Netzwerk GewerkschafterInnen gegen Fertigmacher und Union Busting

Wir gründeten „GewerkschafterInnen gegen Fertigmacher/Union Busting“ bereits in 2016. Inzwischen, August 2020, liegen 5 Jahre Praxis hinter uns.

Was können wir tun?

Wir streben ein regionales und überregionales Netzwerk aus Gewerkschaftsmitgliedern, Solidaritätskomitees, Einzelpersonen und Vereinen an, sind dabei, es aufzubauen. Wir verstehen uns als partei- und gewerkschaftsunabhängiges Bündnis. Wir arbeiten mit Organisationen und Personen zusammen, die unsere Ziele teilen. Nur gemeinsam sind wir stark. Wir verfügen gemeinsam über mehrere hundert Jahre Gewerkschaftserfahrungen oder Erfahrungen als gesetzliche Interessenvertretungen. Wir sind in Hamburg, bundesweit und international vernetzt, um uns zu informieren und gemeinsam zu handeln. Wir verstehen uns als ein kollegiales Bündnis, in dem das in den einzelnen Gruppen vorhandene Know-how zusammengetragen und koordiniert werden kann. Die professionellen Fertigmacher sind dabei, international gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer samt ihrer Interessensvertretungsorganisationen zu arbeiten. Sie wollen uns zerschlagen und dem müssen wir unseren entschiedenen und gemeinsamen Widerstand entgegensetzen. Wir unterstützen Betriebsgruppen z.B. im Widerstand gegen die Zerschlagung ihrer Betriebsräte.- und Gewerkschaftsgruppe. Ein Beispiel unseres Engagements ist die Firma Neupack und die Unterstützung der Belegschaft in ihrem Kampf für einen Haustarifvertrag und die Abwehr der Zerschlagung des Betriebsrates. Siehe hier den Film (6 Min.): „Schmutzige Methoden – >>Union Busting<< bei Neupack“

Was können wir leisten?

Unsere bisherige Praxis: Wir haben drei Konferenzen bzw. workshops ausgerichtet. Auf die Organisierung einer weiteren Veranstaltung im vorigen Jahr haben wir verzichtet, da von den vielen aus dem von Union Busting/Fertigmachern aus dem Verteilerkreis, sich kaum eine/r an der Planung dieser Veranstaltung beteiligen wollte, außer – außer uns selbst aus dem Kernkreis von „GewerkschafterInnen gegen Fertigmacher/Union Busting“. Unser Kreis aber lebt vom Mitmachen der bisher oder aktuell von Union Busting Betroffenen! Wir sind kein Verein oder ähnliches mit Beiträgen, wir sind alle ehrenamtlich aktiv.

Wir haben in den letzten fünf Jahren die Erfahrung gemacht, daß Kolleginnen, von Fertigmachen/Union Busting betroffen, gegoogelt haben und auf work watch, aktion./.arbeitsunrecht oder Jour Fixe Gewerkschaftslinke/GewerkschafterInnen gegen Fertigmacher gestoßen sind. Sie waren Gewerkschaftsmitglieder – oder nicht. Einige hatten sich an ihre Gewerkschaft gewandt, wurden aber vom zuständigen Sekretär aber nur an den Rechtsschutz verwiesen, leider. Wir hingegen sehen Union Busting/das Fertigmachen von KollegInnen nicht in erster Linie als juristische Angelegenheit sondern als gewerkschaftlich-politische Aufgabe. Es ist ein Angriff von Kapitalseite und die Betroffenen sollen zu Opfern gemacht und ausgesondert werden. Wir wollen, daß diese KollegInnen standhaft bleiben können und sich im Betrieb behaupten und dabei Unterstützung von innen und außen bekommen, Strukturen aufbauen und ein Netzwerk untereinander. Das sind anspruchsvolle Ziele.

  • Mit Betriebsgruppen gemeinsam, können wir eine bündnisstarke Unterstützung vorbereiten und mobilisieren. Wir helfen euch dabei, dass ihr eure Kolleginnen und Kollegen mobilisiert.

  • Wir hören euch zu und nehmen euch ernst. Wir kennen genügend Fertigmacher-Fälle und wir wissen, wie schmerzhaft diese Erfahrung ist. Wir bevormunden euch nicht und wir nötigen euch auch nicht zu irgendwelchen Handlungen.

  • Wir können euch mit vertrauenswürdigen Anwälten, Ärzten, Psychologen und Anderen in Kontakt bringen. Wir vermitteln nur Kontakte zu Unterstützerinnen und Unterstützern, die wir zu 100% kennen und denen wir zu 100% vertrauen. Die Entscheidung für eine oder einen unserer Beraterinnen oder Berater bleibt selbstverständlich bei euch.

  • Wir vermitteln zwischen euch und eurer Gewerkschaft. Im Kampf gegen die Fertigmacher raten wir, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Dadurch werdet ihr zum Kollektiv. Ein kämpferisches und kritisches Kollektiv ist erforderlich, um erfolgreich zu sein. Das heißt auch kritisch gegenüber der sozialpartnerschaftlichen Ideologie in den eigenen Reihen und im Gewerkschaftsapparat. Erfolgreich mit einem  selbstbewußten Kollektiv, das die eigene Gewerkschaft als fachkundigen Unterstützer und Dienstleister in Anspruch nimmt!

  • Allein bleiben ist zum Scheitern verurteilt, weil ihr es mit einem hochprofessionellen Netzwerk von Fertigmachern zu tun habt. Sie haben nicht nur die betriebliche Macht, sie verfügen auch über unglaublich viel Geld, damit die Fertigmacher bezahlt werden können. Einige von uns haben sehr gute Kontakte in die entscheidungsrelevanten Gremien der Gewerkschaften. Wenn ihr vor Ort an eurer Gewerkschaft scheitert, dann helfen wir euch!

  • Wir helfen euch dabei Kontakte zur Presse herzustellen. Bei Bedarf führen wir Aktionen durch, verteilen Flugblätter oder begleiten euch zum Arbeitsgericht.

  • Seit zwei Jahren führen wir 1 x im Jahr einen Workshop in Hamburg durch. Hier treffen sich Betroffene und Unterstützerinnen und Unterstützer, um sich zu informieren und sich zu beraten. Der Spuk des Arbeitgeber- Psycho-Terrors löst sich auf, wenn ihr über eure Erfahrungen sprechen könnt und auf Gleichgesinnte trefft. Die Teilnahme am Workshop  ist kostenlos.

Was können wir nicht leisten?

  • Wir können und wollen nicht in erster Linie soziale oder psychologische Hilfe leisten sondern gewerkschaftliche, organisierende!

  • Natürlich hören wir sehr genau zu und wir sind daran interessiert, was euch wirklich widerfahren ist. Wir sind mehrheitlich nicht ausgebildet im Umgang mit psychologischer Kriegsführung und so können wir eine professionelle Hilfe, die in eurem Fall vielleicht auch erforderlich ist, nicht in der Einzelfallberatung in der gebotenen Erforderlichkeit unterstützen. Eine Einzelfallberatung sehen wir im Zusammenhang mit dem Anstreben einer Betriebsgruppe und von Widerstandsstrukturen im Betrieb.

  • Wir helfen euch dabei, wie ihr das Thema betrieblich oder gegenüber eurer Gewerkschaft vertreten könnt. Handeln müsst ihr. Wir können und wollen nicht stellvertretend für euch tätig sein. Jeden Schritt tun wir nur in Absprache mit euch!

Unsere Erfahrungen

Der Aufbau unseres Netzwerkes gegen Fertigmacher braucht einen langen Atem (und Frustrationstoleranz). Aber es gibt nicht nur Enttäuschungen sondern wir erleben auch kleine Erfolge.

Es sind viele KollegInnen, einzelne oder auch Gruppen, zu uns gekommen. Aber auch viele sind wieder nach einigen Monaten weggeblieben, nachdem sie mit ihrem Konflikt „durch“ waren, z.B. vor dem Arbeitsgericht.

In vielen Betrieben ist es so, daß oft von Union Busting/Fertigmachen im Betriebe betroffene KollegInnen, auch Betriebsräte, keine Unterstützung von der Mehrheit im Betriebsrat oder vom Betriebsratsvorsitzenden bekommen haben – im Gegenteil, daß diese sich als Co-Manager gerierten! Und daß sogar die zuständige Gewerkschaft in ambivalenter Manier sagt: „Wir sind für beide Seiten zuständig, ihr seid ja alle Mitglieder!“ Das haben wir tatsächlich erlebt, mehrfach!

Ursprünglicher Text vom 01.12.2016, überarbeitet und ergänzt im August 2020

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