Wie die Fleischindustrie Menschen zur Ware macht

Von Alwin Altenwald
Mit diesem Satz: „Wie die Fleischindustrie Menschen zur Ware macht“ titelt Monitor seine aktuelle Sendung. Dieser Satz hatte für die Fleischkonzerne Tönnies auch schon vor über 14 Jahren Gültigkeit! Pfarrer Peter Kossen nannte damals die Subsubunternehmer Sklavenhalter. Der Arbeitsminister von NRW sprach von organisierter Verantwortungslosigkeit. Obwohl 2020 Festanstellungsregelungen per Gesetz für die WerkssvertragsarbeiterInnen eingeführt wurden, hat sich am Sklavendasein neuer Schichten von „importierten“ Arbeitern (aus Indien, Vietnam, China) nichts geändert!
Monitor beschreibt in seiner 22 minütigen Sendung:
Die deutsche Fleischindustrie steht seit Jahren in der Kritik wegen mieser Arbeitsbedingungen. Große Konzerne wie Tönnies oder Westfleisch benötigen immer weiter Nachschub an billigen Arbeitskräften. Das System dahinter ist kaum bekannt: Viele Arbeiter kommen inzwischen aus Indien, China oder Vietnam. Sie zahlen oft mehrere tausend Euro an Vermittlungsagenturen und verschulden sich hoch, um in Europa arbeiten zu können. Doch die Realität in Deutschland ist oft ein Albtraum: harte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und kaum Schutz für die Beschäftigten. Wer krank wird oder sich beschwert, riskiert den Job – und bleibt auf seinen Schulden sitzen. Recherchen von MONITOR zeigen, wie systematisch die Not dieser Menschen ausgenutzt wird und welche rechtlichen Grauzonen im deutschen Gesetz dabei eine Rolle spielen“.
https://www.youtube.com/watch?v=uwLr_F-jGFQ&t=38s
Trotz der Festanstellungsregelung von vor sechs Jahren wird die menschenunwürdige Behandlung der Kollegen, diesmal aus Indien und Vietnam fortgesetzt. Nicht mehr Subunternehmen stürzen die aus Ostasien importierte „Arbeitsware“ ins Elend sondern es machen die Konzerne, wie hier Westfleisch selbst! Und NRW-Arbeitsminister Laumann, der sich vor sechs Jahren noch vehement für die Abschaffung des Subunternehmertums eingesetzt hatte, kann sich nur noch auf moralische Werte beziehen, die einzuhalten seien. Vor der Kamera mag er gar nicht mehr erscheinen. Fazit: Purer Kapitalismus eben, nix mit sozial!
Stell Dir vor, Du bist jung, arbeitslos und beruflich perspektivlos, willst deshalb im Ausland Dein Glück versuchen. Du kratzt einige tausend Euro bei Verwandten und Freunden zusammen für Vermittler und gehst ins Ausland, zB nach Indien oder Vietnam. Aber dort erwartet Dich statt Menschlichkeit und Gastfreundschaft eine Sklavenbehandlung!
Das einzig Gute: Es können noch Sendungen wie diese von Monitor gedreht werden. Von der Bundesregierung oder vonseiten von EU-Gremien werden noch keine Sanktionen erteilt wie bei den Journalisten Hüseyin Doğru, Jacques Baud, Thomas Röper und Alina Lipp und vielen andere mehr.
Und man stellt sich die Frag, ob überhaupt wesentliche Veränderungen innerhalb des kapitalistischen Systems durchzusetzen sind! Verbesserung von oben, vonseiten der Regierung jedenfalls nicht, wie wir auch an Äußerungen der Politiker sehen. Veränderung kann also nur „von unten“ passieren, aber Proteste von kleinen Gruppen oder von Personen reichen nicht. Notwendig ist ein Massenprotest, eine Art Volksaufstand gegen das unmenschliche System. Das heißt aber, daß viele Menschen, besonders Lohnabhängige, Verantwortung übernehmen für die Gesellschaft in der sie leben. Und diese Verantwortung nicht an Abgeordnete bei den Wahlen abgeben. An Abgeordnete der neobiberalen Parteien, die die Interessen des Kapitals vertreten. Und dann sind in unserem parlamentarischen System noch die tausende von Lobbyisten in Berlin und Brüssel, ein Mehrfaches der Zahl der Abgeordneten selbst, die die Interessen der Konzerne und Verbände durchzusetzen haben. Gegen diese Phalanx stehen wir bei einer Volksbewegung.

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