JFI 38-2017 ++ 154. Jour Fixe zu Altersarmut: Dazu diverse Texte! ++ Buch zum Kampf der Bremer Daimler-KollegInnen ++ Kämpfe im Gesundheitsbereich verstetigen sich ++ Werner Rügemer beglückwünscht die Wähler von Frau Merkel ++ Griechenland ++ China ++ Frankreich ++ Argentinien ++

Jour Fixe Info 38-2017. 13. Jahrgang – 20.09.2017

Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg

00 Infos zum 154. Jour Fixe mit Reiner Heyse zum Thema Altersarmut in Deutschland
01 Der Kampf Bremer Mercedes-Arbeiter gegen Werkverträge und Leiharbeit
02 Jeder Zweite wird nur befristet eingestellt: Auch viele Ältere betroffen
03 Kämpfe im Gesundheitsbereich
04 Mir geht es gut, sonst ist mir alles scheißegal… (Von Werner Rügemer)
05 In Hamburg gibt es einen Nachdenkseiten-Gesprächskreis
06 Vorläufer der Betriebsräte in Deutschland: Matrosenunruhen 1917 in Wilhelmshaven
07 Kasseler Manifest: ”von Athen lernen? – an Distomo erinnern!”
08 Widerstand gegen Macrons „Loi travail 2“ 2017
09 Das VI. Globale Treffen selbstverwalteter Betriebe in Argentinien
10 Termine
11 Blitzlicht ins Proletariat

00 Informationen nach unserem 154. Jour Fixe mit Reiner Heyse zum Thema: Der Weg in die Altersarmut in Deutschland

Wir hatten am Mittwoch, 6.9. unser Jour Fixe mit Reiner Heyse vom Seniorenaufstand Kiel zum Thema Rentenlüge. Mit Reiner hatten wir wohl einen der fachkundigsten Rentenexperten da, den es auf unserer Seite gibt. Er beschäftigt sich seit 16 Jahren mit dem Thema Rente und war Mit-Initiator des Seniorenaufstandes Schleswig-Holstein.
Es war Aufklärung der besten Art – mit der Erklärung des politischen Hintergrundes der beabsichtigen und geplanten materiellen Verelendung der älteren Generation. Deutlich wurde die schlimme Rolle deutlich, die unsere Gewerkschaften dabei spielen, besonders die der IG Metall. Sie hat die Rentenkürzungskonzepte sowohl der CDU als auch der SPD-Regierungen nicht nur durch Passivität abgestützt sondern aktiv mit verwirklicht. Das Motto auch beim Seniorenaufstand ist: Wer Rentner quält wird nicht gewählt! Leider können wir unsere Gewerkschaften nicht abwählen, aber wir können unsere KollegInnen aufklären, wie unsere eigenen Gewerkschaftsführer die ArbeiterInnenklasse ins neoliberale Elend führt. Dabei ist Österreich ein Beispiel, daß selbst im Kapitalismus was Besseres möglich ist. Ein besseres Beispiel als Österreich gibt es nicht!
Der von Reiner Heyse initiierte Koordinierungskreis Seniorenaufstand trifft sich mehrere Male im Jahr im DGB-Haus in Hamburg. Es treffen sich KollegInnen aus ganz Norddeutschland.
http://www.seniorenaufstand.de/

Österreichs Alterssicherung: Vorbild für Deutschland?
Florian Blank, Camille Logeay, Erik Türk, Josef Wöss, Rudolf Zwiener
Deutschland und Österreich sind von einem relativ ähnlichen Startpunkt aus in verschiedene rentenpolitische Richtungen aufgebrochen…
Die Zahlen sind beeindruckend: 1560 Euro („netto vor Steuern“) erhielten langjährig versicherte Österreicher, die 2013 in Rente gegangen sind, durchschnittlich von der gesetzlichen Rentenversicherung. Und das 14 Mal im Jahr. Deutsche Neurentner mit ähnlichem Erwerbsmuster mussten sich mit durchschnittlich 1050 Euro im Monat begnügen.
https://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr/2016/4/oesterreichs-alterssicherung-vorbild-fuer-deutschland/

Faktencheck von Sahra Wagenknecht nach Unverschämtheit von Sonia Mikich
„Eine gute gesetzliche Rente ist möglich, wenn alle – also auch Beamte, Selbständige und Politiker – fair einzahlen! So habe ich Anfang der Woche in der ARD-Sendung „Fünfkampf“ argumentiert – mit dem Verweis auf Österreich, wo die gesetzliche Rente im Durchschnitt 800 Euro höher ausfällt. Die Moderatorin widersprach vehement. Zu Recht? Hier kommt mein Faktencheck für Euch, um zu belegen: Österreich kann bei der Rente durchaus als Beispiel für Deutschland gelten“.
https://www.facebook.com/sahra.wagenknecht/photos/a.220243721326366.71218.206307219386683/1848304358520286/?type=3&theater
Anmerkung:
War das nur ein Ausrutscher von Sonia Mikich? Sie ist uns ja seit Jahrzehnten als kritische und wohlvorbereitete Journalistin und Fragestellerin bekannt. Vielleicht macht sie sich ja jetzt schlau über das Rentenniveau in Österreich und entschuldigt sich bei Sahra Wagenknecht? (DW)

Weitere Infos zum Thema:
Österreich : Deutschland = 4:0
http://www.seniorenaufstand.de/in-sachen-rente-steht-es-zwischen-oesterreich
Renten in Österreich 73% – 107% höher!
http://www.seniorenaufstand.de/renten-in-oesterreich-73-107-hoeher/
Vom Nachbarn Österreich lernen!
http://www.seniorenaufstand.de/vom-nachbarn-oesterreich-lernen/

Buchtipp: Die große Rentenlüge – Warum eine gute und bezahlbare Alterssicherung für alle möglich ist
http://norberthaering.de/de/buchtipps/886-rentenluege

Die gesetzliche Rente soll den Lebensstandard im Alter sichern! Deshalb 70 % des Nettolohns!
„Wer Rentner quält – wird nicht gewählt! Die Jungen von heute sind die RentnerInnen von morgen. Wir wollen eine Rente, die den Lebensstandard im Alter sichert: Dazu sind mindestens 70 Prozent des Nettolohns erforderlich.; eine Standardrente auf der Basis von 40 Versicherungsjahren wie vor 1992; eine Mindestrente von 1.000 Euro netto; das Recht, mit 60 Jahren ohne Abschläge in Altersrente gehen zu können. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit lehnen wir ab.; Die Einbeziehung aller Erwerbstätigen mit ihren Einkommen in die gesetzliche
Rentenversicherung.“ Rentenflugblatt vom und beim Bündnis Rente zum Leben (pdf),
http://www.rente-zum-leben.de/Rente-zum-Leben_Flugi_170410.pdf
Die Flugblätter können kostenlos über info@klartext-info.de bestellt werden.

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01 Streik und Menschenwürde. Der Kampf Bremer Mercedes-Arbeiter gegen Werkverträge und Leiharbeit

Buchempfehlung!
„Mit zahlreichen Aktionen inner- und außerhalb des Betriebs haben sie darauf aufmerksam gemacht, dass Schulterzucken gegen diesen skandalösen Trend genau so wenig hilft wie »Regulierungsversuche« oder gar Leiharbeitstarifverträge. Die Spaltung der Belegschaften, die Rechtlosigkeit immer größerer Teile von ihnen zerstört die Kampfkraft, die Solidarität und nicht zuletzt die Gewerkschaften selbst.“ Umschlagtext des von Gerhard Kupfer herausgegebenen Buches im VSA-Verlag (96 Seiten, Juli 2017, EUR 9.80, ISBN 978-3-89965-737-1). Siehe dazu:
a) Infos und Bestellung beim Verlag
http://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/fremdvergaben-stoppen/
b) als Leseprobe beim Verlag (pdf): Inhalt, Vorwort und der Beitrag von Gerhard Kupfer: „Streik gegen die Streichung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 1996: »Wie die Franzosen müsste man es machen …«“
http://www.vsa-verlag.de/uploads/media/www.vsa-verlag.de-Kupfer-Streik-und-Menschenwuerde.pdf
Anmerkung:
Beim Jour Fixe am 4.3.2015 referierten Gerwin Goldschmidt und Gerhard Kupfer, Betriebsräte bei Daimler Bremen zum wilden Streik der 550 KollegInnen der Nachtschicht gegen Werkverträge und Leiharbeit.
Interview mit Gerwin Goldstein: Streiken gegen Leiharbeit (12 Minuten): https://www.youtube.com/watch?v=kZaBFcnjHH0
(DW)

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02 Jeder Zweite wird nur befristet eingestellt: Auch viele Ältere betroffen

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/auch-viele-aeltere-betroffen-jeder-zweite-nur-befristet-eingestellt-aid-1.7062710

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03 Kämpfe im Gesundheitsbereich

(Videos)
Die Beschäftigten in deutschen Krankehäusern machen mobil. Nachdem im Anschluss an einen bahnbrechenden Streik an der Berliner Charité im Juni 2015 erstmals in einem deutschen Krankenhaus verbindliche Personalvorgaben durchgesetzt wurden, nehmen die Kämpfe um mehr Personal im Krankenhaus, aber auch in Altenpflege unter Slogans wie „Pflegekräfte in Not“ und „Der Pflegeaufstand beginnt“ immer mehr Fahrt auf. Landesweit finden derzeit Warnstreiks und Mobilisierungen statt. In neun Bundesländern hat ver.di Kliniken zu Tarifverhandlungen aufgefordert.
http://de.labournet.tv/kaempfe-im-gesundheitsbereich
Hier der link zum Hamburger Bündnis gegen Pflegenotstand:
http://www.pflegenotstand-hamburg.de/

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04 Mir geht es gut, sonst ist mir alles scheißegal –

Glückwunsch! Sie wählen die Merkel. Oder doch nicht?
Von Werner Rügemer
http://www.nachdenkseiten.de/?p=39942#more-39942
Anmerkung:
Klassetext! Unbedingt lesen. Macht auch Spaß, den Text zu lesen. Unbedingt weitergeben – auch wenn schon gewählt worden ist. (DW)

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05 Hinweis auf Nachdenkseiten-Gesprächskreis in Hamburg

https://nachdenken-in-hamburg.de/termine/
Nachdenkseiten, herausgegeben von Albrecht Müller und Jens Berger:
http://www.nachdenkseiten.de/

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06 Vorläufer der Betriebsräte in Deutschland: Matrosenunruhen 1917 in Wilhelmshaven läuten Ende des 1. Weltkriegs ein

Auf der “Prinzregent Luitpold”, wo Albin Köbis als Heizer Dienst getan hatte, gründete sich am 6. November 1918 – ein Jahr nach seiner Hinrichtung – einer der ersten Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands.
Von Elmar Wigand
https://arbeitsunrecht.de/100-jahre-kampf-fuer-frieden-gerechtigkeit-demokratie/

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07 Kasseler Manifest: ”von Athen lernen? – an Distomo erinnern!”

Veranstaltungen am 17.9.2017 in Kassel zum Ende der Documenta
https://www.nadir.org/nadir/initiativ/ak-distomo/

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08 Widerstand gegen Macrons „Loi travail 2“ 2017

U.a. Serie von Bernard Schmid (Paris): Die Katze ist aus dem Sack
http://www.labournet.de/category/internationales/frankreich/politik-frankreich/politik-arbeitsgesetz2_widerstand/

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09 Das VI. Globale Treffen selbstverwalteter Betriebe in Argentinien

„Ein internationales Treffen von diversen Belegschaften, Initiativen und Einzelpersonen der solidarischen Ökonomie hat vergangene Woche in Argentinien stattgefunden. Die etwa 400 Teilnehmenden kamen aus 25 Ländern, darunter China, Mexiko, Südafrika und den USA und diskutierten unter dem Motto „Die Ökonomie der Arbeiterinnen und Arbeiter“ über Probleme, Praktiken und Strategien der Selbstverwaltung, wie auch über die Frage der politischen Zielsetzung einer solchen Vernetzung als Alternative zum Kapitalismus. Das Treffen wurde 2007 durch die philosophische Fakultät der Universität von Buenos Aires angestoßen und hat sich zu einem zentralen Ort des Austauschs für selbstverwaltete Unternehmen, Gewerkschaften und Aktivisten mit Bezug zur Solidarischen Ökonomie entwickelt. Hieraus entstand eine Vernetzung die sich seither stetig trifft und vergrößert“.
https://amerika21.de/2017/09/184038/treff-solidarische-oekonomie-argentinien

Siehe zum Treffen auch drei weitere Beiträge
http://www.labournet.de/?p=116860

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10 Termine

Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus:
Wir rufen auf zur Demonstration am 21.9. – 18 Uhr – Lohmühlenpark / Ecke Lange Reihe.
http://www.pflegenotstand-hamburg.de/

Freitag, 3. November 2017, 16 bis 21 Uhr, Curiohaus, Raum ABC
Niemand redet mehr von Berufsverboten – wir schon! 45 Jahre Berufsverbote – es ist an der Zeit!
Veranstalter: GEW Hamburg und Fachschaftsrat Rechtswissenschaft

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11 Blitzlicht ins Proletariat

Mehrheit der Metallarbeiter gegen atypische Beschäftigung
Die Befragung der IG Metall bei 680.000 Beschäftigten in 7000 Betrieben ergab ein klares Votum der übergroßen Mehrheit dieser Metall-Industriearbeiter gegen Minijobs, befristete Jobs und prekäre Soloselbständigkeit. Bei den Jüngeren (25 bis 34 Jahre alt) stimmten für ein Verbot dieser Beschäftigungsverhältnisse, bei den Älteren (55 bis 64 Jahre alt) sogar 77,5%.
Quelle: IG Metall – Junge Welt 26.4.2017

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