DGB-Aufruf zum 26.9.: Kernige Sätze und nichts dahinter!

Von Alwin Altenwald

Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente
Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen zu einem bundesweiten Aktionstag am 26.9. auf.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Am 26. September finden in 15 Großstädten Kundgebungen statt. Gemeinsam setzen wir Gewerkschaften ein deutliches Zeichen für einen starken Sozialstaat, sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und den Schutz von Arbeitnehmerrechten.
Berlin, Bremen, Erfurt, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Hannover, Kiel, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Rostock, Saarbrücken, Stuttgart…
https://www.dgb.de/mitmachen/kampagnen/aktionstag-sozialstaat/
Ein kritischer Blick auf den Aufruf:
Kernige Sätze der DGB-Vorsitzenden Fahimi in dem Aufruf: „Wer jeden Tag arbeitet und den Wohlstand unseres Landes schafft, darf nicht zum Problem erklärt werden. Die Beschäftigten sind nicht verantwortlich für die Fehlentscheidungen in Politik und Wirtschaft der vergangenen Jahre“, mit denen sie jedem Lohnabhängigen aus dem Herzen spricht. Dann wird es allerdings verquer, wenn es im DGB-Aufruf heißt: „Politik und Arbeitgeber müssen den Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit den Wohlstand unseres Landes schaffen, vertrauen“. Ja, wenn nach der Sozialpartnerschaftsideologie der DGB-Gewerkschaften die Arbeit“nehmer“ den Regierenden und den Arbeit“gebern“ zu vertrauen haben, dann muß es umgekehrt doch auch so sein?! So die Mahnung des DGB.

Der DGB schreibt, daß „wir“ eine „Wachtumsagenda für Deutschland und Europa“ brauchen. Das ist typisch kapitalistische und imperialistische Ideologie. WIR brauchen nicht unbedingt Wachstum sondern die Herstellung von Produkten und Dienstleistungen für ein gutes Leben aller Beschäftigten und übrigen BürgerInnen.

Der DGB ist für Standortsicherung. In der Tat, in Deutschland passiert eine Entindustrialisierung, hauptsächlich hervorgerufen durch die Energieverteuerung durch Sprengung von Nordstream 2. Mit Auswirkungen hauptsächlich auf die Stahl- und Chemieindustrie. Warum haben die DGB-Gewerkschaften nicht gegen die Sprengung von Nordstream 2 protestiert? Warum übten sie Staatraison?

Im Aufruf macht sich der DGB auch Gedanken über die Rente, allerdings unpräzise und bescheiden. Warum fordert der DGB nicht einfach: „Rente wie in Österreich!Jetzt!“ Dort erhalten RentnerInnen ca. 500 Euro im Monat mehr und sind gegen Altersarmut geschützt.
https://www.seniorenaufstand.de/in-sachen-rente-steht-es-zwischen-oesterreich-deutschland-40/
Falls die Damen und Herren an der Spitze der DGB-Gewerkschaften sich mit der Argumentation von Rentenexperten wie vom Seniorenaufstand befassen würden und nicht von der auf der Seite der Kapitalseite und Regierung, würden sie sich auf Seite der Mitglieder und Beschäftigten stellen und deren Interessen vertreten! Aber als Sozialpartner, auf der Seite von Regierung und Kapital ist man beratungs- und informationsresistent.

Im Aufruf empört sich der DGB: „Wir haben mehr verdient als Misstrauen und Beschimpfungen!“ Wer „uns“ da beschimpft, wird verschwiegen. Ist es die Regierung, sind es die Kapitalisten oder nur ein paar Medien? Die Empörung ist eine Show von Regierung, Medien und DGB-Vorständen.

In einem Aufruf dieser Art wird dann der Elefant im Raum nicht erwähnt, der Zusammenhang zwischen Sozialkürzungen und Aufrüstung. Da die DGB-Gewerkschaften auf der Gegenseite, Kapital und Staat stehen, ziehen sie sich aus der Affäre, indem sie Kanonen  u n d  Butter fordern.

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