Callcenter-Arbeit in Corona-Zeiten: Noch mehr Druck als sonst und zusätzliche Emotionsarbeit!

Von C.C., Call-Center-Beschäftigte

Auch in Corona-Zeiten bestehen im Callcenter nach wie vor Quoten- und Verkaufsdruck im Großraumbüro oder im Homeoffice. Außerdem muss zusätzliche Emotionsarbeit geleistet werden, um coronabedingten Unmut sowie Ängste und Unsicherheiten der KundInnen aufzufangen. Dabei können sich die ArbeiterInnen glücklich schätzen, die im Homeoffice arbeiten dürfen, denn dies ist eine Maßnahme, die zum Teil viel zu spät umgesetzt wurde. Neben den schlechten Arbeitsbedingungen im Allgemeinen geht es zudem um unzureichende oder vom Arbeitgeber zu spät umgesetzte Schutzmaßnahmen als Folge von Einsparungen.

Hier zeigt sich, was den Arbeitgebern der Callcenterbranche ihre ArbeiterInnen wert sind.

Das Arbeiten im Großraumbüro ist in Corona-Zeiten unzumutbar, denn dabei spielen nicht nur die Angst vor der Ansteckung, sondern auch die zusätzlichen psychischen Belastungen durch das Corona-Virus eine große Rolle. Dies betrifft insbesondere den Umgang mit den KollegInnen, mit der eigenen Einkommenssituation, mit der Angst vor Kurzarbeit sowie mit dem vorherrschenden Leistungsdruck.

Denn auch im Homeoffice erfolgt die Kontrolle der Quoten, zwar nicht mehr per Face-to-face-Kommunikation sondern über Chat-Teams oder über Telefoncoachings, dennoch sollen die Verkaufsquoten auch unter erschwerten Bedingungen gesteigert werden. Zusätzlich zu den eigenen Ängsten erhöht sich der Stresspegel auch durch den Unmut der zu betreuenden KundInnen. Hierbei muss mehr Zeit für Beratungs- und Verkaufsgespräche aufgewendet werden, wodurch sich die Gesprächszeiten zwangsläufig erhöhen und sich auf die Quoten der einzelnen MitarbeiterInnen niederschlagen.

Von C.C.
Stand 18.05.2020

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