Ihre Minderheitsposition in der IG Metall und welche Gefahren ihr vom Bundesvorstand drohen
Von Alwin Altenwald
Sie sagt in ihrem Interview bei sozonline https://www.sozonline.de/2026/08/den-frieden-gewinnen-nicht-den-krieg/
Eine klare Position von Ulrike Eifler! Gerichtet gegen Mehrheiten in der IGM. Aber sie hat die Rückendeckung aus ihrer Geschäftsstelle und aus wichtigen Betrieben, wie sie es beschreibt. Das ist erfreulich und wir hoffen, daß das so bleibt!
In dem Interview sagt die Kollegin Eifler: „Die Aufrüstung aber ist eine umgekehrte Konversion“. Und sie stellt sich auf die Seite der KollegInnen, die eine wirkliche Konversion anstreben. Damit stehen sich zwei Konzeptionen konträr gegenüber!
Der Hauptvorstand der IG Metall ist für die „umgekehrte Konversion!“.
Was grundsätzlich zu befürchten ist – aus historischer Erfahrung aus der Zeit seit 1945: Auch Ulrike Eifler und Anhängern droht der Rausschmiß aus der DGB-Gewerkschaft wie vielen KollegInnen und Gewerkschaftsgruppen!
Wie Viktor Agartz, Marxist und Vorstandsmitgliede im DGB und der SPD, gegen den1956 von Adenauer ein Landes- und Hochverratsprozeß angestrengt wurde, den er zwar gewann, aber politisch kalt gestellt war und aus Gewerkschaft und SPD ausgeschlossen wurde.
https://www.rosalux.de/news/id/53225/juenke-hrsg-viktor-agartz-oder-ein-leben-fuer-und-wider-die-wirtschaftsdemokratie
Wie Ortsgruppen der Gewerkschaft BSE (Bau, Steine, Erden).
Der damalige Vorsitzende der BSE, Georg Leber (später „Verteidigungs“minister der BRD) prahlt in seinem Buch „Vom Frieden“ damit, wie er mehre Ortsverbände ausschloß!
Siehe Buch: Vom Frieden. Seewald Verlag, Stuttgart 1979
Wie Ferdinand Patschkowsky, Leiter der Geschäftsstelle Hann.-Münden von der IG Chemie
https://www.spiegel.de/wirtschaft/verdeckte-kanaele-a-7c650a7c-0002-0001-0000-000040351527
Wie der Landesverband der Westberliner GEW durch den Bundesvorstand der GEW!
Siehe: Rotbuch zu den Gewerkschaftsausschlüssen – mit Gutachten zum Russel-Tribunal, Hamburg 1978. Seite 617 „Zum ersten Mal in der Geschichte des DGB wurde ein ganzer Landesverband mit 13.000 Mitgliedern ausgeschlossen“.
Wie beim Massenausschluß 1974 in der Hamburger IG Druck und Papier (Vorläufer von verdi), als kritische junge AktivistInnen aus K-Gruppen sich anläßlich einer Tarifrunde zu einem Treffen in einer Kneipe getroffen hatten.
Siehe: Rotbuch zu den Gewerkschaftsausschlüssen – mit Gutachten zum Russel-Tribunal, Hamburg 1978. Seite 454
Usw, usw!!
Diese Gefahr droht der Kollegin Eifler und ihren Unterstützer zur Zeit nicht! Denn das würde zu einer fulminanten Diskussion in der gesamten IG Metall (und darüber hinaus in anderen Gewerkschaften und in der Gesellschaft!) führen, kein Gremien würde davon unberührt bleiben. Und das würde aktuell zu einer Stärkung, zu einem Zulauf und zu einer Organisierung gegen den Vorstand führen. Aber dieser Lage dürften sich Ulrike Eifler und ihr Kreis bewußt sein! (DW)