Firma Neupack: Alle freuen sich „Hoeck ist weg“!

Es ging wie ein Lauffeuer durch die Firma Neupack in Stellingen und Rotenburg/Wümme: Jens Krüger hat den Geschäftsführer Arne Hoeck rausgeschmissen!

Ein Kollege kommentierte schadenfroh: Der Hoeck sollte den Betriebsrat, besonders seinen Vorsitzenden Murat fertigmachen, jetzt wurde er selbst fertiggemacht!

Kurzer Rückblick: Schon ein halbes Jahr vor dem Streik bei Neupack Verpackungen GmbH & Co. KG wurde Arno Hoeck eingestellt. Die Eigentümer, die Krüger-Familie wußte, daß ihnen ein Streik ins Haus stand. Sie brauchten einen Fertigmacher, einen Union Buster. Arne Hoeck eilte dieser Ruf voraus, sie stellten ihn erst als Berater, dann fest als Geschäftsführer ein. In Pinneberg hatte er als Geschäftsführer der Firma Rowa die Gründung eines Betriebsrates verhindert. Bei der Firma Neupack sollte er jetzt verhindern, daß die streikbereiten KollegInnen einen Haustarifvertrag erkämpfen. Der Streik begann am 1.11.2012. Für die IG BCE war es der erste Streik seit 43 Jahren! Hoeck bewährte sich von Anfang an: Der Betriebsratsvorsitzende erhielt ca. 12 fristlose Kündigungen, es hagelt Abmahnungen und Klagen. Gleich zu Anfang ließ Hoeck 60 Streikbrecher durch die Firma Piening aus Polen holen.

Trotzdem waren nach drei Monaten Streik die Lager fast leer, die unerfahrenen polnischen Streikbrecher produzierten viel Ausschuß. Krüger stand vor der Kapitulation! Da wurde ihr durch die IG BCE-Streikleitung in Hannover der Arsch gerettet. Die brach den Streik ab mittels Flexi-Streik, den die KollegInnen nach ein paar Tagen in Flexi-Verarschung tauften, weil sie wenige Tage draußen waren aber meistens arbeiten mußten, die Lager wieder füllten und die Streikbrecher anlernten!

Ausführlicher zum Streik hier:
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2015/11/wegner_neupack_syndikal.pdf

Nach dem verlorenen Streik – es gab keinen Tarifvertrag sondern als lauen Kompromiß eine Betriebsvereinbarung mit geringen Verbesserungen – ließen Schikane und Abmahnungen etwas nach.

Zurück zur aktuellen Situation. Der Rausschmiß hat sich wohl schon angedeutet: Im Mai wurde Hoeck durch den Inhaber Jens Krueger vom Geschäftsführer zum Mitglied der Geschäftsleitung runtergestuft. Immerhin hatte er bis zu seinem Rausschmiß sechs Jahre die Kolleginnen gepiesackt. Jetzt sind (fast) alle glücklich und froh! Wie uns Kollegen berichten, sogar die Angestellten. Die hatten damals beim Streik nicht mitgemacht.

Am Dienstag rief Krüger die Angestellten zusammen und teilte ihnen mit, daß er Arne Hoeck rausgeschmissen habe. Leider konnten die ArbeiterInnen der Firma noch nicht den genauen Grund erfahren.

Wie uns aber berichtet wird soll der Umsatz in den letzten Jahren zurückgegangen sein.

Es ist allerdings kaum zu erwarten, daß das Betriebsklima nach dem Rausschmiß von Hoeck wesentlich besser wird. (DW)

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