Jour Fixe 153

Datum: 02/08/2017
Uhrzeit: 0:00 - 0:00
Ort: U-Bahnhof Burgstraße an der Stadtradstation
Jour Fixe

Rundgang durch Hamm – einen der ältesten Stadtteile Hamburgs

mit Peter Techel als Stadtführer

Termin: Mittwoch, 02.08.2017 um 18 Uhr 30
Treffpunkt: U-Bahnhof Burgstraße an der Stadtradstation.
Bitte seid pünktlich da!

Hamm führte lange ein Schattendasein, wo man nur durchfuhr, ist aber aktuell einer der beliebtesten Stadtteile.
Durch das vom Senat angeschobene Stadtentwicklungskonzept „Flussaufwärts von Elbe und Bille“ kommt es aktuell zu einer Gentrifizierungswelle des Stadtteils mit entsprechenden sozialen Verwerfungen in der Bevölkerungsstruktur. Mit seinen heute 39.000 Einwohnern gliedert sich Hamm – erste urkundliche Erwähnung 1256 – in drei Teile: Der proletarische Charakter Süd-Hamms bildete früher einen starken Kontrast zum eher bürgerlich geprägten Norden, so dass die damals volkstümlich werdende Unterscheidung in „Oben-“ und „Unten-Hamm“ zugleich eine soziale Abgrenzung ausdrückt. Um diesen Gegensatz zu mildern, entstand in den 1920er und 1930er Jahren nach Plänen des damaligen Stadtbaudirektors Fritz Schumacher ein neues Wohngebiet im äußersten Nordosten Hamms – zwischen Hammer Steindamm und der damaligen Stadtgrenze zu Wandsbek.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Hamm bei alliierten Luftangriffen im Rahmen der Operation Gomorrha im Juli 1943 fast vollständig zerstört. Tausende Menschen kamen im Feuersturm um. In einem der Bunker befindet sich heute ein Museum.

Zu Wirtschaft und Infrastruktur: Im Norden gibt es zahlreiche kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés. Im Süden des Stadtteils befinden sich einige Industrieanlagen, etwa für Papier-Recycling, zahlreiche Lagerhallen, Internetdienstleister und Speditionen. Eine Reihe von Auto- und Motorboothändlern sind ebenfalls hier ansässig. An der Süderstraße liegt die Kaffeerösterei der Tchibo GmbH, eine der größten Röstereien Europas. Das im Jahre 2005 fertiggestellte Gewerbegebäude Störtebekerhaus fällt durch seine historisierende Fassade auf.
Stadtweit bekannt ist das Tierheim in der Süderstraße mit 80 TierpflegerInnen und 11.000 herrenlosen Haustieren.

Wir werden uns von der Burgstraße aus das alte Hamm von vor Juli 1943 erschließen und am Rande dabei mit Hannelore Glaser, die einen gewissen Herrn Schmidt geheiratet hat, Bekanntschaft machen und mit Fritz Schumacher, der das rote Hamm in den 1920iger Jahren, wie kein Zweiter geprägt hat.
Vom Geesthang laufen wir über Hamm-Mitte nach „Unten-Hamm“, dem ärmeren Teil mit Straßenstrich und Industriebetrieben.
Einen betrüblichen Ausblick über die Bille am Löschplatz zur Gedenkstätte Bullenhuser Damm sollte nicht ausgelassen werden, da das Unrecht des dritten Reiches nicht an Hamms Grenzen Halt gemacht hat.

Danach wird die „Fabrik der Künste“, Tschibo, der Lord von Barmbek, das Störtebekerhaus und das Osterbrookviertel ein Thema sein bis wir im Rumpffsweg auf Arno Schmidt treffen und am Bunkermuseum vorbeikommen, um uns in „Oben Hamm mit den eigentlichen Ursprüngen Hamms am Hammer Hof und Hammer Park mit den Familien Chapeaurouge und Sieveking zu beschäftigen.

Gegen Ende des Rundganges werden wir auf das bis vor Kurzem umstrittene Schumacherquartier am Elisabethgehölz stoßen und uns zuletzt mit den Straßennamen Wichernsweg, von Hess oder Schurzallee-Nord beschäftigen und die Tour dort beenden.
Dieser Rundgang mit ca. 2-2,5 Std. hat nicht den Anspruch einen Kompletteindruck zu vermitteln, sondern ist als lockere Einführung mit Hintergrund zu betrachten.
Nach dem Rundgang kehren wir ein, wie immer in eine gemütliche Gaststätte, drinnen oder höchstwahrscheinlich draußen, weil wir ja gutes Wetter haben werden.

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:UweRohwedder