Unbezahlt bei DHL – ein Beispiel aus Kiel

Sie fahren in Autos der DHL und tragen deren Arbeitsuniform, nur bezahlt bekommen sie nicht. Subunternehmer der DHL nutzen die prekäre Lage von Migranten aus, die sich mit dem deutschen Arbeitsrecht nicht auskennen und der Logistik-Konzern wäscht seine Hände in Unschuld … Beeindruckendes Interview mit einem Betroffenen aus Kiel

Anmerkung:
Das ist alltäglicher Kapitalismus. Er spielt sich auch bei großen Konzernen wie DHL ab. Von den meisten KollegInnen wird er gar nicht wahrgenommen. Denn weder die bürgerlichen Medien skandalisieren das und leider auch nicht unsere DGB-Gewerkschaften mit ihrer Organisationsmacht. Da ist es ein Verdienst von ein paar linken Filmern, labournet und hoffentlich immer mehr eigenständigen Betriebsgruppen, die die Versäumnisse der Gewerkschaften in Sachen Öffentlichkeit ausbügeln. Denn Information und Öffentlichkeit ist die Voraussetzung für breiteren Widerstand. (DW)

2 Replies to “Unbezahlt bei DHL – ein Beispiel aus Kiel”

  1. Ja, das ist eine Riesen Sauerei. In dem Film https://www.youtube.com/watch?v=ToxPMFZ2rzU hat ver.di diese und ganz ähnliche Praktiken bereits vor 6 Jahren ins Fernsehen gebracht. Seitdem haben wir regelmäßig über ausbeuterische Bedingungen in den fremdvergebenen Bereichen der Post berichtet. Was hat sich seitdem geändert? Betriebsratsgründungen werden gezielt torpediert (siehe der Film „Paketsklaven“). Nachwievor scheuen Beschäftigte bei den Subunternehmen sich in einer Gewerkschaft zu organisieren. Es ist gut, dass ihr diese Machenschaften skandalisiert, aber ihr seid nicht allein. Wenn ihr etwas recherchiert, dann findet ihr das auch schnell heraus!
    Mit solidarischen Grüßen, Uwe Gier, ver.di Betriebsgruppe Brief Kiel

    • Lieber Uwe Gier, ver.di Betriebsgruppe Brief Kiel,

      ich bin etwas befremdet. Du beklagst, daß sich Beschäftigten von Subunternehmen scheuen sich in einer Gewerkschaft zu organisieren?

      Ist es das Hauptinteresse, Mitglieder zu werben?
      Warum sollten die Beschäftigten der Subunternehmen sich denn bei Verdi organisieren?
      Das gleiche Problem exisitierte bereits vor 6 Jahren. Warum ließ dann eine Organisation mit 2 Millionen Mitgliedern das Problem von einer TV Produktion und einem „öffentlichen Druck“ bekämpfen, statt selbst die Beschäftigten zu einem Kampf gegen diese Form der Ausbeutung zu mobilisieren?

      Der Streik 2015 hatte den Kampf gegen Outsourcing als Hauptthema. Der Streik wurde von Verdi abgewürgt, obwohl die Kampfmoral der KollegInnen gut war und in dieser zentralen Frage NICHTS erreicht worden ist.

      Es scheint, die Betriebsgruppe Brief Kiel hat noch nichteinmal eine Ahnung, was in den Niederlassungen los ist. Es ist nun das selbe Unternehmen, das bereits vor 6 Jahren sein Unwesen getrieben hat und von dem sich dann die Post durch den öffenlichen Druck getrennt hat. Nachdem ein wenig Gras über die Sache gewachsen ist, geht der selbe Horror wieder von vorn los. Verdi reagiert nicht, scheint es nicht mal mitzubekommen. Die migrantischen Arbeitssklaven sind nicht angesprochen worden, ob sie in die Gewerkschaft eintreten möchten. Und erst recht nicht wurden sie von einem Verdimenschen über ihre Rechte aufgeklärt. Die außerhalb der Stammbelegschaft scheinen für die Gewerkschaft unsichtbar zu sein.

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