JFI 29-2020 ++ Die politische Linke in der Corona-Krise ++ Callcenter-Arbeit in Corona-Zeiten ++ Kundgebung in Hamburg gegen Massentierhaltung ++ Voith Sonthofen: Abfindung erhöht – Arbeitsplätze weg – Streik beendet ++ Kuba hilft – USA sabotiert und zerstört ++

Jour Fixe Info 29-2020. 16. Jahrgang – 02.06.2020

Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg

 

 

01 IN EIGENER SACHE

Auch in Corona-Zeiten läuft der Kapitalismus weiter wie bisher. Versucht natürlich sogar daraus noch Profit für sich daraus zu schlagen und die Kosten auf die Bevölkerung, besonders die Werktätigen, abzuladen.
Daß der Kapitalismus auch „normal weiterläuft“ soll sich auch im Jour Fixe Info widerspiegeln!
Aber: Wir wollen das Augenmerk darauf lenken, daß wir uns am Anfang einer Wirtschaftskrise befinden, die durch Corona „nur“ beschleunigt wird! Und daß wir es erleben, daß Wirtschaft und Regierungen alle Schuld an Betriebschließungen, Entlassungen und „Einsparungen“ auf die Corona-Pandemie schieben und verstärkt schieben werden, um von der Unfähigkeit ihres Systems abzulenken.
Wir hatten schon seit einem Jahr im Jour Fixe Info die Kategorie: DUNKLE WOLKEN
Kurzmeldungen über aktuelle und angedrohte Arbeitsplatzvernichtungen“
eingefügt und vor mehreren Monaten angepaßt auf: „VON DUNKLEN WOLKEN ZUM ÖKONOMISCHEN ORKAN“.
Außerdem wollen wir der Situation gerecht werden indem wir aufgefordert haben, Berichte zur Arbeits- und Lebenssituation in der Corona-Zeit zu schreiben. Die bisherigen Berichte haben wir auf unserer homepage veröffentlicht:
https://gewerkschaftslinke.hamburg/category/aktuell/corona/

Wir bitten alle KollegInnen, weitere Berichte zu schreiben!

Im Gefolge der Corona-Krise ist es zu Protesten gegen die Maßnahmen der Regierung gekommen, in vielen Städten. Die Proteste scheinen der Beginn einer Bewegung zu sein, ähnlich wie die Montagsdemonstrationen 2004 und Pegida 2014. Ein Schwerpunkt dieses Jour Fixe Info sollen Berichte zu diesem Thema sein.
Im Gefolge der Corona-Krise ist es zu Protesten gegen die Maßnahmen der Regierung gekommen, in vielen Städten. Die Proteste scheinen der Beginn einer Bewegung zu sein, deren Weiterentwicklung derzeit noch schwer absehbar ist. Ein Schwerpunkt dieses Jour Fixe Info sollen Berichte zu diesem Thema sein.

Eine wohl realistische Einschätzung dieser beginnenden Bewegung gab der Präsident des Verfassungsschutzes, Thomas Haldenwang, (Nachfolger des unsäglichen Herrn Maaßen), der vor drei Wochen in der Tagesschau sagte, daß es eine Bewegung aus der Mitte der Bevölkerung sei und Anhänger von Pegida, AfD und „Verschwörungstheorientheoretiker“ sich daran beteiligten um Einfluß zu gewinnen. Das müsse vom Verfassungsschutz genau beobachtet werden!

Wir sind wie Haldenwang der Meinung, daß es eine Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft ist und halten die Einstellung vieler linker Gruppen für falsch, die sagen: Igitt, da sind Nazis und Rassisten dabei, da müssen wir fernbleiben oder gar gegen-demonstrieren.

Wir meinen, wir müssen hingehen, beobachten, analysieren und uns konkret verhalten!

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02 Umfrage: 27 Prozent der Deutschen glauben, dass es bei Anti-Corona-Maßnahmen „um was Anderes geht“

https://deutsch.rt.com/inland/102904-umfrage-27-prozent-deutschen-denken-dass-bei-anti-corona-ma%C3%9Fnahmen-um-was-anderes-geht/?utm_source=Newsletter&utm_medium=Email&utm_campaign=Email

Systemrelevant – irrelevant: Das Versagen der politischen Linken in der Corona-Krise

https://deutsch.rt.com/meinung/102494-systemrelevant-irrelevant-versagen-politischen-linken/

Die Linke gegen den „falschen“ Protest

Von Wolf Wetzel
Der Lockdown einer linken Theorie und Praxis
Dieser Beitrag setzt die Reise entlang der Schlaglöcher und Schlagworte in Corona-Zeiten fort und schaut sich etwas genauer im Spektrum der Linken um: Fehlende inhaltliche Auseinandersetzung. Es ist sicherlich nicht ungerecht, wenn man festhält, dass die Linke im Lockdown nicht existierte.
Das hat ganz naheliegende Gründe: Die parlamentarische Linke, also die Partei Die Linke hat den Maßnahmen zum Ausnahmezustand zugestimmt. Ob diese Partei das unter dem Eindruck der Schock-Bilder gemacht hat oder um in der Krise parteiübergreifend zusammenzuhalten, muss diese Partei beantworten.
https://www.heise.de/tp/features/Die-Linke-gegen-den-falschen-Protest-4725749.html
Anmerkung:
Die Corona Pandemie hat nicht abschätzbare Spuren in der Psyche und im Denken der Menschen hinterlassen. Das gilt nicht nur für „die einfachen Menschen“, es gilt auch für „die politisch bewußten“, unsere Genossen. Die momentanen Hygiene-, Querdenker-, Widerstand 2020- (oder sonstwie genannten) Demos und der Umgang damit von linker, antifaschistischer Seite, halte ich für ein einziges Desaster. Ich glaube, hier ist es der Rechten erneut (nach Pegida) gelungen, eine diffuse Unzufriedenheit aufzugreifen und die Meinungsführerschaft und Organisationsstrukturen zu kapern. Eine Art Gelbwestenbewegung von rechts. Die antifaschistischen Reaktionen darauf halte ich für hilflos bis kontraproduktiv.
Ich bin etwas fassungslos, wie sich im Moment einfache Dinge zu Glaubensfragen entwickeln. Es ist auch in meinem Umfeld abzulesen. Da drehen die Leute auch reihenweise durch. Man muß sich plötzlich für Seiten entscheiden. Es waren alles vernünftige Menschen, sozial denkend, mehr oder weder alternativ oder links angehaucht. Jetzt flitzen sie ins eine oder entgegensetzte Lager. Entweder sind wir von der tödliche Seuche derart bedroht, daß die staatlichen Maßnahmen nicht autoritär genug sein können, notfalls mit Unterstützung der Bundeswehr und mit einer Totalüberwachung. Das dient nur unserer Sicherheit und Gesundheit. Dann gibt es das entgegensetzte Lager, in dem Pandemie nur eine Inszenierung des Staates und von Eliten ist, um die Demokratie in eine Diktatur zu wandeln. Die gesundheitliche Bedrohung sei nur behauptet, aber real nicht vorhanden. (Es gibt viele abgeschwächte Versionen dieser Vorstellungen.) Wie gesagt, das waren alles sympathische und vernünftige Menschen.
Ich war entsetzt, daß mit der Pandemie alle wesentlichen Aktivitäten, Diskussionen und linken Strukturen sich auflösten, bzw. auf Eis gelegt wurden. Alle bisherigen Konflikte bleiben weiter bestehen, Wohnen, Arbeit, Ausbeutung, Umwelt, militärische Konflikte. Alles wurde verdrängt und in den Hintergrund geschoben.
Insbesondere die Soziale Frage wird uns überrollen in einer Heftigkeit, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Damit wollte sich kaum jemand auseinandersetzen.
Ich bin der Meinung, daß die Linke (Bewegung) bei Corona gründlich verkackt hat und ich sehe keinen politischen Ansatz bei den jetzigen Demos. Ich nehme sie eher achselzuckend hin. Ich versuche wieder praktische Ansätze zu finden bei der Sozialen Frage: Arbeit. Wohnen. Armut. (WK)

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03 Betriebsbericht: Callcenter-Arbeit in Corona-Zeiten – Noch mehr Druck als sonst und zusätzliche Emotionsarbeit!

Von C.C., Call-Center-Beschäftigte
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2020/05/28/callcenter-arbeit-in-corona-zeiten/

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04 Kundgebung am Pfingstsonntag gegen Massentierhaltung in Hamburg

„Gemeinsam gegen die Tierindustrie“
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Demonstration-gegen-Massentierhaltung-in-Hamburg,demo2932.html
Anmerkung:
Das war sehr erfreulich, daß das Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ die Arbeits- und Lebensbedingungen der WerkvertragsarbeiterInnen in den Mittelpunkt der Kundgebung gestellt hatte. Das ist eine Verstärkung des Kampfes aller Gruppen, die schon seit etlichen Jahren gegen das System Tönnies kämpfen. Die Anwesenden am Pfingstsonntag waren skeptisch, daß jetzt plötzlich das Werkvertragssystem abgeschafft wird. Da sie den Widerstand sehen von Seiten der Fleischindustrie, besonders des Primus der Schweinebarone, Clemens Tönnies, sowie der CDU. (DW)

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05 Brunsbüttel: Bauplatz besetzt

Seit diesem Freitag morgen haben wir, die Aktionsgruppe „Erdgas – Brücke ins Nichts“, den Bauplatz für ein neues Flüssiggas-Terminal in Brunsbüttel besetzt, einige hohe Tripods aufgestellt und erklettert.
„…Deshalb nehmen wir die Sache jetzt in die eigenen Hände und sagen: Mit uns nicht! Erdgas ist eine Brücke ins Nichts!“
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/brunsbuettel-erdgas-fracking-1706.html
http://erdgas.nirgendwo.info/

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06 Streik der Erntearbeiter_innen in Bornheim

Video, 2 Minuten
Am 15. Mai 2020, begann auf einem Spargel- und Erdbeerhof in Bornheim bei Bonn ein wilder Streik von rumänischen Erntearbeiter_innen. Am frühen Morgen hatte sich etwa die Hälfte der dort beschäftigten 240 Arbeiter_innen, die zum größten Teil aus Rumänien kamen, geweigert, die ausrangierten Linienbusse zu besteigen, mit denen sie normalerweise von ihrer Unterkunft in einem Containercamp auf die Felder gefahren werden. Sie protestierten gegen zu geringe Lohnzahlungen, gegen die unmenschliche Unterbringung und das schlechte Essen, und informierten die Lokalpresse.
https://de.labournet.tv/streik-der-erntearbeiterinnen-bornheim

Der Streik bei Spargel Ritter (bereits in Jour Fixe Info 28-2020)
https://wirkommen.akweb.de/bewegung/der-streik-bei-spargel-ritter/

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07 Unter dem Mindestlohn : Harte Arbeit trotz Corona

Wanderarbeiter aus Rumänien zerteilen Rinder und ernten Spargel. Oft unter schlechten Bedingungen und für zu wenig Geld. Das ist seit Jahren bekannt. Ausgerechnet die Corona-Krise könnte jetzt etwas ändern.
Von Reiner Burger, Michael Martens und Timo Steppat
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/unter-dem-mindestlohn-harte-arbeit-trotz-corona-16792082.html

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08 „VON DUNKLEN WOLKEN ZUM ÖKONOMISCHEN ORKAN – CORONA ALS BRANDBESCHLEUNIGER!“

Berichte zu Auswirkungen auf die Lage der Arbeiterinnen und Arbeiter und deren Widerstand“
Die Strategie von Regierung und Kapital ist es – und die Mainstream-Medien hauen in die gleiche Kerbe – die Tatsachen verschleiernd auf Corona als Grund für die Rezession zu verweisen. Wir können nur immer wieder darauf verweisen, daß Corona nur der Brandbeschleuniger für die Krise ist!

Berichte aus Betrieben, Branchen, Wirtschaft:

Auch beim Bau beginnt der Orkan zu wüten
https://www.jungewelt.de/artikel/379224.bauindustrie-erwartet-weniger-auftr%C3%A4ge.html

Kein Cent für „Cook“-Beschäftigte
https://www.jungewelt.de/artikel/379136.benko-kein-cent-f%C3%BCr-cook-besch%C3%A4ftigte.html

In Leipzig Protest mit Demonstration!
https://www.jungewelt.de/artikel/379433.leipzig-300-lohnarbeiter-von-schaudt-mikrosa-demonstrieren.html

Autozulieferer ZF plant brutalen Kahlschlag
https://www.jungewelt.de/artikel/379431.zulieferer-zf-will-bis-zu-15-000-stellen-streichen.html

Großer Kahlschlag bei Karstadt-Kaufhof-Galeria
https://www.jungewelt.de/artikel/379041.ausverkauf-shutdown-bei-kaufhof.html

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09 Nach 43 Jahren Gewerkschaftsaktivist bei Daimler Harburg: Ulf sagt Tschüß!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Heute ist mein letzter Arbeitstag, ab 1.Juni bin ich Rentner. Eine irre Vorstellung nach 43 Jahren bei Daimler.
Ich durfte hier viel erleben. 1984 der Kampf um die 35 Stundenwoche und die Aussperrung, in der Zeit war ich in der Vertrauenskörperleitung. Dann Daimler Chrysler und der Wandel in der Arbeitspolitik, das DC-Produktionssystem. In der Zeit war ich in der Kommission für Arbeitsplatzgestaltung und konnte diesen Prozess hautnah miterleben. Dann in der OD- und später in der IT Kommission und der Übergang zur elektronischen Personalpolitik. Jetzt zuletzt in der Personalkommission. Herausragend hierzu wie aus der elektronischen Personalpolitik der HRM Bereich immer mehr ausgegliedert wird.
Seit 1984 bin ich aktiv im Vertrauenskörper, lange war ich auch in der VK-Leitung und der IGM-Delegiertenkonferenz. Ich habe gerade noch eine Rede in meinem Archiv entdeckt aus dem Jahre 1988. Erstaunlich, wie wenig wir doch bewegt haben. Es sind Themen die heute teilweise erst neu entdeckt zu werden scheinen. Es zeigt aber auch wie politisch weitsichtig wir in der Gruppe „alternative“ arbeiten und gearbeitet haben.
Etwas schmerzlich für mich ist, dass die letzten Organisationswahlen nicht bzw. nicht ordnungsgemäß abgehalten worden sind. Wir haben darüber geschrieben. Besonders befremdlich ist, wenn ich die Wahl anfechte, dies von der VK-Leitung, der Ortsverwaltung und dem Vorstand einfach totschwiegen und nicht reagiert wird. Deshalb, bei aller Unterstützung im Kampf gegen Rechts, darf es nicht sein, dass Wahlen der IG Metall so abgehalten werden, dass viele Kollegen nicht die Chance haben zu kandidieren und zu wählen.
Dann braucht man auch nicht vor Rechts zu warnen und zu behaupten, dass die unsere Demokratie gefährden!!
Nun sage ich Tschüss und ich hoffe dass ihr auch euch ohne mich nicht die Butter vom Brot nehmen lasst.
Euer Ulf von der alternative
http://www.alternativedamm.de/
Anmerkung:
Lieber Ulf, Du warst oft bei unseren Jour Fixes, hast auch einige Male referiert. Und wir haben mitbekommen, wie Du über Jahrzehnte unermüdlich dabei warst, aktive, kritische Gewerkschaftsarbeit bei Daimler zu organisieren. Unter Herausarbeitung eures Standpunktes, den der alternative, auch gegen die Mehrheit im Betriebsrat und die IGM. Eines ist klar, Du wirst Deine Kolleginnen im Betrieb mit Deinen Erfahrungen weiter unterstützen, aber Du wirst mehr Zeit haben für Deine Familie und Deine Hobbys, Musik und Dein Segelboot – Fußball geht ja nicht mehr! Du sagtest mal: Jour Fixe nützt mir, weil ich dadurch über den betrieblichen Tellerrand hinausschaue. Dieses Lob von Dir trifft genau den Nagel auf den Kopf, darum geht es uns! Bis demnächst!? (DW)

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10 Mein Vater, Gastarbeiter, Kommunist und Gewerkschaftsaktivist bei GoG Opel

Über ein Leben zwischen Südkorea und Bochum
Von Hae-Lin Choi
https://wirkommen.akweb.de/gesellschaft/mein-vater-gastarbeiter-und-kommunist/

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11 Voith Sonthofen: Abfindung erhöht – Arbeitsplätze weg – Streik beendet

Mattis Molde

http://arbeiterinnenmacht.de/2020/05/27/voith-sonthofen-arbeitsplatze-weg-streik-beendet/

»Es bleibt ein bitterer Beigeschmack«

Streik im Getriebewerk von Voith in Sonthofen beendet. Viele Beschäftigte enttäuscht und wütend. Ein Gespräch mit Benjamin-Hanns Schmittler
Interview: Simon Zamora Martin
https://www.jungewelt.de/artikel/379186.es-bleibt-ein-bitterer-beigeschmack.html

IGM: Beschäftigte von Voith Sonthofen erstreiken Sozialtarifvertrag

Voith Sonthofen schließt im Herbst. 170 Beschäftigte der 500 werden drei Jahre weiterbeschäftigt. Für die anderen gibt es Abfindungen, sowie bis zu 18 Monate Weiterbeschäftigung und Qualifizierung in einer Transfergesellschaft. Das haben sich die Beschäftigten in einem Sozialtarifvertrag erstreikt.
https://www.igmetall.de/im-betrieb/beschaeftigte-von-voith-sonthofen-erstreiken-sozialtarif
Anmerkung:
Die Lektüre dieser drei Artikel zum beendeten Streik bei Voith ergibt einen guten Einblick in unsere gewerkschaftliche Situation: Mattis Nolde, früher langjähriger Betriebsrat in einem Metallbetrieb, bewertet das Verhalten der IGM-Führung im Streik bei Voith und kritisiert zu Recht, daß der Apparat seine Möglichkeiten nicht ausnutzte, andere Metallbetriebe für Solidarität für die Voith-KollegInnen zu mobilisieren. Und er unterstellt – aufgrund seiner Erfahrung wohl berechtigt – daß es ihnen gar nicht um die Erhaltung des Werkes ging, sondern um einen möglichst guten Sozialplan.
Der Kolleg Benjamin-Hanns Schmittler von Voith, kritisiert, daß noch mehr hätte erreicht werden können, wenn länger gestreikt worden wäre, die Kraft sei noch da gewesen. Und er kritisiert weiter die Geheimpolitik der IGM in den letzten Tagen vor Abschluß.
Und in der Stellungnahme der IGM dann viel Lob für die Streikenden und Selbstlob für das Erreichte. Aber ein „bitterer Nachgeschmack bleibt“, wie der Kollege Benjamin-Hanns Schmittler bitter resumiert.
Aber wäre es nicht ertragreich, in Zukunft den KollegInnen, deren Betrieb geschlossen werden soll und die aus Protest in den Sreik treten, um für den Erhalt ihrer Firma zu streiken, die DGB-Gewerkschaft aber nur für einen guten Sozialplan, eine Aufstellung der vielen, vielen Kämpfe in die Hand zu geben, wo die Prozedur so ablief wie bei Voith. Vielleicht schauen die streikenden KollegInnen dann über den Tellerrand ihres Kampfes hinaus und gehen Schritte, die vom Apparat nie ergriffen werden bzw. begriffen werden können, weil sie als oberste Maxime die Ideologie der Sozialpartnerschaft im Kopf haben? (DW)

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12 Zum Abschied von Manolis Glezos 9.9.1922 – 30.3.2020

https://arbeiterpolitik.de/2020/05/zum-abschied-von-manolis-glezos9-9-1922-30-3-2020/

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13 Friedrich Engels: Wuppertal ist eine Reise wert

Am 28. November 1820 in Barmen geboren, lebte Friedrich Engels seine Kindheit und Jugend im Wuppertal. Als Unternehmersohn und gleichzeitig kommunistischer Theoretiker hat er eine faszinierende Lebensgeschichte zu bieten. Sein 200. Geburtstag 2020 bietet die Chance, den weltweit berühmtesten Wuppertaler wiederzuentdecken zum Beispiel als den Theoretiker, der lange vor Marx die Schlüsselfunktion der Ökonomie für die geistige und politische Entwicklung im Fokus hatte.
https://www.wuppertal.de/microsite/engels2020/ueber-engels/Friedrich-Engels.php

Friedrich Engels – Ein Gespenst geht um in Europa
Begleitband zur Engelsausstellung 2020
Hrsg. Dr. Lars Bluma
https://www.bergischerverlag.de/titel/friedrich-engels-ein-gespenst-geht-um-in-europa/

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14 Kuba hilft – USA sabotiert und zerstört

Kubas „Armee der weißen Kittel“: Das „Kontingent Henry Reeve“
Von Volker Hermsdorf
Mehr als 1.500 medizinische Fachkräfte aus Kuba unterstützen derzeit ihre Kolleginnen und Kollegen in rund zwei Dutzend Ländern der Welt bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Während Patienten, Politiker und Regierungen der betroffenen Regionen den Einsatz der Brigaden des „Kontingent Henry Reeve“ anerkennend würdigen, versucht Washington, die Hilfe aus Kuba zu sabotieren.
http://www.schattenblick.de/infopool/medizin/gesund/m3al2605.html

Weltweiter Vorschlag:
Friedensnobelpreis für Kubas Internationale Medizinische Brigade Henry Reeve

http://www.schattenblick.de/infopool/medizin/soziales/m7it0132.html

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15 Termine:

Protestkundgebung: Kiel, Asmus-Bremer-Platz (10 min zu Fuß vom HBF), 6.6. 14°°

„Die Rumänen werden schlechter behandelt als die Schweine, die bei Westfleisch geschlachtet werden!“ (so eine rumänische Arbeiterin)
Veranstalter: u.a. Chefduzen Kiel, Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2020/06/02/schlachthoefe-die-rumaenen-werden-schlechter-behandelt-als-die-schweine-die-bei-westfleisch-geschlachtet-werden/
Anmerkung:
Wem es möglich ist, den/die bitten wir, mit nach Kiel zu fahren! (Schleswig-Holstein-Ticket!) (DW)

Lampedusa in Hamburg is in Solidarity with the family and friends of GEORGE FLOYD – Justice for George Floyd

Die Gruppe Lampedusa ruft auf zur Kundgebung am 6. Juni ab 15:00 Uhr auf dem Rathausmarkt
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=245436676782337&id=523049607730311&sfnsn=scwspmo

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