JFI 17-2017 ++ Einladung zum 151. Jour Fixe am 3. Mai 2017 um 18 Uhr 30 im Curiohaus

Einladung zum 151. Jour Fixe am 3. Mai 2017 um 18 Uhr 30 im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Hofdurchgang

Der 2. Mai 1933 in Hamburg und der erinnerungspolitische Streit nach 1945

Vortrag von Dr. Knud Andresen, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

Der 2. Mai 1933 ist End- und Ausgangspunkt ganz unterschiedlicher Erzählungen.

Endpunkt ist das Datum, weil mit der Zerschlagung der Freien Gewerkschaften die nationalsozialistische Diktatur weitgehend abgesichert war. Es ist aber auch Endpunkt, da der Anpassungskurs der Gewerkschaften, deren Führung noch im April 1933 zur Teilnahme am 1. Mai aufgerufen hatte, obwohl die Nationalsozialisten den Tag als Feiertag ausgerufen hatten, nun endgültig gescheitert war.

Ausgangspunkt ist das Datum für Erzählungen der Opfer und Leiden vieler Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, und Ausgangspunkt für den klaren Trennungsstrich zwischen der nationalsozialistischen Diktatur und der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung.

Nach 1945 markierte das Datum den Streit über die Frage, ob die Gewerkschaften den Aufstieg der Diktatur hätten verhindern können.

Im Vortrag werden zuerst die Ereignisse, die zum 2. Mai 1933 führten, mit dem Schwerpunkt Hamburg nachgezeichnet und dann die Linien der Auseinandersetzungen nach 1945 diskutiert.

Unser Treffen hat eine Aktualität, weil heute, 87 Jahre, nach der Machtergreifung der Nazis, sich wieder rechtsextreme und nationalistische Bewegungen ausbreiten, besonders in Form der AfD, die in vielen Landes-Parlamenten vertreten ist und voraussichtlich im Herbst in den Bundestag gelangt. Für uns als GewerkschafterInnen ist besonders von Bedeutung, wie diese Partei sich in Betrieben und bei Gewerkschaftsmitgliedern verbreitet. Mit ihrer ArbeitnehmerInnen-Organisation AidA (Arbeitnehmer in der AfD) ruft sie am 1. Mai zu einer Kundgebung auf dem Gänsemarkt auf. Nach dem Referat vom Kollegen Andresen werden wir zu diskutieren haben, wie wir heute der Ausbreitung von AidA und AfD Widerstand entgegensetzen können.

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