Jour Fixe Info 27-2026. 22. Jahrgang – 03.07.2026
Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg
Die im Jour Fixe Info wiedergegebenen Beiträge werden aufgrund ihres Informationsgehalts ausgesucht. Sie sind nicht identisch mit den Auffassungen der Redaktion. Bei Beiträgen zB aus FAZ und Welt ist das klar. Aber auch bei Beiträgen zB aus jw oder nds muß eine Übereinstimmung nicht der Fall sein. Die Anmerkungen unter einigen Artikeln geben die Meinung der Anmerkenden wieder.
- 01 Zur DGB Kundgebung 3. Juli um 15:30 Uhr am Speersort
- Sagt NEIN! zu den „Reformen“ der Merz-Regierung! Organisiert Widerstand in den Betrieben und auf der Straße!
- 02 Der „demokratische Betrieb“ als Disziplinierungsprojekt – Wenn HR (human resources) die Demokratie verteidigt
- 03 Ankündigung der nächsten Jour Fixes
- 04 Polizisten entschuldigen sich nach Einsatz auf G20-Gipfel
- 05 Hamburgs Sonderweg bei der NSU-Aufarbeitung
- 06 „Ohne Widerstand sieht es düster aus“
- 07 Kurswechsel bei der IG Metall: CDU-Mitglied Arenz folgt auf Kapitalismusgegner Urban
- 08 VW: Keine Rücksicht auf Arbeitsplätze
- 09 Der Geist ist aus der Flasche: Mercedes Arbeiter:innen im Werk Bremen legen eine „Pause“ ein!
- 10 Chefarzt kündigt: »Ich will nicht mehr verantworten, was passiert«
- 11 Ich habe 45 Jahre gearbeitet, 1300 Euro Rente
- 12 Ein lautes „Nein!“ der jungen Leute zum Dienst an der Waffe: Von 300.000 Angeschriebenen haben sich 530 freiwillig gemeldet
- 13 Zu Besuch bei der Familie von Hüseyin Doğru – Leser machen sich selber ein Bild vor Ort
- 14 Rudolph Bauer in zweiter Instanz verurteilt
- 15 Kommentar zu „Stuttgart 21: Symbol für industriellen Niedergang“ im Jour Fixe Info 26-2026
- 16 AUS DEN DGB-GEWERKSCHAFTEN
- 17 KRISENFOLGEN IM KAPITALISTISCHEN NIEDERGANG
- 18 Kubas Revolution von 1959 bis heute: Über bedeutende Errungenschaften und existenzielle Bedrohungen
- 19 ARTE Reportage – Westjordanland: Sie schießen auf Kinder
- 20 Termine
01 Zur DGB Kundgebung 3. Juli um 15:30 Uhr am Speersort
Sagt NEIN! zu den „Reformen“ der Merz-Regierung!
Organisiert Widerstand in den Betrieben und auf der Straße!
Wir begrüßen, daß die IG Metall Hamburg zu einer Kundgebung „Gegen den sozialen Kahlschlag“ am 3. Juli aufgerufen hat. Aber wir haben Einwände gegen den Aufruf der IGM.
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/06/29/zur-dgb-kundgebung-3-juli-um-1530-uhr-am-speersort/
Anmerkung:
Dieses Flugblatt haben wir bei der DGB-Kundgebung verteilt. Es wurde von den meisten DemonstrantInnen mit Zustimmung entgegengenommen. (DW)
Berlin: Kundgebung am 27.6. gegen den Sozialkahlschlag – ein Auftakt
Von Jochen Gester
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/72766-2/
Anmerkung:
Der Genosse Gester schreibt zu Recht über die Berliner Veranstaltung: „Der Zusammenhang zwischen dem Sozialkahlschlag und der Politik der Kriegsertüchtigung spielte leider kaum eine Rolle. Dafür sorgen aber viele Transparente der aktiven linken Basis, der es wichtig war auf dieser Kundgebung gerade dies zum Ausdruck zu bringen“. Damit beschreibt er den Gegensatz von Basis und Gewerkschaftsspitze. Wir vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke haben am 3.7. auf der Kundgebung der Hamburger IGM unsere Kritik am Versäumnis der IGM auf einem Flugblatt zum Ausdruck gebracht! Für uns ist das kein Auftakt sondern die Gelegenheit zur Fortsetzung unserer Kritik an der Sozialpartneschaftspraxis der Spitzen der DGB-Gewerkschaften. (DW)
Gewerkschaften in Hamburg: Viele Gründe für Protest
Gewerkschaften in Hamburg mobilisieren zur Demonstration gegen den Angriff auf den Sozialstaat. Unterdessen kürzt Hamburg soziale Bereiche zusammen
Von Susanne Knütter
https://www.jungewelt.de/artikel/524941.gewerkschaften-in-hamburg-viele-gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-protest.html
02 Der „demokratische Betrieb“ als Disziplinierungsprojekt – Wenn HR (human resources) die Demokratie verteidigt
Von Andreas Buderus
Es gibt Texte, die mehr über den Zustand gesellschaftlicher Machtverhältnisse verraten, als ihre Verfasser vermutlich beabsichtigen. Das im Vorfeld der diesjährigen Betriebsratswahlen veröffentlichte „HR-Thesenpapier 2026“ des Bundesverbands der Personalmanager (BPM)[1] gehört dazu. Unter Überschriften wie „Mut zur Zumutung“, „Produktivität neu denken“, „Arbeitszeit ist nicht Leistung“ oder „Menschlichkeit ist kein Nice-to-have“ entwirft der Verband das Selbstbild eines modernen, progressiven und gesellschaftlich verantwortlichen Personalmanagements. Besonders aufschlussreich ist dabei These 3:
„Sorgen um den einstigen Klassenfeind oder warum wir eine der Demokratie verpflichtete Mitbestimmung brauchen
https://gewerkschaftsforum.de/der-demokratische-betrieb-als-disziplinierungsprojekt-wenn-hr-die-demokratie-verteidigt/#more-26951
03 Ankündigung der nächsten Jour Fixes
*„Draußen-Jour Fixe“ am 5. August, Beginn 17 Uhr 30! Stadtteilrundgang Steilshoop
*Jour Fixe am 2. September. Film labournet TV: Jeder Acker, jede Fabrik. Mit Diskussion.
*Jixe Fixe am 7. Oktober. (geplant). Die Spur unserer Großväter in Russland. Film gegen die Bedrohungslüge. Mit Diskussion.
04 Polizisten entschuldigen sich nach Einsatz auf G20-Gipfel
Neun Jahre nach den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg haben sich zwei Polizisten zu Beginn eines Prozesses bei einem Gewaltopfer entschuldigt. Das Verfahren am Amtsgericht Hamburg ist laut Staatsanwaltschaft das erste dieser Art; alle weiteren gegen Beamte wurden demnach eingestellt.
https://www.stern.de/politik/deutschland/g20-gipfel-in-hamburg–polizisten-entschuldigen-sich-nach-einsatz-37627016.html
05 Hamburgs Sonderweg bei der NSU-Aufarbeitung
(Bericht der Tagesschau vom 27.6.26)
Vor 25 Jahren wurde Süleyman Taşköprü vom NSU in Hamburg ermordet. Anders als in anderen Bundesländern gab es hier aber keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Für die Angehörigen bleiben drängende Fragen.
https://www.tagesschau.de/inland/nsu-aufarbeitung-hamburg-100.html
Der 25. Jahrestag des NSU-Mordes an Süleyman Taşköprü
Kundgebung am 30. Juni – Übergabe NSU-Ermittlungsakten
Vor 25 Jahren, am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Taşköprü in seinem Ladengeschäft in der Schützenstraße in Hamburg-Altona von der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ umgebracht. Er ist einer von zehn Mordopfern des NSU. Erst durch die unfreiwillige Selbstenttarnung des rechtsextremen Netzwerks 2011 endeten die institutionell rassistischen Mordermittlungen.
Wenn wir heute an Süleyman Taşköprü denken, erinnern wir daran, dass gegen Familie Taşköprü während der Ermittlung selbst als „Täter“ im Rahmen vermeintlicher Organisierter Kriminalität ermittelt wurde. Das war beschämend, demütigend und rassistisch und kein Hamburger Einzelfall.
Die Angehörigen der rassistischen Morde sind mehrfach schwer geschädigt worden: durch den Verlust ihrer Liebsten, durch Stigmatisierung, durch Täter-Opfer-Umkehr und durch das Versagen der Sicherheitsbehörden, den staatlichen und institutionellen Rassismus.
Auch im Gedenken nach 25 Jahren setzt es sich so fort. Die Familie wird wieder übergangen, über ihren Kopf hinweg sollte ein Gedenken organisiert werden. Auch an sie denken wir. Ihr Wunsch ist Aufklärung, Verarbeitung und Anerkennung des zugefügten Unrechts und ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss (PUA). (Text von HbgR)
Fotoreihe: 30.06.26 Kundgebung zum 25. Jahrestag des NSU-Mords an Süleyman Taskoprü
https://asb.nadir.org/pool/fak/aktuelles/20260630/album/index.html
06 „Ohne Widerstand sieht es düster aus“
Profitiert Bremerhaven von den Rüstungsmilliarden? Interview mit Nonni Morisse
Am 24. und 25. Juli findet die vierte Gewerkschaftskonferenz für den Frieden in Würzburg statt. Sie steht unter dem Motto „Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg!“ Wir haben mit einem der Referenten der Konferenz, Nonni Morisse, gesprochen. Er arbeitet als Gewerkschaftssekretär in Bremerhaven.
https://www.unsere-zeit.de/ohne-widerstand-sieht-es-duester-aus-4816079/
07 Kurswechsel bei der IG Metall: CDU-Mitglied Arenz folgt auf Kapitalismusgegner Urban
Von Claus-Jürgen Göpfert
https://www.fr.de/wirtschaft/ig-metall-waehlt-cdu-mann-andre-arenz-in-den-vorstand-94375965.html
08 VW: Keine Rücksicht auf Arbeitsplätze
Volkswagen will 100.000 Stellen streichen, vier Werke schließen – und die gleichnamige Marke ausgliedern, um den Einfluss von Gewerkschaft und Betriebsrat zu verringern
Von Michael König
https://www.jungewelt.de/artikel/524987.krise-der-automobilindustrie-vw-keine-r%C3%BCcksicht-auf-arbeitspl%C3%A4tze.html
09 Der Geist ist aus der Flasche: Mercedes Arbeiter:innen im Werk Bremen legen eine „Pause“ ein!
Von Peter Vlatten
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/der-geist-ist-aus-der-flasche-mercedes-arbeiter-im-werk-bremen-legen-eine-pause-ein/
Hitzefrei bei Mercedes Bremen
Neuerliche Angriffe von Mercedes auf Arbeitsrechte der Beschäftigten haben für Überhitzung gesorgt. In Bremen sorgte das für Produktionsstopp, 500 KollegInnen aus Halle machten hitzefrei.
Von Susanne Knütter
https://www.jungewelt.de/artikel/525080.arbeitszeitverl%C3%A4ngerung-hitzefrei-bei-mercedes.html
Jetzt Gegenwehr! Am Freitag raus vor die Werkstore aller deutschen Mercedeswerke!
Die Proteste aus den Belegschaften brechen nicht ab. Der Gedanke „Jetzt hilft nur noch Streik“ steht im Raum. Die Gegenseite führt gnadenlos Klassenkampf. Eine Resolution der Vertrauensleute Mercedes Benz Stuttgart Untertürkheim mit dem Titel „Schluss jetzt. Protest, Widerstand, Streik“ verbreitete sich mit der passenden Antwort in Windeseile über das ganze Land. In Bremen und Düsseldorf schritten Kolleg:innen zur Tat und legten letzte Woche während der Arbeit „Hitzepausen“ ein und forderten die ganze Belegschaft dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen. In Berlin Marienfelde drückten schon vor Monaten über 400 Kollegen und Kolleginnen mit ihrer Unterschrift ihre Erwartung an die IG-Metall Führung aus, endlich in der Automobilindustrie eine Kämpferische Gangart einzuschlagen und auch für Streiks zu mobilisieren.
In den Betrieben werden hitzige politische Debatten geführt.
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/jetzt-gegenwehr-am-freitag-raus-vor-die-werkstore-aller-deutschen-mercedeswerke/
10 Chefarzt kündigt: »Ich will nicht mehr verantworten, was passiert«
Nach jahrzehntelanger Arbeit im Krankenhaus hat Chefarzt Andreas Umgelter gekündigt. Die Versorgungslücken des Systems will er nicht mehr mittragen.
Interview: Ruta Dreyer
Vor Kurzem haben Sie ihren Job als Chefarzt in der Notaufnahme gekündigt. Wieso?
https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/ich-will-nicht-mehr-verantworten-was-passiert/
Bei der Gesundheitsministerkonferenz verschiebt sich der Fokus auf Kriegstüchtigkeit
Von Nadja Rakowitz
Am 10. und 11. Juni fand in Hannover die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) statt. Niedersachsen habe, so berichtet der NDR, die Konferenz unter das Motto „sicher.versorgt.überall.“ gestellt, um den Fokus auf die Gesundheitsversorgung in Krisenzeiten zu legen. Gemeint waren dabei nicht Pflegenotstand, die langen Wartelisten für Behandlungen und Operationen oder Mittelkürzungen, sondern die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie sowie die sicherheitspolitische Lage in Europa. Krankenhäuser und andere Einrichtungen müssten auf außergewöhnliche Belastungssituationen vorbereitet werden, weshalb Themen wie Bevölkerungsschutz, Infektionsschutz und die Absicherung kritischer Infrastruktur auf der Agenda der Konferenz stünden, wie der gastgebende niedersächsische Gesundheitsminister Philippi zuletzt mehrfach betont hatte.
https://www.schattenblick.de/infopool/medizin/fakten/m2km0064.html
11 Ich habe 45 Jahre gearbeitet, 1300 Euro Rente
Das Schicksal vieler Ostdeutscher im Ruhestand
Von Günther Burbach
Rund 73 Prozent der Rentnerinnen und Rentner in Ostdeutschland bestreiten ihren Lebensunterhalt im Alter nahezu ausschließlich aus der gesetzlichen Rente
https://www.pressenza.com/de/2026/06/45-jahre-gearbeitet-1300-euro-rente-das-schicksal-vieler-ostdeutscher-im-ruhestand/
DGB-Rentenkommission: Zaghafte Alternative
Der Deutsche Gewerkschaftsbund präsentiert Vorschläge für eine Rentenreform. Die sieht unter anderem die Erhöhung des Rentenniveaus und den Ausbau von Betriebsrenten vor
Von Sebastian Edinger
https://www.jungewelt.de/artikel/525003.dgb-rentenkommission-zaghafte-alternative.html
Die Rentenkommission und die Lüge von der Schwedenrente
Von Tobias Weißert
Zu was braucht die Politik Kommissionen? Um sich dahinter zu verstecken. Die Rentenkommission hat ihren Bericht geliefert. Die Politik ist begeistert. Programm aus einem Wurf! Merz verspricht den Vorschlag ohne Abstriche umzusetzen. Es kommt: das schwedische Modell.
https://gewerkschaftsforum.de/die-rentenkommission-und-die-luege-von-der-schwedenrente/
Statt Aktienrente: Umlagefinanzierte Rente konsequent stärken
Kürzungen unnötig / Einbeziehen aller Einkommen samt Kapitalerträgen reicht
Attac Deutschland lehnt die Vorschläge der Rentenkommission, die am heutigen Dienstag offiziell vorgestellt werden sollen, ab. Das Netzwerk fordert, die umlagefinanzierte Rente zu stärken und konsequent alle Einkommen – auch Kapitalerträge – zu ihrer Finanzierung heranzuziehen.
Joachim Braun, Rentenexperte von Attac, sagt:…
https://www.schattenblick.de/infopool/buerger/initia/atta2130.html
Rentenreform: Den Alten nehmen, den Konzernen geben
Die Bundesregierung will die Kürzungsvorschläge der Rentenkommission umsetzen. Um sich zu rechtfertigen, verbreitet sie neoliberale Mythen und verschweigt den wahren Grund für ihr antisoziales Vorgehen: Die Umverteilung nach oben soll weiter beschleunigt werden.
Von Alexandra Nollok
https://rtnewsde.com/meinung/284543-rentenreform-alten-nehmen-konzernen-geben/
12 Ein lautes „Nein!“ der jungen Leute zum Dienst an der Waffe: Von 300.000 Angeschriebenen haben sich 530 freiwillig gemeldet
Von Markus Klöckner
https://www.nachdenkseiten.de/?p=152906
13 Zu Besuch bei der Familie von Hüseyin Doğru – Leser machen sich selber ein Bild vor Ort
Leser der NachDenkSeiten haben den von der EU sanktionierten deutschen Journalisten Hüseyin Doğru und seine Familie besucht. Hier folgt ein Bericht von Traudl Horn und Hans Werner Horn.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=152913
14 Rudolph Bauer in zweiter Instanz verurteilt
Von Sönke Hundt
Damit wird einem bekannten und renommierten Professor (für Politikwissenschaft an der Uni Bremen), der als Wissenschaftler aber auch als Schriftsteller und bildender Künstler sich seit vielen Jahren und in unzähligen Publikationen für Antifaschismus und Antimilitarismus einsetzt, vom Bremer Landgericht bescheinigt, in Wahrheit ein Holocaust-Verharmloser und Rechtsextremist zu sein, der Hakenkreuzschmierereien verbreitet und überhaupt das Volk verhetzt.
Diese Verkehrung der tatsächlichen Sachverhalte ist ungeheuerlich und zutiefst empörend!
https://weltnetz.tv/story/rudolph-bauer-in-zweiter-instanz-verurteilt/
15 Kommentar zu „Stuttgart 21: Symbol für industriellen Niedergang“ im Jour Fixe Info 26-2026
Stuttgart 31
Ich sage nur Zivilschutz – da unten kann ganz Stuttgart in aller Ruhe den „Endsieg“ abwarten!
Oder sollte dieses großartige Bauwerk auch dafür nicht taugen?
Ich lebe in Thüringen und werde mich um ein Plätzchen in einem der Salzbergwerke bewerben.
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/06/25/jfi-26-2026/#comment-392
Anmerkung:
Ist das ein abwegiger, verschwörungstheoretischer Gedanke vom Kollegen Schwarz? Oder trifft er des Pudels Kern?! 1994, als man mit dem Projekt Stuttgart 21 begann, hätte niemand für den Beginn eines Milliardenprojektes zum Bevölkerungsschutz als Begründung Kriegsertüchtigung anführen können! Auch die damalige Kanzlerin Merkel, eine glühende Förderin von Stuttgart 21, nicht. Aber genau als solches war Stuttgart 21 damals schon gedacht, Bunkerplatz für 613.000 StuttgarterInnen, getarnt als zukunftsweisendes Bahnhofsprojekt. Auch wenn jetzt noch fünf Jahre (oder länger?) gebaut wird, der Zweck, Bunker für die 613.000 StuttgarterInnen geschaffen zu haben, ist jetzt schon erfüllt! Ein Bunker, getarnt als schickes Tiefbahnhöfle!
Stuttgart als strategisches Vorbild für alle größeren Städte Deutschlands! Weg vom privaten Bunkerbau im Keller oder im heimischen Garten, hin zu zentralen Großprojekten zur Förderung der Wirtschaft. Eine Tarnung wie 1994 ist heute, nach der Verkündung der Zeitenwende durch Ex-Kannzler Scholz und der Kriegsertüchtigung durch Kriegsminister Pistorius nicht mehr nötig!
Klaus Gietiner schreibt (siehe unten): „Der Gipfel des Ganzen ist die Planung eines neuen, zusätzlichen Tunnels, des sogenannten Pfaffensteigtunnels. Hier kommen nochmals zwei je knapp zwölf Kilometer lange Tunnelabschnitte und mindestens drei Milliarden Euro an Kosten hinzu“. Aber Empörung ist völlig unangebracht! Es läuft alles nach Plan! Weitere Tunnels, Bunker für die Zukunft für hunderttausende Bewohner aus der Umgebung Stuttarts!.
Wir danken dem Kollegen Schwarz, uns auf die richtige Spur gebracht zu haben! (DW)
Stuttgart 21: Neue Runde im Desaster
Anmerkungen zur erneuten Verschiebung der Eröffnung des neuen Bahnhofs, zur Kostensteigerung auf offiziell 14,5 Milliarden Euro und weiteren Tunneln
Von Klaus Gietinger
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1200724.bahnprojekt-stuttgart-stuttgart-neue-runde-im-desaster.html
16 AUS DEN DGB-GEWERKSCHAFTEN
Meldungen zu Kämpfen um Lohn und Tarife, um Erhalt der Arbeitsplätze (gegen Entlassungen, Betriebsschließungen, Outsourcing, Produktionsverlagerungen), um Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um die (wenigen) Arbeitsrechte und um Organisationsprobleme, sowie Meldungen zu Stellungsnahmen des DGB allgemein politischer Natur.
Dabei nicht vergessen: Kämpfe unter DGB-Fahnen und DGB-Parolen sind nicht bloß Aktionen des DGB, sondern in Wirklichkeit solche der KollegInnen und Belegschaften!
DGB: Hinnahme der „Reformen“
https://www.jungewelt.de/artikel/525337.alle-w%C3%BCnsche-erf%C3%BCllt.html
IGM: Proteste bei Mercedes-Benz
https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/mercedes-benz-ig-metall-ruft-zu-protest-gegen-sparkurs-auf/100237196.html
https://www.igmetall.de/politik-und-gesellschaft/beschaeftigte-der-autoindustrie-geben-warnung-ab
IGM: Wechsel im Vorstand
https://www.jungewelt.de/artikel/525327.ig-metall-wechsel-im-ig-metall-vorstand.html
DGB: Vorschläge zur Rentenreform
https://www.jungewelt.de/artikel/525003.dgb-rentenkommission-zaghafte-alternative.html
https://www.welt.de/wirtschaft/article6a3dee78113e90346dc4d3aa/rente-mit-63-erhalten-kein-hoeheres-rentenalter-dgb-liefert-gegenentwurf-zur-regierung.html
17 KRISENFOLGEN IM KAPITALISTISCHEN NIEDERGANG
Kurze Meldungen zu den Auswirkungen für die proletarische Bevölkerung.
Die globale Finanzkrise ab 2008 mit Auswirkungen auf die Realwirtschaft, wie dem Rückgang der Industrieproduktion wie im ersten Jahr der Weltwirtschaftskrise 1930 in Deutschland und den USA läßt sich als ökonomische Zeitenwende einordnen.
Das Jahr 2019 gilt als der Ausgangspunkt einer dramatischen weltweiten kapitalistischen Überproduktionskrise, in deren Gefolge sich wieder einmal (wie z.B. 1929) Inflation, Verarmung, Arbeitslosigkeit und Raubkriege zwischen den großen Wirtschaftsmonopolen und ihren Staaten verstärken.
Ein weiterer Krisenfaktor sind aktuell die weltweiten Zollerhöhungen durch Trump.
Die Fortsetzung der Großen Rezession bedroht zunehmend die Lebens- und Arbeitslage des Proletariats
VW will 100.000 Stellen abbauen!!
https://www.jungewelt.de/artikel/524987.krise-der-automobilindustrie-vw-keine-r%C3%BCcksicht-auf-arbeitspl%C3%A4tze.html
In der Industrie monatlich 15.000 Arbeitsplätze weniger
https://www.jungewelt.de/artikel/525245.industrie-monatlich-15-000-stellen-gek%C3%BCrzt.html
https://finanzmarktwelt.de/industrie-im-absturz-und-arbeiter-mit-deutlich-weniger-netto-vom-brutto-393712/?amp
Auch im Juni hohe Arbeitslosigkeit im Norden
https://www.ndr.de/nachrichten/info/arbeitsmarkt-im-norden-arbeitslosigkeit-sinkt-im-juni-nur-leicht,arbeitsmarktjuni-106.html
Immer weniger Festanstellungen
https://www.lebensmittelzeitung.net/handel/karriere/arbeitsmarkt-firmen-gehen-weg-von-festanstellungen-191709
Aus Not heraus: Zahl der arbeitenden Rentner hat sich verdoppelt
https://www.deutschlandfunk.de/arbeiten-trotz-ruhestand-warum-immer-mehr-rentner-weitermachen-100.html
18 Kubas Revolution von 1959 bis heute: Über bedeutende Errungenschaften und existenzielle Bedrohungen
Mit der Revolution von 1959 konnte sich Kuba vom Neokolonialismus befreien und zahlreiche fortschrittliche Reformen durchsetzen. Seit jeher ist das Land ein Brennpunkt imperialistischer Machtkämpfe – und die Errungenschaften sind aktuell gefährdeter als je zuvor. Lukas Mainzer zeichnet die Geschichte der kubanischen Revolution und ihrer Entwicklung bis heute nach.
Von Lukas Mainzer
https://gewerkschaftsforum.de/kubas-revolution-von-1959-bis-heute-ueber-bedeutende-errungenschaften-und-existenzielle-bedrohungen/#more-26938
19 ARTE Reportage – Westjordanland: Sie schießen auf Kinder
Im Schatten des Krieges in Gaza verschärfte sich auch die Lage im Westjordanland: Jedes Jahr sterben dort dutzende Kinder durch die Kugeln israelischer Soldaten und Polizisten. 2025 zählten Menschenrechtsorganisationen im Westjordanland 58 getötete Minderjährige, mehr als ein Kind pro Woche, das ist ein trauriger historischer Rekord.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich Schicksale und Namen wie Mohammed, Layla, Othman, Jad und am Boden zerstörte Familien, die nach jedem Todesfall die gleichen Versprechungen der israelischen Behörden hören: dass sie alles untersuchen werden, doch diese Untersuchungen verlaufen in den meisten Fällen im Sand.
Video 25 Minuten
https://www.arte.tv/de/videos/131395-000-A/westjordanland-sie-schiessen-auf-kinder/
20 Termine
Methfesselfest am 3. und 4. Juli
Aus dem Programm:
Freitag
ab 17.20 Podium „Nein zu Sanktionen – Hoch die internationale Solidarität mit Palästina und Kuba“. Mit AktivistInnen der Palästina-Solidarität und Cuba Si
19 Uhr 50: Krankenhäuser statt Kasernen! Militarismus im Gesundheitswesen. Gespräch mit Beschäftigten u. AktivistInnen aus dem Gesundheitsbereich
Samstag
14 Uhr 10: Staatsraison versus Meinungsfreiheit. Mit Bündnis gegen Berufsverbote, Schulstreikkomitee Kiel
14 Uhr 50: Redebeitrag von Atif
16 Uhr 30: Frieden braucht Klassenkampf. Mit Betriebs- u. Gewerkschaftsaktiven gegen Krieg
17 Uhr 20: Olivier David (Autor) über linke Gegenkultur und Medienarbeit
18 Uhr 05: Jugend gegen Krieg. Gemeinsam gegen Militarisierung, Wehrpflicht, Regelanfrage. Podium mit Aktiven vom Schulstreikkomitee Hamburg, SDAJ, OTFI und DGB-Jugend.
https://methfesselfest.de/2026-programm/
Einladung zum Sommerfest in Kirchdorf-Süd am Samstag den 4. Juli
Wann?: Samstag den 4. Juli von 14 bis 19 Uhr
Wo?: Marktplatz Kirchdorf-Süd (Bushaltestelle Kirchdorf-Süd)
Gemeinsam mit euch möchten wir einen schönen Nachmittag für die Nachbarschaft gestalten: mit Essen und Trinken, Spiele, Hüpfburg, Kindertattoos, Graffiti-Workshop, Musik und politischen Gesprächen und Beiträgen.
Musikalisch wird das Sommerfest von Daniel Kahn (Klezmer, Folk) und Lucille (Rap, Gesang) begleitet.
Politische Beiträge wird es von Cansu Özdemir (Bundestagsfraktion Die Linke), Kay Jäger (Bürgerschaftsfraktion Die Linke) und aus der Bezirksfraktion Hamburg-Mitte geben.
Das Fest soll ein Ort der Begegnung sein – für Nachbar*innen, Familien, Initiativen, Vereine und alle, die Wilhelmsburg solidarisch, lebendig und vielfältig mitgestalten oder einfach hier leben!
Natürlich ist alles umsonst & draußen!
Kommt vorbei, bringt Freundinnen, Nachbarinnen und Kolleg*innen mit – wir freuen uns auf euch!
Die Linke Hamburg-Mitte / Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft / Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
Ein kritischer Stadtrundgang. HafenCity: Verdrängte Geschichten aus der Kolonial- und NS-Zeit
Der Rundgang lädt dazu ein, die HafenCity aus neuen Perspektiven kennenzulernen sowie über Kontinuitäten der Ausgrenzung und problematischen Umgang mit Geschichte im öffentlichen Raum zu diskutieren.
Mit Hannimari Jokinen (Arbeitskreis Hamburg Postkolonial), Israel Kaunatjike (Ovaherero-Aktivist), Jan Kawlath (Historiker), Kodjo Valentin Gläser (Freier Journalist/Schwarzer Aktivist), Michaela Jašová und Marco Hosemann (Linksfraktion Hamburg). Mit freundlicher Unterstützung des Montreal Holocaust Museum.
Wann? Sonntag, 5. Juli 2026 um 14 Uhr, Dauer: 2-3 Stunden
Wo? Treffpunkt: Überseeallee, Ecke Grandeswerderstraße (U4 HafenCity Universität)
https://www.linksfraktion-hamburg.de/termine/ein-kritischer-stadtrundgang-hafencity-verdraengte-geschichten-aus-der-kolonial-und-ns-zeit/