Cooperacion e.V., IBAN: DE15 3702 0500 0007 6002 00, Stichwort Solarkraftwerk
17 Termine
Das Projekt „Sexarbeit“ und der Abschied der Linken von Herrschaftskritik und Emanzipation
Montag 27.4.2026 von 19-20 Uhr online:
Die Linke will gegen Ausbeutung, Diskriminierung vulnerabler Menschengruppen, gegen Sexismus und Misogynie kämpfen. Tatsächlich aber vermeidet sie mit dem Projekt „Sexarbeit“ die Debatte um das Wesen der Prostitution und verabschiedet sich damit von linker Herrschaftskritik und Emanzipation,
Lina-Marie Eilers, Autorin im Sammelband Subjekt Frau von der Gesellschaft für Kritische Bildung (GFKB) liefert einen Beitrag zu einer materialistisch-feministischen Analyse von Prostitution.
Hier sind die Zugangsdaten für die Veranstaltung am 27.4. mit Lina-Marie Eilers:
An Zoom-Meeting teilnehmen:
/https://us06web.zoom.us/j/83744511054?pwd=peztbJgbrWp3ijLk48OosDQlEV6O9V.1
Meeting-ID: 837 4451 1054
Kenncode: 897727
Solidarische Grüße Katharina Sass für das Netzwerk Linke für eine Welt ohne Prostitution
Hüseyin Dogru (Red Media) im Gespräch zu EU-Sanktionen
Militarisierte Feindbekämpfung im Innern – Der Angriff des EU-Sanktionsregimes gegen kritische Journalisten Berichterstattung über den Völkermord in Palästina und den Widerstand dagegen wird verboten – Begründung: sie nutze dem Erzfeind Russland. Hüseyin Dogru, Gründer von Red Media, berichtet über seine Situation und die neue Stufe der extralegalen Repression gegen kritischen Journalismus in der BRD in der „Zeitenwende“. Er spricht mit uns auch über die Rolle linksliberaler Medien (TAZ, Tagesspiegel) und die der Linkspartei in der Sanktionspolitik während des militaristischen Staatsumbaus.
Veranstaltet durch: Flora für Alle!, ATiF, YDG Hamburg, ADHK Hamburg
Am 30. April um 19:00 Uhr
AtiF, Bartelsstr. 21, 20359 Hamburg
Gaza: Augenzeug*innen
Ein Filmprojekt palästinensischer Künstler*innen, basierend auf Zeug*innenaussagen aus Gaza
Veranstaltungsort: 3001 KINO Schanzenstraße 75 im Hof 20357 Hamburg
Zeit 29.04.2026, 19:00 – 21:00 Uhr
Palästinensische Künstler*innen präsentieren diese Geschichten und die Mischung ergibt ein umfassendes Bild von Tod und Leben, Verzweiflung und Ironie, Schrecken und Menschlichkeit. Verwurzelt in Gaza und ohne zu wissen, wohin der Genozid führen wird, ist der Film ein bleibendes Zeugnis, das nicht vergessen werden darf – ein Zeugnis der zerstörerischen Kräfte der Besatzung und des Krieges, aber auch des unerschütterlichen Willens zu überleben.
Arabisch mit deutschen Untertiteln (50 min.)
Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit zwei am Film beteiligten Künstlern statt: Ahmad Tobasi wird vor Ort im Kino sein und Hossam Al Madhoun via Zoom aus Gaza zugeschaltet.
Der Austausch wird in englischer Sprache geführt.
Der Eintritt ist kostenlos.
Die Anmeldung ist erforderlich:
https://hamburg.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/P4BNU/gaza-augenzeug%2Ainnen?cHash=8b84366afa86ca31fab616bc7feabda3