Einladung zum 250. Jour Fixe am 03.06.2026 um 18:30 Uhr
Vom Protest zum Widerstand – Über Chancen, Risiken und die Notwendigkeit der Organisierung einer gewerkschaftlichen Opposition
Mit Andreas Buderus
Mitinitiator von ´Sagt NEIN! Gewerkschafter*innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden´, Sozialarbeiter, seit 40 Jahren Gewerkschaftsaktivist (ötv/ver.di)
Imperialistischer Krieg, Klimakollaps, Erdüberlastung, Kriegsertüchtigung, Aufrüstung, Militarisierung, Standortlogik, Reallohnverlust, Sozialkahlschlag autoritäre Zuspitzung und Faschisierung verändern nicht nur die Gesellschaft — sondern auch die Gewerkschaften selbst.
Führende haupt- wie ehrenamtliche Gewerkschaftsfunktionär*innen sprechen mittlerweile offen und öffentlich über ´Rüstungsproduktion als industriepolitische Perspektive´; fordern diese sogar von den Konzernbossen und ihrer Kriegsregierung ein, wie zum Beispiel Jürgen Kerner, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Metall und Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei VW.
Gleichzeitig erleben viele Kolleg*innen, wie betriebliche Gegenwehr, Streikfähigkeit und Streikbereitschaft und gewerkschaftliche Konfliktorientierung immer weiter zurückgedrängt werden.
Doch was folgt daraus?
- Warum reicht Protest längst nicht mehr aus?
- Wie wird aus Unzufriedenheit organisierte Gegenmacht?
- Wie kann aus vorhandenem Protest wirksamer Widerstand entstehen?
- Wie lassen sich gewerkschaftliche Handlungsfähigkeit und politische Eigenständigkeit zurückgewinnen?
- Und wie kann das geschehen, ohne in folgenlose Szenepolitik, sektiererische Abspaltung oder symbolische Radikalität abzugleiten?
Kriegsertüchtigung, Sozialabbau, Militarisierung und autoritäre Zuspitzung verändern längst auch die Gewerkschaften selbst.
Wie entsteht unter diesen Bedingungen wieder organisierte Gegenmacht?
Ausgangspunkt des Abends ist eine kontroverse strategische Debatte über „Burgfrieden“, Sozialpartnerschaft, Kriegspolitik und die Frage nach einer erneuerten gewerkschaftlichen Opposition.
Diskutiert werden unter anderem:
- die Gefahr gewerkschaftlicher Integration in die Logik und politische Ökonomie der Kriegsvorbereitung,
- die Verbindung von Tarif- und Friedenspolitik,
- die Einschränkung gewerkschaftlicher Kampfmittel,
- der politische Streik,
- die Rolle betrieblicher Aktivist*innen,
- sowie die Frage, wie wir die zunehmende Faschisierung (auch in den Betrieben) wirksam bekämpfen können.
Eingeladen sind insbesondere:
gewerkschaftliche Basisaktivist*innen, Vertrauensleute, Betriebsrät*innen, Antifaschist*innen sowie antiautoritäre und undogmatische Linke.