JFI 10-2018 EINLADUNG ZUM 161. JOUR FIXE ++ International: ArbeiterInnen im Kampf gegen Amazon ++ Am Sonntag, 11.03.2018 um 15 Uhr im MPZ, Sternstr. 4 (1. Stock), gegenüber U-Bahn Feldstr.

EINLADUNG zum a.o. JOUR FIXE am 11.03.2018 um 15 Uhr im MPZ, Sternstr. 4 (1. Stock), gegenüber U-Bahn Feldstr.

International: ArbeiterInnen im Kampf gegen Amazon

Amazon-AktivistInnen aus Poznan, Bad Hersfeld, Brieselang (bei Berlin) berichten von ihren Erfahrungen

Bei Amazon hat sich die wohl eigenwilligste Streikbewegung der letzten Jahre entwickelt.

Hier geht es nicht nur darum, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen zurückzuschlagen oder Arbeitsplätze gegen eine drohende Massenentlassung zu verteidigen. Bei Amazon wollen die Arbeiter mehr. Sie wollen ein größeres Stück vom Kuchen, sie wollen den krankmachenden Arbeitsdruck abschaffen, sie kämpfen um ihre Würde und wollen Zugeständnisse nicht als Almosen sondern in Form eines Tarifvertrags.

Sie haben sich einen besonderen Gegner! Amazon-Chef Jeff Bezos ist der reichste Mensch der Welt und zur Unternehmensstrategie des US-Konzerns gehört es, das Unternehmen gewerkschaftsfrei zu halten.

Die Auseinandersetzung ging aus von einer sehr überschaubaren Gruppe von Amazon-Beschäftigten, die sich von dieser Situation herausgefordert fühlten und sich daran machten, Kollegen für einen Kampf gegen Goliath zu gewinnen. Sie nutzten dazu die Strukturen und Möglichkeiten der Gewerkschaft Verdi und auch das deutsche Streikrecht, das Streiks nur in einer Tarifauseinandersetzung zuläßt. Doch indem der kämpferische Teil der Amazon-Beschäftigten den Abschluß eines Tarifvertrags fordert, den der Konzern beharrlich verweigert, befindet man sich in der komfortablen Situation, seit Mai 2013 in einer Tarifauseinandersetzung zu sein und jederzeit streiken zu können.
Die Streikbewegung versteht sich als Basisinitiative. Sie geht von den Beschäftigten aus. Aktivisten reisten zu anderen Standorten, um dort neue Mitstreiter für den Kampf zu gewinnen. Mit jeder Arbeitsniederlegung wächst die Zahl der Teilnehmer.

In Poznan (Polen) wollten Amazon-Beschäftigte mehr von den Arbeitskämpfen ihrer KollegInnen in Deutschland erfahren und suchten den direkten Kontakt. Sie gründeten die Basisgewerkschaft IP (Arbeiterinitiative) und diese neue Gewerkschaft hatte für die KollegInnen eine so große Attraktivität, daß sich in ihr mehr Amazon-ArbeiterInnen organisierten, als in der Solidarnosc. (Neuerdings haben sich in dieser Gewerkschaft auch VW-Arbeiter organisiert, die von der Solidarnosc enttäuscht sind.) Die IP hat darüber hinaus Beschäftigte anderer Branchen organisiert und engagiert sich auch in der Stadtteilarbeit.
Wenn in Deutschland an Amazon-Standorten gestreikt wurde, organisierten die KollegInnen in Poznan einige Male Bummelstreiks, trotz Sanktionen.

Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen den polnischen und deutschen Aktivisten, doch gegen den global operierenden Konzern hat man KollegInnenkontakte in weitere Länder aufgebaut mit dem Ziel, auch grenzüberschreitend zu kämpfen.

Die KollegInnen machen eine Rundreise durch mehrere Städte: Kiel, Hamburg, Bremen und haben ein Treffen mit KollegInnen in dem im vorigen Jahr eröffneten Standort Winsen/Luhe.

Veranstaltungen: https://gewerkschaftslinke.hamburg/event/jour-fixe-161/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*