JFI 07-2019 ++ Bewegung in Frankreich: Gelbwesten ++ Bewegung in Europa: Fridays for Future ++ Gesundheitswesen: Bewegung mit Potential ++ Per Völkerrechtsbruch soll Venezuela „demokratisiert“ werden ++ In Deutschland: Israelkritik ist gleich Antisemitismus! ++

Jour Fixe Info 07-2019. 15. Jahrgang – 17.02.2019

Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg

 

01 Jour Fixe 173 am 6.3. mit zwei ReferentInnen von der Roten Hilfe

Das Entstehen der Roten Hilfe nach dem 1. Weltkrieg, die Praxis heute und ihre Bedrohungen.

Einladung demnächst.

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02 Kampagne von Rechtsextremen gegen den NDR-Journalisten Sebastian Friedrich

Mehrere rechte Medien nehmen einen NDR-Journalisten und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter Beschuss. Ein Volontär soll diskreditiert werden.
http://www.taz.de/Rechte-und-Oeffentlich-Rechtliche/!5570264/
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1112278.sebastian-friedrich-rechte-kampagne-gegen-journalisten.html

Anmerkung:
Sebastian Friedrich referierte beim 152. Jour Fixe am 7.6.2017 zu dem Thema: Die AfD in Parlamenten und Betrieben – Was macht der DGB? Was machen wir?
Vortrag und Diskussion mit Sebastian Friedrich (Berlin)
Autor des Buches: Die AfD. Analysen – Hintergründe – Kontroversen
Wir vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg erklären uns uneingeschränkt solidarisch mit dem Kollegen Sebastian Friedrich! (DW)

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03 »Dann bleibt nur, die Bildung zu boykottieren«

»Fridays for Future«: Schüler fordern weltweit stärkeren Einsatz gegen Klimawandel. Ein Gespräch mit Nele Brebeck
https://www.jungewelt.de/artikel/348742.dann-bleibt-nur-die-bildung-zu-boykottieren.html

„Fridays for future“ Gemeinsam gegen den Klimawandel

http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=7457:fridays-for-future-gemeinsam-gegen-den-klimawandel&catid=76:ausserparlamentarisches

#FridaysForFuture: Schüler*innen „streiken“ für bessere Klimapolitik

Mit der Rede von Greta Thunberg in Kattowitz (Katowice) auf der Weltklima-Konferenz

http://kommunisten.de/news/ausserparlamentarisches/7411-fridaysforfuture-schueler-innen-streiken-fuer-bessere-klimapolitik

Rede von Henrik Peitsch (Lehrer, GEW Osnabrück)

Während unseres FridaysForFuture Klimastreiks am 18.01.2019 in Osnabrück hat Herr Henrik Peitsch als Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) des Kreisverbandes Osnabrück-Stadt am Platz der Deutschen Einheit in Osnabrück eine sehr motivierende und bekräftigende Rede vor den streikenden Schüler*innen, Studierenden und Azubis gehalten. Wir danken ihm dafür vielmals

https://fridaysforfuture.de/rede-von-henrik-peitsch/

Schulstreiks: Eine globale Jugendbewegung

Von Wolfgang Pomrehn

https://www.heise.de/tp/news/Schulstreiks-Eine-globale-Jugendbewegung-4302908.html?view=print

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04 Kohleausstieg – zu spät, zu vage, zu konzernfreundlich

Erklärung von GewerkschafterInnen für erneuerbare Energien zum Ergebnis der „Kohlekommission“
http://www.baso-news.de/Baso/Prgs/cmsimpleaktiv/?Start%2FNews&Kohleausstieg_ …

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05 Neues Wohn-Gesetz soll Schlachthof-Arbeitern helfen

Grüne werfen Landesregierung Untätigkeit vor
Von Klaus Wieschemeyer
https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/1638887/neues-wohn-gesetz-soll-schlachthof-arbeitern-helfen

Anmerkung:
Diese von den Grünen in Niedersachsen geforderten Reformen (Verbesserungen) für die SchlachthofarbeiterInnen sind sehr zu begrüßen. Allerdings: Reformen schließen das Ziel einer Systemänderung nicht aus. Im Gegenteil: Sie sollten Schritte zu diesem Ziel sein, denn es geht darum, die Ursache für Not und Leiden der Schlachthof-ArbeiterInnen zu beseitigen und nicht nur um lindernde Maßnahmen. Wir als GewerkschafterInnen und UnterstützerInnen sollten nicht zurückbleiben hinter der Forderung der 15 jährigen Greta Thunberg (Friday for Future) nach Systemveränderung und des Prälaten Peter Kossen in seiner Stapelfelder Rede, ebenfalls nach Systemveränderung in Kenntnis der Zustände bei Tönnies und Co.

Eine Beschränkung auf die Forderung nach etwas Milderung des Leidens der WerkverträglerInnen würde das System verfestigen! (DW)

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06 Gesundheitswesen: Bewegung mit Potenzial

Von Daniel Behruzi
Streiks und Aktionen für mehr Personal in Kliniken könnten eine Abkehr vom Marktsystem im Gesundheitswesen einleiten.
https://www.lunapark21.net/bewegung-mit-potenzial/

Das Gesundheitstribunal

Urs-Bonifaz Kohler
Fallpauschalen im Interesse der Patienten oder der pauschale Fall Profit aus Krankheit

„Ich bin seit der Ausbildung vier Jahre im Beruf. Im Moment bin ich auf einer Station, wo die Patienten ihre Krebs-Diagnose bekommen und dann auch Betreuung brauchen. Aber das können wir bei unserer Personalsituation nicht genug leisten. […] Wenn ich in England bin und erzähle, dass ich eine nurse bin, dann sagen immer alle: ´Wow, krass, toll!´ Und hier kommt immer: ´Echt? Das tust du dir an?´“
https://www.lunapark21.net/das-gesundheitstribunal/

Kampfmethode Ultimatum

Von disziplinierender Kollegialität zu widerständiger Solidarität – Fallbeispiele aus dem Gesundheitswesen

Von Daniel Behruzi*
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/02/Behruzi_IndBez0418.pdf

Amputieren aus Profitgier

»Der marktgerechte Patient«: Ein Dokumentarfilm zeigt die Folgen der Privatisierung von Krankenhäusern

Von Simon Zeise
https://www.jungewelt.de/artikel/348934.film-amputieren-aus-profitgier.html

http://der-marktgerechte-patient.org/index.php/de/

Film zum Thema Berufskrankheiten im ZDF

Der Film ist für ein Jahr in der ZDF Mediathek abrufbar:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-krank-und-keiner-zahlt-100.html

Von den Filmemacher*innen ist eine umfangreiche Website zum Thema im Netz, die auch weiter ausgebaut werden soll:
https://www.buzzfeed.com/de/danieldrepper/krank-durch-arbeit-und-keiner-zahlt

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07 Interview zum Stand der Gilets Jaunes

Laura Stern

https://rambazamba.blackblogs.org/2019/02/11/interview-zum-stand-der-gilets-jaunes/

Anmerkung:
Sehr gute informative und anschauliche Einschätzung der Gelbwestenbewegung! (DW)

Gelbwestenbewegung: Ausführliche Liste der 109 Verletzten

Mit Altersangabe, Namen und Art der Verletzung
Vorläufige Aufzählung der Verletzten bei den Demonstrationen von November-Dezember 2018

Die vorläufige Bilanz der Schwerstverletzten ergibt:
1 Person wurde getötet (Tränengasgranate)
4 Personen wurden die Hände abgerissen (GLI-F4-Granaten).
18 Personen wurden am Auge verletzt (LBD-40-Kugeln und landende Granaten).
1 Person hat ihr Gehör dauerhaft verloren (Granate)
https://www.nachdenkseiten.de/?p=48665

Gelbwestenproteste: Das Schweigen über die Verletzten

https://www.nachdenkseiten.de/?p=49219

Anmerkung:
Nachdenkseiten bilanziert hier die Zahlen vom 17.11.2018 bis Anfang Januar 2019. Zu recht kritisieren sie die Einseitigkeit der Berichterstattung durch die offiziellen Medien in der BRD, daß in den ersten drei Monaten die Opfer der Gewalt durch die französischen Polizeitruppen nicht benannt wurde! (DW)

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08 Die Opposition gegen Nicolás Maduro wird das Land in eine bessere Zukunft führen?

Mitnichten: Gewalt, Korruption, Verfassungsbruch finden sich auf beiden Seiten

Von Daniela Dahn
https://www.freitag.de/autoren/daniela-dahn/keine-heilsbringer-von-recht-und-wohlstand

„Zynische PR-Strategie“: Venezuela und die Blockade eines Grenzübergangs, der nie geöffnet war

https://deutsch.rt.com/amerika/84126-zynische-pr-strategie-venezuela-und/

Trumps Rekolonisationskrieg gegen Venezuela

Ein Beitrag des Ständigen Vertreters der Bolivarischen Republik Venezuela bei den Vereinten Nationen,
Von Samuel Moncada

https://amerika21.de/dokument/221569/rekolonisationskrieg-gegen-venezuela

Per Völkerrechtsbruch soll Venezuela „demokratisiert“ werden

Große Nebelwerfer und kleine Lichter bei ARD-aktuell
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam, 4. Februar 2019
http://www.schattenblick.de/infopool/medien/meinung/mmsp0030.html
https://publikumskonferenz.de/blog

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09 Wie Israelkritik in Deutschland systematisch verhindert wird

So werden in Deutschland Journalisten mundtot gemacht

Von Christian Müller. Wo Israel das Thema ist, ist nur Lob erlaubt. Das erlebte jetzt auch Andreas Zumach, der u.a. regelmässig für Infosperber schreibt.
https://www.infosperber.ch/Artikel/Home/Antisemitismus-BDS-Israel-Lobby-Suddeutsche-Andreas-Zumach

Zum selben Thema:
https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Antisemitismus-Israelkritik-Israellobby

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Deutschland-Israel-Antisemitismus-Moshe-Zuckermann

Anmerkung:
Und wenn die Israelkritik von Israelis oder Juden kommt wie Moshe Zuckermann, Esther Bejarano und vielen anderen, auch Holocaust-Überlebenden, dann werden sie als»Alibi-Jude« »selbsthassende Juden« oder Nestbeschmutzer tituliert!
Das Niveau dieser vermeintlichen Israelverteidiger ist beschämend! Diese mehr oder minder drastischen Beschimpfungen gehen von neokonservativen „Antideutschen“, „Antinationalen“, christlichen Fundamentalisten aus und werden von hegemonialen Medien, von etablierten Parteien und der AfD aufgegriffen. Die Folge sind dann Veranstaltungsabsagen wie die an Zumach.
Wie Moshe Zuckermann auf einer Veranstaltung mal sagte: Sowas gibt es nur in Deutschland! (DW)

Moshe Zuckermann im Gespräch: „Der allgegenwärtige Antisemit“

Mit Demagogie und Stigmatisisierungen wollen die Eliten den Diskurs beherrschen und die öffentliche Meinung kontrollieren. Jens Lehrich und Florian Ernst Kirner im Gespräch mit Moshe Zuckermann.

Moshe Zuckermann ist einer der Großen unserer Zeit. Als Historiker, zweifellos. Als mutiger Bürger Israels, selbstverständlich. Als Kämpfer für die Menschenrechte der Palästinenser, klar…
Dieser Mann hat eine geistige Tiefe erreicht, die sich nicht allein durch Jahrzehnte des Forschens und Denkens erklärt. Sie ist auch aus den fruchtbarsten Traditionen des Geistes- und Kulturlebens erwachsen. Und sie ist das Ergebnis eines Lebens, das Anteil nimmt, das eingegriffen hat, das nicht nur irgendwo dabei gewesen ist, sondern mittendrin stand, im Fluss der Geschichte…
https://kenfm.de/rubikon-im-gespraech-der-allgegenwaertige-antisemit-moshe-zuckermann/

Anmerkung:
Man merkt den beiden Journalisten, Lehrich und Kirner an, welch tiefen Eindruck Zuckermann auf sie gemacht hat und sie ihn als Person außerordentlich hervorheben, als „Großen unserer Zeit“. (DW)

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10 Termine:

Dokumentarfilm: Todschick – Die Schattenseiten der Mode‚ von Inge Altemeier und Reinhard Hornung

Am Donnerstag, den 21. Februar 2019 um 19:30 Uhr Film im Rahmen des mpz-salon, Sternstr. 4. I Stock. Gegenüber U-Bahn Feldstr.:
„Jede Woche landet neue Ware in den Geschäften der großen Modeketten. Seit vielen Jahren versprechen uns die Modefirmen, saubere und faire Produktionsbedingungen. Aber nicht einmal die Menschenrechte werden eingehalten. Das Sterben für die Mode, ob durch das Sandstrahlen von Jeans oder dem Einsturz maroder Textilfabriken, kann nur mit weltweit wirksamen Gesetzen beendet werden. Frankreich geht voran und hat ein Gesetz verabschiedet. Nun müssen französische Konzerne für die Einhaltung der Grundrechte entlang der gesamten Lieferkette haften. Dagegen setzt Deutschland weiter auf die faden Selbstverpflichtungen der Unternehmen“.

Zur Diskussion dabei: Filmemacherin Inge Altemeier, Waltraud Waidelich (Kampagne für saubere Kleidung Deutschland + Hamburg, Frauenwerk der Nordelbischen Kirche) und weitere von der Kampagne für saubere Kleidung. Mehr:
www.mpz-hamburg.de
Eintritt: bitte Spende

Veranstaltungsreihe: Das Erbe von 1968

Jenseits von Interesse und Identität? Zum Verhältnis der alten und der neuen Linken.
Vorträge und Diskussion mit: Sandro Mezzadra (Uni Bologna), Mario Neumann (Uni Kassel), Ines Schwerdtner (Ada-Magazin, in Kooperatin mit Jacobin Magazin) und Ingar Solty (Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Samstag, 23.02.2019
Im Gängeviertel, Valentinskamp 28a, 19 Uhr

Gioconda Belli: Willkür in Nicaragua

„Ich werde nicht sterben, ohne das befreite Land zu sehen“. Die Autorin spricht über die aktuelle politische Situation ihres Landes.
Musikalische Begleitung: Grupo Sal Duo.
Dienstag, 26.3. um 18 Uhr 30. Kulturkirche Altona. (Eintritt)
(Im Rahmen der Romero-Filmtage 2019

Nicaragua: Der Aufstand – La Insurreccion

Der Aufstand der Sandinisten gegen Somoza 1979. Die geflüchtete Nicaraguanerin Eylin Somarriba ist anwesend für Gespräche über den jetzigen Aufstand.
Montag, 8.4. um 19 Uhr. Metropolis, Kleine Theaterstr.

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11 Blitzlicht ins Proletariat

3,4 Millionen Menschen haben mehrere Jobs

Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich gestiegen. Rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland üben aktuell mehr als einen Job aus, das sind 150.000 mehr als noch Mitte 2017
* Die häufigste Kombination: eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einem Minijob. So machen es rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland.
* In knapp 330.000 Fällen wurden dagegen mindestens zwei sozialversicherungspflichtige Jobs kombiniert.
* Rund 270.000 Menschen haben mindestens zwei Minijobs.

Quelle: Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. Spiegel online am 5.2.19

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