JFI 27-2018 EINLADUNG ZUM 165. JOUR FIXE: ++ Gegen Gesundheitszerstörung in der Arbeitswelt – eine andere 68er Geschichte! ++ Am 4. Juli 2018 um 18 Uhr 30 im Curiohaus. Rothenbaumchaussee 15 (Hofdurchgang)

Einladung zum Jour Fixe am 04.07.2018 um 18 Uhr 30

im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15

Gegen die Gesundheitszerstörung in der Arbeitswelt – eine andere 68er Geschichte

Der Historiker Peter Birke interviewte Wolfgang Hien anlässlich dessen „50 Jahre“ gewerkschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Aktivität.
Aus sieben mehrstündigen Gesprächen wurde ein Buch, das einen völlig anderen Zugang zur Geschichte der 68er Bewegung eröffnet. (Zum Buch: Siehe unten).
Nicht von der Uni zur Fabrik, sondern umgekehrt: Eine Geschichte, die in der Fabrik anfängt, in der der Mensch nur „Material“ ist, und schließlich, über viele Stufen, zu einer kritischen Wissenschaft führt, die sich nach wie vor um Leben und Gesundheit am Arbeitsplatz sorgt.

Das ist ein Weg, der von vielen Entfremdungs- und Fremdheitserfahrungen gekennzeichnet ist, und manches erinnert an die Schilderungen Didier Eribons. Es geht in diesem Buch um die persönliche Auseinandersetzung um Menschenwürde und Gesundheit am Arbeitsplatz, angefangen von der Lehrlingsbewegung und der politischen Betriebsarbeit seit Mitte der 1960er Jahre in der chemischen Industrie, später auch in der Stahlindustrie, bis heute. Nach der Industriearbeit kam ein Übergang in die Wissenschaft. Stationen von Hiens Lebensweg sind u.a. BASF, Thyssen, Krebsforschungszentrum und die Universität Bremen.

Es folgte ein Einsatz als hauptamtlicher Gesundheitsschützer beim DGB-Bundesvorstand und danach – bis heute – das freiberufliche Engagement für eine kritische und – sowohl für die Unternehmen als auch für Gewerkschaften – oft unbequeme Arbeitswissenschaft, die sich an der Situation der Lohnabhängigen orientiert und für die Würde des Menschen in der Arbeitswelt eintritt.

Die „neue Arbeitswelt“ ist keinesfalls „gesunder“ als die „alte“. In vielen Bereichen haben sich Arbeitsverhältnisse prekarisiert, und die körperlichen Belastungen sind geblieben. Hinzu kommen – und dies gilt flächendeckend für alle Bereiche – enorme psychische Belastungen, die durch die Digitalisierung noch verschärft werden.

All dies sind nicht unbedingt Themen, mit denen wissenschaftliche oder politische Karriere zu machen ist, vor allem, wenn man sich dem Mainstream des vorherrschenden Wirtschaftlichkeitsdenkens verweigert.

Wolfgang Hien wird Kerninhalte des Buches vor- und zur Diskussion stellen:

„Gegen die Zerstörung von Herz und Hirn“ – „68“ und das Ringen um menschenwürdige Arbeit.
VSA, Hamburg 2018

Die Autoren:
Wolfgang Hien, Leiter des Forschungsbüros für Arbeit, Gesundheit und Biographie, Bremen, und Lehrbeauftragter der Universität Bremen.
Peter Birke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen und im Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen. Redakteur der Zeitschrift Sozial.Geschichte Online, gelernter Offsetdrucker.

https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/gegen-die-zerstoerung-von-herz-und-hirn/

Veranstaltung: https://gewerkschaftslinke.hamburg/event/jour-fixe-165/

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