250 Kolleginnen und Kollegen beim Automobilarbeiter-Aktionstag in Hamburg

Trotz Druck und Drohungen: Ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Zukunft
Am Montag, den 21. September 2026, fand auch vor dem Mercedes Werk Hamburg der bundesweite Automobilarbeiter-Aktionstag statt. Geplant war die Aktion von 09:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Doch schon im Vorfeld wurde deutlich, dass der Arbeitgeber alles daransetzte, die Beteiligung zu minimieren.
In den Abteilungen wurden die Kolleginnen und Kollegen der Frühschicht von ihren Vorgesetzten zu Gesprächsrunden gerufen. Ihnen wurde mitgeteilt, dass es sich hierbei nicht um Warnstreikaktionen handele, da wir uns in der Friedenspflicht befinden. Eine Teilnahme sei daher formal ein unerlaubtes Entfernen vom Arbeitsplatz. In zumindest einem Bereich wurde nach unserer Kenntnis sogar mit Abmahnung gedroht. Diese Ansage zeigte durchaus Wirkung: Einige Kolleginnen und Kollegen trauten sich nicht, nach draußen zu gehen. Hier wäre mehr inhaltliche und moralische Unterstützung durch unseren Vertrauenskörper (VK) nötig gewesen.

Dennoch: Rund 250 Kolleginnen und Kollegen nahmen am Aktionstag teil und setzten ein deutliches Zeichen. Die Redebeiträge eröffnete Benjamin Hübner von der IG Metall. Er blickte auf die schwierige Situation in der Automobilindustrie und machte unmissverständlich klar, dass die Fehlentscheidungen des Mercedes-Vorstandes nicht auf die Kolleginnen und Kollegen abgewälzt werden dürfen.
Anschließend sprach unser BR-Vorsitzender Giorgio Russo. Er forderte notwendige Investitionen auch an den deutschen Standorten – und nicht nur in Osteuropa. Unser VK-Leiter Benjamin Rühle beschwor den Zusammenhalt unter allen Kolleginnen und Kollegen branchenweit. Der Leiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, stellte unmissverständlich klar: Die 35-Stundenwoche ist nicht verhandelbar.

Die anschließenden Gastredebeiträge eröffnete Marie von den Hafenarbeitern der HHLA. Sie entschuldigte sich dafür, dass so wenige ihrer Kolleginnen und Kollegen anwesend waren – diese befinden sich derzeit in der Urabstimmung zum Streik. „Sie sind aber in Gedanken solidarisch bei euch“, betonte sie. Marie machte deutlich: Die Zeit ist reif für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, denn nur das sichert unser aller Arbeitsplätze.
Danach sprach Christian von Airbus ein Grußwort seiner Kolleginnen und Kollegen. Er meinte: „Es ist Zeit für Streik – und wir brauchen unbedingt ein allseitiges gesetzliches Streikrecht.“
Gegen 10:30 Uhr endete der Aktionstag mit einem musikalischen Beitrag vorzeitig. Alle Kolleginnen und Kollegen gingen zurück in ihre Abteilungen, um weiterzuarbeiten.
Der Aktionstag hat gezeigt: Trotz sogenannter Friedenspflicht, Druck und Drohungen lassen sich die Beschäftigten nicht einschüchtern. Der Zusammenhalt ist da – aber er muss auch von unseren betrieblichen Vertretungen noch stärker gestützt werden. Klar ist: Die Zukunft der Automobilindustrie wird nicht durch Standortverlagerungen und Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Beschäftigten gesichert, sondern durch Investitionen, gute Arbeit und den gemeinsamen Einsatz für sichere Arbeitsplätze.

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