Veranstaltungsarchiv

Jour Fixe 229

Datum: 09/10/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, (bei Atif, Hinterhof). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
Buchtitel

Einladung zum 229. Jour Fixe am 09.10.2024 um 18 Uhr 30


Nicht nur weltweite militärische sondern auch wirtschaftliche Aggressionen der USA seit über 100 Jahren – bis HEUTE!

 

Mit Werner Rügemer, Brigitte und Wolfgang von Cuba Si und Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba

Berichte von Brigitte und Wolfgang zur Strangulation (Krieg und Boykott) Kubas durch die USA seit 64 Jahren!

Vorher in der „aktuellen halben Stunde“: Statement von Nosrat T. zur Politik des islamischen Regimes gegenüber Israel. Die Gründe, warum es keinen großen Krieg gegen Israel riskiert!

 

Werner Rügemer:
Mit dem Marshall-Plan sollte den kriegsgeschädigten (west)europäischen Staaten beim „Wiederaufbau“ geholfen werden. Die „Hilfe“ galt aber vor allem dem Verkauf von US-Waren, auch von Hollywood-Filmen und der Gründung von Filialen US-amerikanischer Banken, Unternehmen und Beratungsfirmen wie McKinsey – begleitet von der Mitgliedschaft der BRD und der westlichen europäischen Staaten in der NATO, noch verstärkt durch den Betrieb von US-Militärstützpunkten.

Begleitet war das auch mit der „Amerikanisierung“ der Arbeitsverhältnisse, zuerst mithilfe der Vorreiter McDonalds und UPS, dann durch die Dominanz der US-Berater in der Treuhand-Anstalt, dann durch die vier Hartz-Gesetze und durch Rentenprivatisierung in Deutschland – was auch in anderen EU-Staaten übernommen wurde.

Bei der „Osterweiterung“ nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten galt immer zuerst der Zwang zur Mitgliedschaft in der NATO, dann erst in der EU – ohne Ausnahme. Diese Priorität ließ die Staaten verarmen, Millionen Einwohner wurden zu Arbeitsmigranten.

Der Zangengriff galt auch etwa in der Ukraine: Philip Morris, Monsanto und die US-Agrobusiness-Konzerne investierten, bis jetzt gilt in der Ukraine der gesetzliche Mindestlohn von 1.21 Euro. US-Berater organisierten Wahlen, US-Stiftungen vergaben Stipendien an Politiker und Journalisten, US-Militär machte gemeinsame Manöver mit dem ukrainischen Militär und stellte Berater.

 

Brigitte und Wolfgang:
Geschichte der Blockade und die Folgen für das Leben auf Kuba.
Wie hat Kuba diesem Druck 65 Jahre standgehalten und wie sind die Zukunftsperspektiven des kubanischen Sozialismus unter diesen Bedingungen?

 

Jour Fixe 228

Datum: 04/09/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, (bei Atif, Hinterhof). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
Solidarisch Gröpelingen
Solidarisch Gröpelingen

Einladung zum 228. Jour Fixe am 04.09.2024 um 18 Uhr 30

Erfolgreiche Stadtteilarbeit in Bremen-Gröpelingen

KollegInnen der Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen berichten
Organisierung von Arbeiter*innen mit und ohne bezahlte Arbeit

 

Die Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen gibt es seit 2016. Sie ging damals hervor aus Diskussionen um die Frage, wie linke Politik und Organisierung stärker mit dem Alltag von Menschen verbunden werden kann, die unter prekären Arbeits- und Lebensbedingungen leben. Unter dem Motto „revolutionäre Stadtteilbasisarbeit“ begannen sich damals bundesweit einige Gruppen in Stadtteilen zu organisieren. So auch die Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen. Anfangs organisierte die Stadtteilgewerkschaft offene Treffen, zu denen sie Bewohner*innen aus Gröpelingen, einem armen Stadtteil in Bremen, einlud um über die existierenden Problemlagen zu sprechen. Erklärtes Ziel war es, die Möglichkeit gemeinsamer Kämpfe auszuloten, Bewohner*innen zusammen zu bringen und über die Erfahrung gemeinsamer Solidarität und Kämpfe auch eine Politisierung zu ermöglichen. Über einige Jahre entstand so das Mietkampfkomitee, in dem sich vor allem Mieter*innen von vonovia organisierten um sich gegen Abzocke bei den Betriebskosten kollektiv zu wehren. Zudem gab es Versuche, einen Treffpunkt für Leiharbeiter*innen jenseits des Arbeitsplatzes aufzubauen, wofür die Stadtteilgewerkschaft vor den Logistikbetrieben Flyer verteilte. In dem angemieteten Raum wurden darüber hinaus soziale, kulturelle und politische Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert.

Anfang 2020 – kurz vor Corona – wurde allerdings deutlich, dass der bisherige Ansatz nicht dazu führte, dass sich Bewohner*innen aus dem Stadtteil über vereinzelte Treffen hinaus kontinuierlicher miteinander organisieren, Kämpfe führen und daraus auch politisches Bewusstsein entwickeln. Die Mietkämpfe stagnierten und die Mieter*innen gingen eher zu Mietervereinen oder Rechtsanwälten und auch der Versuch einen Fuß in die Leiharbeitsbranche zu kriegen, scheiterte. Nach vier Jahren bestand die Stadtteilgewerkschaft aus mehr oder weniger denselben AktivistInnen, die sich anfangs zusammen gefunden hatten und nicht aus Menschen aus dem Stadtteil.

Das bewog die Stadtteilgewerkschaft dazu, ihre bisherige Praxis radikal zu überdenken, sich mit anderen Basisbewegungen und deren Herangehensweisen auseinander zu setzen und einen neuen Ansatz zu entwickeln. Diesen bezeichnet die Stadtteilgewerkschaft als Beratungs-Organisierungs-Ansatz: (BOA) ihr Ausgangspunkt ist eine individuelle Beratung bei Problemen auf der Arbeit oder Behörden oder Vermieter*innen. Die Beratung verbindet die Stadtteilgewerkschaft mit einer Organisierung, regelmäßigen Versammlungen und Kämpfen sowie niedrigschwelliger politischer Bildung. Eine Mitgliedschaft verbindet die Beratung mit einer Organisierung.

Durch den neuen Ansatz hat sich viel verändert und es ist eine neue Dynamik entstanden. Die Stadtteilgewerkschaft umfasst inzwischen ca 140 Mitglieder, die unterschiedlich aktiv sind. Auf den Vollversammlungen finden sich zwischen 30 und 70 Mitglieder ein und es gelang, Kundgebungen vor dem Jobcenter durchzuführen, die hauptsächlich von Mitgliedern getragen wurden, die noch nie vorher auf der Straße waren.

Der Erfolg der Stadtteilgewerkschaft führt dazu, dass sich der Ansatz bundesweit verbreitet. In immer mehr Städten beginnen Gruppen mit dem Aufbau von Stadtteilgewerkschaften nach dem BOA Ansatz, so auch in Hamburg. Auch in Bremen soll demnächst ein zweites Standbein in einem weiteren Stadtteil eröffnet werden. Erklärtes Ziel ist es, die einzelnen Basisorganisationen perspektivisch zu einer organisierten sozialen Bewegung zusammen zu bringen.

Was das genau bedeutet, wie der Alltag aussieht, was die Herausforderungen, Begrenzungen und Erfolge sind, darüber werden Mitglieder der Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen berichten.

www.solidarisch-in-groepelingen.de

 

Jour Fixe 227 – Draußen-Jour Fixe

Datum: 07/08/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Treffpunkt um 18 Uhr 30, S-Bahnhof Wilhelmsburg, auf der Brücke über den Bahnanlagen vor der Umweltbehörde (das bunte Monster). Bitte seid pünktlich.

Stadtteilrundgang in Wilhelmsburg: Vom Raum für den Rest (*) zur Lieblings-Schatzinsel der Investoren?

Oder: Die Inwertsetzung eines großartigen Potenzials.  
Oder: Eine angeordnete Aufwertung.
Oder: Die innere Kolonie.

Rundgang mit Dipl.-Biol. Andromeda v. Prondzinski (Ein Eingeborener und Angehöriger eines untergegangenen Völkchens erzählt von damals und heute…)

 

Vor diesem Behörden-Monsterbau war hier ein Biotop mit Wiesen, Büschen, Teichen, mit vielen Vogelarten
Vor diesem Behörden-Monsterbau war hier ein Biotop mit Wiesen, Büschen, Teichen, mit vielen Vogelarten

Wie auch immer: Bei einem gemütlichen Spaziergang durch einen kleinen Teil Wilhelmsburgs (die Insel ist groß) können wir uns vor Augen führen, welche „Lösungen“ die unternehmerische Stadt für einen „Problemstadtteil“ bereithält, was das gemeine Volk davon hat.

Und was aus der „Inwertsetzung“ Wilhelmsburgs geworden ist.

Thematisch breit und hoffentlich interaktiv sollte unterwegs keine Langeweile aufkommen.

Wie bei jedem Draußen Jour Fixe: Anschließend Einkehr in einer Gaststätte mit Zeit zum Klönen.

(*) Wilhelmsburg steht tatsächlich für den Rest der Gesellschaft: Müllkippe, Kraftwerke, Autobahnen, ärmste Bevölkerung usw.

Und Wilhelmsburg steht für „die innere Kolonie“, der man alles zumuten kann, was anderswo nicht durchsetzbar ist.

 

Jour Fixe 226

Datum: 03/07/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, (bei Atif, Hinterhof). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
Streik der HHLA-KollegInnen am 06.11.23
Streik der HHLA-KollegInnen am 06.11.23

Einladung zum 226. Jour Fixe am 03.07.2024 um 18 Uhr 30

Der Deal des Senats mit MSC: Nach Protest und wildem Streik – wie ist der aktuelle Stand?

Jour Fixe mit Dr. Jürgen Bönig, Technikhistoriker, Sonja Petersen, BR bei HHLA und Gerd Müller (ehemals BR und 38 Jahre bei der HHLA)

 

Nachdem es zum Ende des vergangenen Jahres Proteste und einen wilden Streik gegeben hat wegen des Vorhabens des Senats, 49,9% der HHLA an MSC zu verkaufen, der größten Reederei der Welt, die sich im Besitz der Familie Aponte befindet, wurde seit Frühjahr 2024 über einen Beschluss der Bürgerschaft beraten.

Die Beschlussfassung der Bürgerschaft über den Verkauf der Verfügung über drei von vier Containerterminals Hamburgs ist durch die öffentliche Kritik von allen Seiten ins Stocken gekommen.

Auf zwei Expertenanhörungen durch Ausschüsse der Bürgerschaft haben sich die Mehrheit der Befragten deutlich gegen dieses Vorhaben als einen ´historischen Fehler´ ausgesprochen.

Am 20.06.24 gab es durch Wahrnehmung des Minderheitenrechtes der Linken und der CDU eine erneute öffentliche Anhörung.

Nach und nach werden Dokumente, immer noch stark geschwärzt, freigegeben, die die Behauptungen des Senates widerlegen.. Die Aussage des Senates, die Stadt habe mit 50,1% der Anteile einen bestimmenden Einfluss ist definitiv falsch.

Alles wesentlichen Entscheidungen wie Investitionsplan, Finanzplan und Ausrichtung der Geschäftspolitik müssen einvernehmlich sein, bedürfen also der Zustimmung von MSC.

Bis heute liegen die Verträge zum Verkauf der HHLA an eine private Reederei nicht vollständig der Öffentlichkeit und noch nicht einmal den Bürgerschaftsabgeordneten vor.

Auch die augenblicklich laufenden Tarifverhandlungen sind von diesem geplanten Ausverkauf des Hamburger Hafens überschattet. Bereits jetzt hat MSC mit der Kündigung eines Betriebsrates einer ihrer Firmen gezeigt, welches Vorgehen von der Reederei gegenüber den Beschäftigten bei der HHLA zu erwarten ist.

Aber der Senat scheint wild entschlossen zu sein, dieses Geschäft mit allen Mitteln durchzuziehen und strebt trotz Widerstandes in den eigenen Reihen die Verabschiedung der Drucksache auf der letzten Sitzung der Bürgerschaft vor der Sommerpause, am 10.07.2024. an.

Über den Stand der Dinge, die Rolle des Senats bei dem geplanten Verkauf der HHLA, der Gewerkschaft Verdi dabei, den Betriebsräten und der Stimmung in den Belegschaften werden die ReferentInnen uns bei diesem Jour Fixe berichten.

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme bei diesem Thema, das nicht nur die Beschäftigten im Hafen berührt., denn das Ergebnis würde sein, dass die Stadt Hamburg fast jeden Einfluss auf die Hafenpolitik verliert, mit Folgen für alle HamburgerInnen.

Wir wollen diskutieren,wie die Privatisierung der HHLA noch verhindert werden kann!

 

Als Hintergrund-Info:
Auf der ver.di-Kundgebung der Hafen-Kolleg/innen auf dem Rathausmarkt am 11.11.2023 hat der Technik-Historiker Jürgen Bönig eine sehr fundierte und vielbeachtete Rede zu den Hintergründen des HHLA-MSC-Deals und der berechtigten Kritik an diesem Deal gehalten.
https://www.sozonline.de/2023/11/die-interessen-von-msc-sind-nicht-die-interessen-der-stadt-hamburg-und-ihres-hafens/

Aktuell: Anhörung über MSC-Einstieg im Hamburger Hafen am 20.06.2024 – 2:42 Minunten
https://mediandr-a.akamaihd.net/progressive/2024/0620/TV-20240620-1931-2311.hd.mp4

 

ViSdP: Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg

 

Jour Fixe 225

Datum: 05/06/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, ( bei Atif, Hinterhof ). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
Volker-Braeutigam-Friedhelm-Klinkhammer
Volker-Braeutigam & Friedhelm Klinkhammer

Einladung zum 225. Jour Fixe mit Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer

am Mittwoch, 05. Juni um 18 Uhr 30


„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist am Ende. Aber ein Ende ist nicht in Sicht“

Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, früher NDR Hamburg: Kritik am Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk

Das Thema des Jour Fixe ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der als wesentlicher Teil der Medien zunehmend in die Kritik gerät. Unsere dazu eingeladenen Referenten, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer waren jahrzehntelang beim NDR in unterschiedlichen Funktionen tätig und sind Verfasser des Buches:
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist am Ende. Aber ein Ende ist nicht in Sicht“

Sie werden über ihre Erfahrungen und das „Innenleben“ dieses ARD-Senders und ihre zahlreichen Programmbeschwerden, die sie in den vergangenen Jahren beim Rundfunkrat eingereicht haben, berichten.

Zu dem Buch heißt es im Klappentext:
„Es war einmal … In seinen Anfangsjahren genoss der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der jungen Bundesrepublik Deutschland beträchtliches Ansehen. Galt er damals noch als elementar für die freie und unabhängige Meinungsbildung einer demokratischen Gesellschaft und ging seiner Aufgabe ´öffentlichkeitswirksame Kontrolle der Politik´ tatsächlich einigermaßen überzeugend nach, so kann davon heute keine Rede mehr sein.
Er betreibt inzwischen weitgehend Beeinflussung im Interesse der politischen ´Eliten´. Sein Nachrichtenangebot ist nicht mehr kritisch-distanziert, sondern anbiedernd konformistisch.
Es ist durchsetzt von Meinungsmache, einer trügerischen Mixtur aus Halbwahrheiten, Weglassung und Schönfärberei bis hin zur Falschdarstellung.
Der Bruch mit den „anerkannten journalistischen Grundsätzen“ (wie sie der Medienstaatsvertrag fordert) ist nicht mehr zu leugnen.“

Nicht nur Experten, Kenner der Medien üben seit Jahren Kritik auch und gerade am Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk sondern auch eine zunehmende Anzahl von Zuschauern und Zuhörern! Sie schalten weniger ein oder gar nicht. Wenn sie sich beschweren, erhalten sie nichtssagende, ausweichende, rechtfertigende Antworten!

 

 

Jour Fixe 224

Datum: 08/05/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, ( bei Atif, Hinterhof ). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
Ariane Müller 2023
Ariane Mueller 2023

Einladung zum 224. Jour Fixe am Mittwoch, 08. Mai um 18 Uhr 30


Ariane Müller, Krankenschwester im Klinikum Bremen Mitte und Betriebsrätin, nach 40 Jahren vom Dienst suspendiert! Warum?

 

Bericht von Ariane Müller über 50 Jahre Berufserfahrung im Krankenhaus und Gewerkschaftspraxis und die Beendigung ihres Arbeitslebens durch Suspendierung vom Dienst.

Die Krankenschwester Ariane Müller hat auf ihrer Arbeitsstelle, dem Bremer Klinikum Mitte eine Betriebsgruppe mitgegründet, ist als Lis­ten­füh­re­rin der Gruppe „uns reicht’s“ im Betriebsrat. Kürzlich hat sie als Privatperson am Tag der politischen Gefangenen eine Kundgebung vor der JVA in Vechta angemeldet. Dort sitzt seit ihrer Verhaftung das ehemalige mutmaßliche RAF-Mitglied Daniela Klette ein (die RAF hatte sich 1998 aufgelöst). Da der Geschäftsführung und der Betriebsrat die gewerkschaftlichen Aktivitäten der Kollegin Müller seit Jahrzehnten offensichtlich ein Dorn im Auge war, sah sie jetzt einen willkommenen Anlass sie von der Arbeit am Patientenbett freizustellen. Sie darf das Krankenhaus nur am Mittwoch zu den Betriebsratssitzungen betreten, darf aber keinen Kontakt zu den Kolleg*innen aufnehmen, ihre E-Mail-Adresse wurde gesperrt und sie bekommt vom Betriebsrat keine Tagesordnung mehr zugeschickt. Es ist ein Berufsverbot durch die Hintertür. So schlimm dieser Fakt ist, skandalös ist es, dass sich der Betriebsrat nicht hinter Ariane Müller stellt sondern regelrecht die Geschäftsführung aufgefordert hat, gegen Ariane Müller vorzugehen. Der Betriebsrat hat in einer Sonderbetriebsratssitzung sie als freigestellte Betriebsrätin abgewählt. Dies war überhaupt die Voraussetzung, dass die Geschäftsführung sie anschließend freistellen konnte. Hier wird deutlich, wie der Betriebsrat und die Krankenhausleitung Hand in Hand zusammenarbeitet. Da sich Ariane Müller seit Jahrzehnten vehement für die Belange der Kolleg*innen einsetzt, ist sie genau deswegen vom Bremer Landesfrauenrat zur „Bremer Frau des Jahres 2021“ gewählt worden.
Und bisher hat verdi sich nicht öffentlich solidarisch hinter sie gestellt.

Ariane Müller ist auch eine von drei Sprecher*innen der verdi-Betriebsgruppe im Klinikum Bremen Mitte. Drei Betriebsratsmitglieder haben sogar verdi aufgefordert, Ariane Müller aus der Gewerkschaft rauszuschmeissen.

Sie berichtet nicht nur über den aktuellen Stand ihres Konfliktes mit der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat sondern auch über 50 Jahre Erfahrungen im Krankenhaus und über 50 Jahre gewerkschaftliches Engagement.

 

Jour Fixe 223

Datum: 10/04/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, ( bei Atif, Hinterhof ). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.

Einladung zum 223. Jour Fixe am Mittwoch, 10. April um 18 Uhr 30

Warum protestieren die Bauern? – Ursachen und Perspektiven

 
Jour Fixe mit Matthias Stührwoldt, Bauer aus Stolpe, Kreis Plön
 

Der Kollege Stührwoldt referiert zu Hintergründen der Situation in der Landwirtschaft in Deutschland und der bisherigen jahrzehntelangen Agrarpolitik. Erst aus dem Verständnis der Lage der Landwirtschaft lassen sich die Proteste der Bauern die bis heute andauern erklären!

Wenig bekannt ist, dass allein in den vergangenen 15 Jahren mehr als 5 Millionen bäuerliche Betriebe aufgegeben haben. Vor allem die kleinen und mittleren Betriebe fürchten um ihre Existenz, während Finanzinvestoren groß in die industrielle Landwirtschaft einsteigen und Lebensmittelkonzerne die Abnahmepreise diktieren.

Er ist aktiv bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Unser Treffen soll einen Beitrag zur öffentlichen Aufklärung über die heterogenen Strukturen und Probleme in der Landwirtschaft leisten. Auch die von diesem Verband formulierten Forderungen für Veränderungen sollen dabei Raum bekommen.

 

 

Zur Vorbereitung auf das Treffen:

 

Wer ist Herr auf dem eigenen Hof?
Vom langen Sterben der bäuerlichen Familienbetriebe. Ein Ortsbesuch
Von Jürgen Roth
https://www.jungewelt.de/artikel/470622.wer-ist-herr-auf-dem-eigenen-hof.html

 

Arg muss sich der Bauer quälen. Agrarkrise, Höfesterben und Bauernproteste
Von Gregor Kritidis
https://www.labournet.de/branchen/landwirtschaft/arg-muss-sich-der-bauer-quaelen-agrarkrise-hoefesterben-und-bauernproteste/
Anmerkung: Eine umfassende und genaue Analyse der Situation der Landwirtschaft, sehr nützlich, um die Rebellion der Bauern zu verstehen.

 

 

Jour Fixe 222

Datum: 06/03/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, (bei Atif, Hinterhof). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.

Einladung zum 222. Jour Fixe am Mittwoch, 06. März um 18 Uhr 30

Gewerkschaftsführungen auf Seiten von Regierung und Kapital – Was tun WIR?

 
Jour Fixe mit Dejan Lazic und Felix Feistel – Referat mit anschließender Diskussion
 

Es passiert eine Verschlechterung der Lebenslage immer größerer Schichten der Bevölkerung, von Jahr zu Jahr.

Die Unruhe in den Belegschaften wächst, auch wenn noch keine flächendeckende Protestbewegung dagegen entstanden ist. Nur, wenn einzelnen Firmenketten (wie Galerie-Kaufhof jetzt), Firmen oder Abteilungen das Aus droht, rührt sich Widerstand – wir können es täglich in der Jungen Welt oder bei labournews lesen. Eine bundesweite Rebellion wie bei den Bauern und Handwerkern findet nicht statt.

Die Regierung macht mit Kapitalisten und DGB-Spitzen mal wieder eine Konzertierte Aktion, um die Krisenkosten auf die Lohnabhängigen inclusive Rentner abzuwälzen, wobei den DGB-Gewerkschaften die Aufgabe zukommt, die Massen ruhig zu halten. Und das hat ja bisher recht gut geklappt.

Und jetzt steht allen Lohnabhängigen und Rentnern eine weitere Welle an Kürzungen bevor, es muß „gespart“ werden zugunsten der Aufrüstung, Hochschrauben auf 2% des Bundeshaushalts.

Diese Lage in Gesellschaft und Gewerkschaft erheischt von uns als aktiven GewerkschafterInnen eine Antwort.

Wir sind für starke, klassenkämpferische Gewerkschaften, wie sie Mitte des 19. Jahrhundert entstanden sind. Ihre Aufgabe war damals die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen und sie hatten das Ziel einer sozialistischen Gesellschaft.

Unsere heutigen DGB-Gewerkschaften haben den Klassenkampf aufgegeben zugunsten einer „Sozialpartnerschaft“ mit dem Kapital. Den Antagonismus von Kapital und Arbeit leugnen sie.

Was können aktive GewerkschafterInnen tun, die sehen, daß die Lage der KollegInnen immer bedrängender wird und der Unmut wächst?
Die DGB-Gewerkschaften haben sich auf die Seite der Herrschenden, der Regierung gestellt. Wir haben es bei ihrer Unterstützung der Coronamaßnahmen gesehen, bei der Befürwortung der Sanktionen gegen Rußland, der Unterstützung der israelischen Regierung beim Massenmord an Palästinensern. Der Gipfel ist jetzt, und deutlicher geht’s nicht, das Vornewegmarschieren von DGB, SPD vor allen anderen politischen Kräften in Sachen Aufrüstung und Kriegsvorbereitung:

https://www.igmetall.de/presse/pressemitteilungen/verteidigungsindustrie-zukunftsfaehig-machen

Wie reagieren wir als aktive, wütende, besorgte GewerkschafterInnen darauf? Indem wir den Widerstand von KollegInnen dagegen für eine oppositionelle Strömung in den Gewerkschaften organisieren!

Darüber wollen wir nach ihrem Referat mit den Kollegen Lazic und Feistel nach ihrem Referat diskutieren.
Zu dem Thema hatten sie dieses Referat veröffentlicht:
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2024/01/19/jfi-03-2024/#a2

 

Jour Fixe 221

Datum: 07/02/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, ( bei Atif, Hinterhof ). 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
K.J. Bruder
Klaus-Jürgen Bruder

Einladung zum 221. Jour Fixe am Mittwoch, 07. Februar um 18 Uhr 30

Eine Gesellschaft ohne Opposition. Versuch einer Analyse der aktuellen Situation

Jour Fixe mit Dr. Klaus-Jürgen Bruder(*). Referat mit anschließender Diskussion

 

Die desaströse Situation der Opposition in Deutschland erlaubt den politischen Eliten, den Neoliberalismus als Garant von Demokratie und Freiheit zu präsentieren und durchzusetzen. Demonstrationen im Namen der Regierung und unter Beteiligung von Regierungsmitgliedern – gegen die Folgen ihrer eigenen Politik – sind das letzte Stadium der „Paralyse der Kritik“, einer Gesellschaft ohne Opposition. Die Paralyse der Kritik tritt aktuell im Diskurs der Macht in verschiedenen Formen auf: als Bestätigung des positiven Denkens oder aktuell unverhüllt als Repression in Form von Sprachvorgaben, Sprachverboten etc. Nachdem Kritik und Protest während des Corona-Regimes als rechts, antisemitisch etc. diffamiert, strafrechtlich verfolgt und damit auszulöschen versucht worden waren, werden sie nun zur Bestätigung der Regierungspolitik „umfunktioniert“. Die Diagnose von Marcuse: „Wir sind eine Gesellschaft ohne Opposition“, scheint sich bewahrheitet zu haben.

Gleichzeitig findet der Wunsch nach einer Alternative, dem guten Leben jenseits der Unterwerfung unter die jetzigen herrschenden Verhältnisse, seinen Ausdruck in vielen Bewegungen und Projekten, in denen neue Formen der Kritik, aber auch der Zusammenarbeit und des Gemeinsinns ausprobiert werden. Aber: welche Opposition ist unter den gegenwärtigen Bedingungen in der Lage, jene Gegenöffentlichkeit herzustellen, in der das »unglückliche Bewusstsein« seine Stimme erheben und die punktuellen Aktionen aus ihrer Vereinzelung befreien kann? Wie können wir wieder eine Opposition schaffen, die die Verhältnisse zum Tanzen bringt?

Diese Fragen wollen wir nach dem Referat mit dem Referenten diskutieren.

(*) Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder ist Psychoanalytiker, Psychologe, Hochschullehrer und war bis 2023 Vorsitzen­der der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP)

 

Jour Fixe 220

Datum: 24/01/2024
Uhrzeit: 18:30
Ort: Bartelsstr. 25, Hofdurchgang. 5 Minuten von U-/S-Bahn Sternschanze. 7 Minuten von U-Bahn Feldstr.
Martin Dolzer
Martin Dolzer

Einladung zum 220. Jour Fixe am Mittwoch, 24. Januar um 18 Uhr 30

Hamburg, ein Zentrum des deutschen militärisch-industriellen Komplexes – Unser antimilitaristischer Kampf!


Jour Fixe mit Martin Dolzer, seit Jahren aktiv in der Friedensbewegung und Verfasser des Buches (zusammen mit Mehmet Yildiz) „Krieg und Frieden. Welche Rolle spielt Hamburg?“

 

Referat von Martin Dolzer und Diskussion.

Bei unserem Jour Fixe wollen wir uns mit der Rolle Hamburgs als weltweitem Drehkreuz des Waffenhandels und einem zentralen Ort für den bundesdeutschen Militärisch-Industriellen-Komplex befassen.

In Hamburg produzieren mehr als 93 Unternehmen Rüstungsgüter wie Airbus, Blohm&Voß, Rheinmetall, Siemens, IBM, MTU, Krauss Maffei Wegman.
Über den Hafen werden massiv Waffen und Munition aller Art verschifft.

Mit der Bundeswehr-Universität und der Führungsakademie der Bundeswehr befinden sich zwei Zentren der Bildung und Ideologieentwicklung in Hamburg.

Vor diesem Hintergrund soll auch die Rolle der Hansestadt in der Entwicklung der Außen und Verteidigungspolitik der letzten zwanzig Jahre eingeordnet und Vorschläge für eine konsequente Friedenspolitik gemacht werden.

Hinweis auf das Buch von Mehmet Yildiz und Martin Dolzer:
booklooker: Yildiz, Mehmet, Dolzer, Martin – Krieg und Frieden