JFI 20-2017 ++ Infos zum 1. Mai in Hamburg ++ Durch IGM Leiharbeitsgesetz verschlechtert ++ Vor 70 Jahren: DGB gegründet ++ Rußlandweiter Streik seit vier Wochen

Jour Fixe Info 20-2017. 13. Jahrgang – 29.4.2017

Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg

00 Der 1. Mai 2017. Diverse Texte und Termine
01 Leiharbeit: Ein schlechtes Gesetz wird durch die IGM noch schlechter
02 Vor 70 Jahren wurde DGB gegründet. Und wie aus der Faust eine Bettelhand wurde
03 Rußlandweiter Truckerstreik seit über vier Wochen – die deutschen Medien schweigen
04 Oh wie schön ist …. Österreich, zumindest für Rentner. 14 x Rente im Jahr!
05 Termin
06 Blitzlicht ins Proletariat

 

00 [Flugblatt zum 1. Mai 2017] LEIHARBEIT „ist eine Maschine, in die du als Schwein reingehst und als Wurst rauskommst“

Flugblatt zum 1. Mai 2017 vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg (pdf)
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/04/leiharbeitsverbot1mai17.pdf
Anmerkung:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
dies Flugblatt werden wir vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke am 1. Mai auf der Kundgebung und der Demonstration verteilen.
WER VERTEILT ES MIT?
Die Flugblätter können abgeholt werden von 10 Uhr an bis 10 Uhr 45.
U-Bahn Rödingsmarkt, Treppe unten!

IGM für Ausbau der Leiharbeit, ver.di für Samstagsarbeit in Banken – Schämt euch!

„Mit Wut und Ärger nehmen wir wahr, daß die IGM Frau Nahles um das Mehrfache übertrumpft und Befristungen für LeiharbeiterInnen für 48 Monate zustimmt. Schon vor einigen Monaten hat die IGM durch einen Tarifvertrag mit den Leiharbeitnehmer-Verbänden „gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“ verhindert. Damit zeigen sich unsere Gewerkschaftsführungen erneut als Vertiefer der Spaltungen in den Belegschaften. Und nach außen hin propagieren sie „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und daß Leiharbeit nur für Auftragsspitzen gelten solle! Im Alltagsgeschäft mit dem Kapital sind sie dann willfährig und verkaufen das noch als Erfolg! Wir aber brauchen Einigkeit und Stärke an der Basis gegen die zunehmenden Zumutungen und Angriffe des Kapitals auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen…“ Beitrag von Alwin Altenwald vom 26.4.2017 – quasi ein wahres Wort zum 1. Mai…
http://www.labournet.de/?p=115555

AfD auf Stimmenfang im Betrieb und am 1. Mai – Wie argumentiert und was macht der DGB?

https://gewerkschaftslinke.hamburg/2017/04/12/afd-auf-stimmenfang-im-betrieb-und-am-1-mai-wie-argumentiert-und-was-macht-der-dgb/

 

Gekaperter Kampftag

Die Besetzung des 1. Mai durch die Faschisten und andere Rechte hat eine lange Tradition – ein Überblick
Von Bernd Langer
https://www.jungewelt.de/artikel/309773.gekaperter-kampftag.html
Dazu ganz aktuell:
Linksaktivist Langer wegen nd-Interview verurteilt
Berliner Landgericht verhängt Geldstrafe für Kommentar zu militanten antifaschistischen Aktionen in 80er Jahren
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1049395.linksaktivist-langer-wegen-nd-interview-verurteilt.html

Maiaufruf des DGB-Vorsitzenden: Auf die Katze gekommen

Katzen? Sehr süß! 1. Mai? Sehr wichtig!
Maiaufruf des DGB-Vorsitzenden? Haben wir alle schon mal gesehen. Maiaufruf von einer Katze? Noch nicht. Maiaufruf von DGB-Vorsitzendem und Katze? Eine echte Premiere.
http://www.dgb.de/themen/++co++a236f634-2bf1-11e7-abb4-525400e5a74a
Anmerkung:
Das Video von Herrn Hoffmann (DGB-Vorsitzender) und einer Katze (49 sec) bitte unbedingt ansehen! Wer jetzt meint, DGB und Hoffmann seien auf den Hund gekommen, urteilt wirklich wie ein böswilliger Linksradikaler. Sie sind nur auf die Katze als Werbeträger gekommen für die hehren Ziele der Arbeiterklasse! (DW)

Montag 1. Mai, 12:30 Uhr Jungfernstieg/Neuer Jungfernstieg

Ausgerechnet am 1. Mai, dem Tag der weltweit als Tag der ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung gefeiert wird, will die rechtspopulistische AfD auf dem Gänsemarkt eine Kundgebung abhalten.
http://www.keine-stimme-den-nazis.org/6617-kundgebung-internationale-solidaritaet-statt-antisozialer-afd-politik
Klassenkämpferischer und antikapitalistischer Block auf der DGB-Demo
Am 1. Mai 2017 | 10:30 Uhr | U/S-Bahnstation Rödingsmarkt | Hamburg

Antikapitalistischer Block Demo gegen AfD, Rechtsruck, G20

1. Mai 2017 | 12 Uhr | St. Pauli Fischmarkt/Hafenstraße | Hamburg
https://linksunten.indymedia.org/de/node/210331
Anmerkung:
Das ist linker Pluralismus! Wir können gegen AfD (AidA) am 1. Mai einmal ab 12 Uhr im klassenkämpferischen Block demonstrieren und ab 12 Uhr 30 an einer Kundgebung auf dem Jungfernstieg teilnehmen. (DW)

ACHTUNG! Die Kundgebung von AidA am 1. Mai auf dem Gänsemarkt ist am 25.4.17 von der AfD abgesagt worden! Die möglichen Gründe:
http://www.taz.de/!5401847/

Die Organisierung von AfD und NPD (AidA und AVA) am 1. Mai: Düsseldorf, Dortmund, Essen, Pankow, Bautzen, Hamburg, Gera, Halle, Stralsund
http://www.labournet.de/interventionen/antifa/antifa-ini/dortmund/brauner-1-mai-2017-keine-homezone-fuer-nazis-dortmund-und-weiteren-staedten/

01 Leiharbeit und Gewerkschaften

Wenn die Leiharbeiter in der Leiharbeit per Tarifvertrag eingemauert werden und ein schlechtes Gesetz mit gewerkschaftlicher Hilfe noch schlechter wird
http://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2017/04/leiharbeit.html
Anmerkung:
Aus dem Kommentar von Christel T., dem nichts hinzuzufügen ist: „Machtpolitisch finde ich es auch unterirdisch – was signalisiert man dem politischen bzw. kapitalistischen Gegner mit so einem Vorgehen? Mit unseren Leuten könnt Ihr alles machen, was Ihr wollt, wir werden immer einknicken?“ (DW)

Harte Arbeit – schlechter Lohn

Film von Hermann G. Abmayr (Film 44 Minuten)
http://www.ardmediathek.de/tv/betrifft-/Harte-Arbeit-schlechter-Lohn-Wie-Mens/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=1100786&documentId=42206366

Fernsehsender sucht Soloselbständige als Interviewpartner(in)

… um deren zum Teil prekäre Lage darzustellen. Es könnte jemand sein, die/der wenig verdient und dessen Krankenkassenbeiträge deshalb 40 bis 50% der Einnahmen verschlingen. Es könnte auch jemand sein, die/der als Selbständiger aufstocken muss (oder mußte). Interessant könnten auch Leute sein, die früher fest angestellt waren und jetzt für die gleiche oder eine ähnliche Arbeit weniger verdienen – eine Folge der Ausgliederungen diverser Tätigkeiten – gerade in großen Konzernen… Das Gespräch soll Anfang dieser Woche (17kW 2017) aufgezeichnet werden. Wer dazu bereit ist, möge sich bitte an uns oder direkt an Hermann Abmayr (hermann.abmary@t-online.de ) wenden. Aus Erfahrung wissen wir, dass es eine seriöse und diskrete Anfrage ist!
Der „wilde“ Streik bei Daimler in Bremen gegen Leiharbeit und Werkverträge
Am Dienstag den 16. Mai um 19:15 Uhr berichtet der Deutschlandfunk über die Arbeitsniederlegung der Nachtschicht im Werk Bremen von Daimler und über den folgenden Prozess.
http://www.deutschlandfunk.de/programmvorschau.281.de.html?cal:month=5&drbm:date=16.05.2017

Uns geht es allen gut. Das ist ein weit verbreitetes Märchen

Im SWR lief kurz vor Ostern eine eindrucksvolle Reportage über Leiharbeit und prekäre Selbständigkeit. Am Beispiel von Beschäftigten bei Daimler und Randstad zeigte der Filmemacher Hermann G. Abmayr, wie die Lage vieler Menschen wirklich aussieht. – Kennen Sie auch Menschen, die nicht müde werden zu behaupten, dass es uns allen gut gehe? Dann sollten Sie den Film „Harte Arbeit schlechter Lohn – wie Menschen abgehängt werden“ anschauen. Anette Sorg.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=37979#more-37979

02 Die Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der britischen Besatzungszone vor siebzig Jahren

Von Volker Hermsdorf
http://www.jungewelt.de/m/artikel/309414.alle-unter-einem-dach.html

Wie die Faust in eine Bettelhand verwandelt wurde

Zur Entstehung des DGB nach 1945
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2015/12/gertz_dgb.pdf
Anmerkung:
Und hier die Entstehung des DGB etwas dialektischer und gründlicher! (DW)

Gewerkschaften: „Nicht hinterherlaufen, sondern vorangehen“

http://gegenblende.dgb.de/++co++6ef0d1ee-29aa-11e7-b99c-525400e5a74a
Anmerkung:
Mit einem anschaulichen Bericht stellt die türkische Kollegin und Autorin Hatice Akyün die Notwendigkeit von Gewerkschaften dar. Den Kerngedanken der Kollektivität und des sich Wehrens. Ihre Kritik am Zustand der Gewerkschaften wird sehr deutlich, wenn sie die Entfremdung des Apparates von der Baisis schildert, „daß die Menschen das verworrene Geflecht einer Gewerkschaft nicht mehr durchschauen“. Sie zitiert Pierre Bourdieu, der das Rätemodell befürwortet und die „uneingeschränkte Delegation“ an den Apparat kritisiert. Sie schreibt: „Die Gewerkschaften müssen autonom werden und sich von der betrieblichen Ebene und ihren Käpfen ausgehend erneuern“. Sie fordert, die Gewerkschaften müßten nicht hinterlaufen sondern vorangehen“. Wäre die Kollegin Akyün noch einen Deut deutlicher geworden, hätte sie ihren Artikel wohl kaum beim Einblick untergebracht. (DW)

03 Oh, wie schön ist … Österreich: Vierzehnmal Rente im Jahr

Neue Ausgabe der Querköppe (Berlin)
https://senioren-berlin.verdi.de/++file++58fedb8be58deb41fef14b80/download/Quer_2_2017.pdf
Anmerkung:
Man sieht: Auch Kapitalismus geht anders, falls nicht die große Dauerkoalition SPD/CDU/FDP/Grüne mit ihrer RenterInnenverarmungspolitik an der Regierung ist. (DW)

04 Die russischen Trucker rüsten sich zum 1. Mai

Streikführer Andrej Baschutin kündigt verschärften Protest gegen neue russische Maut an
http://www.pressreader.com/germany/neues-deutschland/20170426/281711204537546

Die Trucker in Rußland streiken seit einem Monat

Die deutschen Medien berichten kaum. Auch linke Medien wie Junge Welt und Neues Deutschland kaum und Nachdenkseiten gar nicht.
Der Film von Kilometerfresser TV (5 Minuten) gibt einen kleinen Eindruck.
Beim Besuch von drei Sprecher der jetzt Streikenden am 25.3. bei einem Jour Fixe Treffen in Hamburg erfuhren wir ausführlich die Ursachen für den Streik und die Solidarität aus der Bevölkerung.
https://youtu.be/hBTZfKEUgoo

[Video] Ein Monat Truckerstreik in Rußland

„Seit dem 27.3. haben LKW Fahrer in Rußland die Arbeit niedergelegt. Die russischen Medien erhielten den Auftrag, den Streik zu ignorieren. Doch auch die deutschen Medien berichten kaum…“ – das ist der Begleittext zum Video „LKW Streik in Rußland“ vom Kilometerfresser seit dem 26. April 2017 bei You Tube zu sehen (deutsch, 5 Minuten)  und sehenswert, weil darin sowohl Streikende zu Wort kommen, als auch UnterstützerInnen – sowie einiges von den Auswirkungen verschiedenster Art (inklusive Repressionsversuche) zu sehen ist
https://www.youtube.com/watch?v=hBTZfKEUgoo&feature=youtu.be

Russland: Neue Trucker-Proteste gegen Fernstraßen-Maut, Korruption und schlechte Arbeitsbedingungen

Von Ulrich Heyden (Moskau)
Moskau, Saratow, Kasan, Wladikawkas. Vor diesen und vielen anderen russischen Städten gibt es in den letzten Wochen immer wieder das gleiche Bild. Fernfahrer versammeln sich auf Parkplätzen, um aus Protest gegen die Fernstraßen-Maut sichtbare Streikposten für die Öffentlichkeit zu errichten. Die Polizei versucht, diese Ansammlungen und das Kolonne-Fahren protestierender Fernfahrer zu unterbinden.
https://deutsch.rt.com/russland/49536-russland-neue-trucker-proteste-gegen-maut-korruption/

05 Termin

Liebe Freund*innen
wir laden ein zum nächsten mpz-salon am Donnerstag, den 11. Mai um 19:30 Uhr ins mpz in die Sternstraße 4. (gegenüber von U-Bahn Feldstr.)
Im Rahmen eines Projektes zur Unterstützung der Menschen in Rojava zeigen wir Teile unserer Filme zur Unterstützung der Traumatherapie-Ausbildung für die Stiftung der Freie Frau in Rojava.
Inhalt sind ein Vortrag von Dr. Michael Brune „Was machen schreckliche Erlebnisse mit meiner Seele“ und „Traumatherapie mit der NADA-Akupunktur“ mit Frauke Siedenburg.
Beide werden auch da sein.
Ständige Bedrohung Kämpfe und Krieg haben tiefe Spuren bei den Menschen in Rojava hinterlassen. Zur aktuellen Situation in Rojava und die Arbeit der ‘Stiftung der Freien Frau in Rojava‘ wird uns eine Vertreterin der Stiftung berichten und Fotos dazu zeigen.
Eintritt frei, Spende erwünscht

06 Blitzlicht ins Proletariat

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse in 20 Jahren verdoppelt

2,8 Millionen Menschen haben nach Auskunft der Bundesregierung einen befristeten Job.
Vor allem: Frauen und junge Menschen.
Von den 15 bis 24 Jährigen ist jeder Fünfte!
Von den 25 bis 34 Jährigen ist es fast jeder Achte.
Nach Branchen:
Erziehung und Unterricht: 12,7 Prozent.
Gastgewerbe: 10 Prozent.
Gesundheits- u. Sozialwesen: 8,8 Prozent
Quelle: Anfrage Linksfraktion im Bundestag.
Nach ND: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1048689.befristete-arbeitsvertraege-nehmen-stark-zu.html

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