Von: gerwingoldstein@freenet.de <gerwingoldstein@freenet.de>
Gesendet: Mittwoch, 26. August 2026 01:09
An: Vorstand, Vorstand <vorstand@igmetall.de>
Betreff: Reaktionen Interview von Kollegin Benner im HandelsblattMoin aus Bremen
Mit Entsetzen haben wir das 3er Gesprächs Interview im Handelsblatt gelesen. Im Anhang könnt ihr unsere Meinung dazu erfahren. Ich bin seit 1972 IG Metall Mitglied und habe bei der AG Weser Schiffswerft meine ersten Streikerfahrungen als Azubi genossen, die mich auch politisch geformt haben. Dann bis zur Rente 42 Jahre bei Mercedes Benz in Bremen davon die letzten 12 Jahre Betriebsrat. Meine politische Meinung und die der Unterstützer, Mercedes- und VW- Kollegen zu deinen Äußerungen im Artikel, sind im Anhang zu lesen
Mit politischen Grüßen
Gerwin Goldstein (früher Betriebsrat bei Daimler in Bremen)
Bremen, den 23.8.2026
Offener Brief an den Vorstand der IG Metall
Betrifft: Gastkommentar im Handelsblatt vom 29.06.2026
Kolleginnen und Kollegen Benner, Kerner, Boguslawski, Reinstädter, Arenz
Mit Entsetzen haben wir im Handelsblatt den Gastkommentar von der IG Metall Vorsitzenden Benner, zusammen mit dem BDI Präsidenten Leibinger und den IGBCE Vorsitzenden Vassilliadis,lesen müssen.
Während die Autokonzerne uns Arbeitern den Krieg erklären, biedert sich Frau Benner dem BDI Präsidenten an, indem sie unter anderen erklärt: „Notwendig ist jetzt eine Haltungsänderung im Land. Wir müssen mehr wollen und leisten“.
Doch für Zugeständnisse und nicht geführte Streiks seitens der Gewerkschaften halten die Kapitalisten nur weitere Kriegserklärungen für uns bereit: Massenentlassungen, unbezahlte Arbeitszeiterhöhung, Kürzungen und Abschaffung von Sonderzahlungen, Schließungen von Standorten oder Umstellung auf Kriegsproduktion.
Wir werden es nicht zulassen, das die Fabrikherren auf Waffenproduktion umstellen, denn wir Arbeiter leisten keine Arbeit für unseren Tod und den unserer Arbeiterbrüder. Keine Stunde für Kriegsproduktion, denn sie erhält nicht unseren Arbeitsplatz, sie schafft nur unbezahlte Zwangsarbeit.
Unsere Gewerkschaft braucht keine größere Nähe zu den Vorstandsetagen und Unternehmerverbänden, sondern sie braucht wieder eine starke Verankerung innerhalb der Belegschaften
Darum müssen wir handeln. Handeln heißt:
Die Arbeit niederlegen, bis die Raubpakte der Fabrikherren und ihrer Kriegsregierung vom Tisch sind!
Diesen Offenen Brief unterstützen Betriebsräte, Vertrauensleute und IG Metall Mitglieder aus den Mercedes Werk Bremen und aus den VW Werk Baunatal
Antwort vom Vorstand der IG Metall:
Von: andreas.schliessmann@igmetall.de
Gesendet: 02.09.26, 11:11:33
An: gerwingoldstein@freenet.de
Betreff: AW: Reaktionen Interview von Kollegin Benner im Handelsblatt
Lieber Kollege Goldstein,
im Auftrag der geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der IG Metall möchte ich Dir für Deine Zuschrift danken.
Die deutliche Kritik an dem Gastbeitrag und die klare Positionierung zeigen, wie engagiert Du und Deine Kolleginnen und Kollegen euch für die Interessen der Beschäftigten und für die IG Metall einsetzt. Das ist wichtig und Ausdruck einer lebendigen Gewerkschaft, in der um den richtigen Weg gerungen wird.
Kein Zweifel: Die Angriffe der Arbeitgeber und aus Teilen der Politik auf Arbeitsplätze, Standorte, Tarifstandards und soziale Errungenschaften erfordern eine entschlossene Antwort. Die Beschäftigten dürfen nicht für Fehlentscheidungen des Managements oder politische Versäumnisse bezahlen. Deshalb stellt sich die IG Metall bundesweit gegen Arbeitsplatzabbau, Standortschließungen, Arbeitszeitverlängerungen und den Abbau der Mitbestimmung.
Der gemeinsame Gastkommentar im Handelsblatt bedeutet in dem Zusammenhang keine Annäherung an Arbeitgeberinteressen und auch kein Abrücken von gewerkschaftlichen Grundsätzen. Die IG Metall hat stets selbstbewusst und eigenständig gehandelt, wenn es um die Interessen der Beschäftigten ging. Dazu konnte und kann es auch gehören, in einzelnen Fragen gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Akteuren Forderungen an die Politik zu richten, wenn dies Industrie, Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland stärkt. Entscheidend bleibt dabei immer der Maßstab guter Arbeit, sicherer Arbeitsplätze und zukunftsfähiger Standorte.
In den kommenden Wochen kommt es vor allem darauf an, diese gemeinsamen Interessen sichtbar zu machen. Mit dem bundesweiten Aktionstag in der Automobil- und Zulieferindustrie am 21. September und den Protesten gegen Sozialabbau am 26. September stehen zwei wichtige Gelegenheiten bevor, Druck für Investitionen, sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und einen starken Sozialstaat aufzubauen. Es wäre ein starkes Signal, wenn Du und Deine Kolleginnen und Kollegen euch an beiden Aktionstagen beteiligt und so dazu beitragt, die Stimme der Beschäftigten hörbar zu machen.
Vielen Dank für Dein Engagement, Deine kritische Stimme und Deine Verbundenheit mit der IG Metall.
Mit solidarischen Grüßen
Andreas Schließmann
IG Metall Vorstandsverwaltung
Büro der geschäftsführenden Vorstandsmitglieder
Wilhelm-Leuschner-Str. 79 | 60329 Frankfurt am Main
andreas.schliessmann@igmetall.de
www.igmetall.de