JFI 06-2017 ++ EINLADUNG zum 149. Jour Fixe: Das SS-Massaker von Distomo

Veranstaltung des AK-Distomo im Rahmen des „Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg“

Mi. 1. März 2017 um 18:30 Uhr im Curiohaus (Hofdurchgang)
Rothenbaumchaussee  11-15, 20148 Hamburg

 

Das SS-Massaker von Distomo und der Kampf eines Überlebenden um Gerechtigkeit

  • Argyris Sfountouris berichtet über seinen Kampf um Gerechtigkeit
  • Patric Seibel trägt Auszüge aus seiner Biografie über Argyris Sfountouris vor
  • Vertreter*innen des AK Distomo berichten über den Stand der politischen und juristischen Auseinandersetzung in der Entschädigungsfrage. (Der AK Distomo setzt sich seit vielen Jahren für die Entschädigung von NS-Opfern ein).
  • Anschließend Diskussion

Argyris Sfountouris war noch nicht vier Jahre alt, als deutsche Soldaten während der Besatzung Griechenlands am 10. Juni 1944 in seinem Heimatdorf Distomo seine Eltern und 216 andere Dorf-bewohner jeden Alters und Geschlechts grauenhaft hinmetzelten. Er hatte großes Glück, dass er überlebte.

Der Hamburger Autor Patric Seibel hat eine Biografie über Argyris Sfountouris verfasst, die im Oktober 2016 im Westendverlag unter dem Titel „Ich bleibe immer der vierjährige Junge von damals“ erschienen ist. Patrick Seibel zeichnet darin ein einfühlsames Portrait eines vielschichtigen Lebens. Argyris wird nach dem Krieg getrennt von seinen Schwestern, überlebt zunächst in Waisenhäusern in Griechenland und gelangt schließlich in die Schweiz, wo er in einem Kinderdorf für Kriegswaisen aus ganz Europa aufwächst. Er studiert, wird Physiker, Lehrer, Entwicklungs-helfer, Übersetzer und Autor. Argyris kämpft Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre von der Schweiz aus gegen die Militärdiktatur in Griechenland.

Argyris Sfountouris ist unter anderem durch den Dokumentarfilm „Ein Lied für Argyris“ von Stefan Haupt sowie durch einen Auftritt in der am 31. März 2015 im ZDF ausgestrahlten Satiresendung »Die Anstalt« zu einer international bekannten Persönlichkeit geworden. Zuletzt erschien sein Buch „Schweigen ist meine Muttersprache: Griechenland – seine Dichter, seine Zeitgeschichte.“
Immer er wieder geht es ihm um Gerechtigkeit für die Hinterbliebenen von Distomo und um das Einfordern deutscher Verantwortung. Argyris Sfountouris kämpft für eine wahrheitsgetreue Geschichtsschreibung und für die Aufarbeitung deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland. Seit über 20 Jahren setzt er sich für eine Entschädigung der Opfer ein. Er klagte gemeinsam mit vielen Men-schen aus Distomo vor Gerichten in
Deutschland und in Griechenland auf Entschädigungszahlun-gen. Mit der deutschen Verweigerungshaltung in dieser Frage findet er sich bis heute nicht ab.

Unterstützt wird die Veranstaltung von:
GEW Hamburg und ver.di, Ortsverein Hamburg, Fachbereich 08

Fotos: Nina Schulz und Buchcover Patric Seibel

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