JFI 41-2017 ++ EINLADUNG ZUM 156. JOUR FIXE mit Wolfgang Schaumberg (Bochum) am Mittwoch, 01.11.2017 um 18 Uhr 30 im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15 (Hofdurchgang)

KLASSENKAMPF VON OBEN!!
WAS SETZEN WIR DAGEGEN?

Vorweg in der aktuellen halben Stunde:

Bericht von Manfred Klingele über die Situation in Griechenland. Manfred ist Mit-Organisator des Basis-Austauschs von KollegInnen aus dem deutschsprachigen Raum nach Griechenland. Seit 2012. Es war jetzt die siebte Basis-Delegation nach Griechenland.

Dann: Referat und Diskussion mit Wolfgang Schaumberg, GoG/früher Betriebsrat bei Opel Bochum

Der Kollege Schaumberg arbeitete über 30 Jahre bei Opel Bochum und war Mitbegründer der Betriebsgruppe GoG (Gewerkschafter ohne Grenzen)

Die Zeitschrift expreß, bei der in der Ausgabe 9/2017 ein grundlegender Text von ihm erscheint, schreibt:
„Anlass für das Papier von Wolfgang Schaumberg ist seine Beobachtung, dass gerade bei jungen Linken das Interesse an der Masse der den Reichtum und die Macht der Kapitalistenklasse in den Großbetrieben produzierenden Menschen und an ihrem Verhältnis zur Gewerkschaft relativ gering ist. Entsprechend wenig ernst genommen werde die ideologische Beeinflussung im Betriebsalltag durch Theorie und Praxis vieler »Interessenvertreter«. Das Papier will die Diskussion anregen und dazu auffordern, systematisch auf einzelne Belegschaften zuzugehen und Vernetzung zu suchen. Das erfordert zwar langen Atem. Ohne den aber bleibt die erträumte Revolution in allen Ewigkeiten ein Traum…“

Der Kollege Schaumberg schreibt:
„Ohne dass immer mehr Menschen gegen Verschlechterungen ihrer Arbeits- und Lebenssituation und für sinnvolle Reformen auf die Straße gehen, haben revolutionäre Linke keine Chance, die notwendige Debatte über die Systembedingtheit beklagter Entwicklungen sowie über die Möglichkeit einer anderen Gesellschaft wirksam unter die Leute zu bringen. Das ist nicht diskutierbar mit denjenigen – zumeist bildungsprivilegierten – Linken, die sich beim Weltinterpretieren im linksintellektuellen Selbstbefriedigungsmilieu wohlfühlen und die dann eines Tages mit dem guten Gefühl, Recht gehabt zu haben, das Zeitliche segnen.

Zu unterstützen sind deshalb all die Linken, die sich zum Beispiel in ihren Stadtvierteln, in den noch verbliebenen Betriebsgruppen, in Mieter- oder vielerlei anderen Initiativen mit den Leuten zusammentun, Gegenwehr organisieren oder ein anderes Zusammenleben und -arbeiten einüben.

Als revolutionäre Linke müssen wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, nach wie vor nur eine kleine Minderheit zu sein, müssen unsere Schwächen einkreisen und über zukunftsträchtige Vorschläge solidarisch streiten“.

Kollege Schaumberg geht dabei auf seine über 30 Jahre praktischen Erfahrungen bei Opel Bochum ein.

Wir wollen mit ihm die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Organisierung von Widerstand gegen „den Klassenkampf von oben“ in allen Branchen der Wirtschaft, an allen Arbeitsplätzen  erörtern.

Und dabei die Erfahrungen und Erkenntnisse mit einbeziehen, die wir mit unserem Projekt „Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg“ seit 2005 gemacht haben!

Wir sind sicher, daß es ein spannender und erkenntnisreicher Abend wird!

Zur Vorbereitung auf den Abend weisen wir auf folgenden Text von Wolfgang Schaumberg hin:
Schaumberg, Wolfgang (2006): »Eine andere Welt ist vorstellbar? Schritte zur konkreten Vision, oder: Zur Aufgabe von postkapitalistisch orientierten Linken am Beispiel des Kampfes in Auto-Multis«, Reihe Ränkeschmiede, Nr. 16, online unter: www.labournet.de/diskussion/arbeit/prekaer/anderewelt.pdf

Und weiterhin auf den Artikel von Werner Seppmann:
Wie steht es mit dem Klassenbewusstsein der Lohnabhängigen? Widerspruchserfahrungen und Gesellschaftsbilder im Kapitalismus
https://www.jungewelt.de/artikel/319981.an-und-f%C3%BCr-sich.html

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