Das Mietshäuser Syndikat

Bericht vom Draußen-Jour Fixe am 3. August 2022
Die Einladung zum Jour Fixe:
Das Mietshäuser Syndikat
KEINE PROFITE MIT BODEN UND MIETE
https://gewerkschaftslinke.hamburg/event/jour-fixe-201
Am 03.08.2022 hatten wir unser jährliches Draußen-Jour Fixe, an dem 12 KollegInnen
teilnahmen.
Wir hatten Rolf Weilert gebeten, uns das „Mietshäuser Syndikat“ vorzustellen. Rolf ist ein
Hamburger Urgestein des Syndikats und konnte uns sehr anschaulich die Geschichte, den
aktuellen Stand und das politische, soziale und finanzielle Grundkonzept des Mietshäuser
Syndikats aus seiner eigenen Praxis darstellen.
Hier die Internetseite mit vielen Informationen: https://www.syndikat.org/der-projektverbund/
Bei unserem sehr interessanten Rundgang durch den Stadtteil Ottensen in Hamburg-Altona
stellte Rolf uns mehrere Objekte des Syndikats vor: Hier sind es hauptsächlich Projekte des
kollektiven Zusammenlebens und von solidarisch organisiertem Handwerk und Gewerbe.
Rolf erzählte uns, wie das Mietshäuser Syndikat 1992 zuerst in Freiburg im Breisgau aus der
Hausbesetzerszene für die kollektive Aneignung von leerstehendem Wohnraum, der aus
Profitinteressen der Eigentümer*innen nicht genutzt wurde, entstanden war. Auch Hamburger
Hausprojekte schlossen sich sehr bald dem Syndikat an.
Für das Recht auf kollektive Lebensgestaltung, den Kampf gegen unbezahlbare Mieten, gegen
Armut und soziale Ungleichheit konnte das Mietshäuser Syndikat eine rechtliche und finanzielle
Konstruktion entwickeln, die in den 30 Jahren seines Bestehens immer stärker wurde.
174 Hausprojekte und 16 Projektinitiativen bilden heute einen festen Verbund, der etwa 4500
Menschen solidarischen Lebensraum ermöglicht.
Jedes Projekt ist aus einer Initiative von Menschen entstanden, die in dem Haus das sie
bewohnen ihr eigenes autonomes Konzept verfolgen. Die Bewohner*innen sind Vermietende
und Mietende ihres Hauses in einem; denn sie zahlen die Kredite mit der Miete ab, die deutlich
unter denen des ortsüblichen kapitalistischen Wohnungsmarktes liegen. Es wird kein Profit
abgeschöpft. Mit einem kleinen zusätzlichen Solidarbeitrag tragen sie zu den Rücklagen des
Syndikats bei, die es ihm ermöglicht, neuen Projekten finanziell auf die Beine zu helfen.
Das Syndikat ist als Co-Gesellschafterin in jedem einzelnen Projekt stimmberechtigt und sorgt
auf diese Weise dafür, daß die Häuser nie wieder in die Hände der privaten Profitwirtschaft
zurückfallen.
Judith Vey vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung beschreibt das Mietshäuser
Syndikat als „eine funktionierende Verbindung anarchistischer, direktdemokratischer und
marxistischer Ansätze.“
Das konnte Rolf uns mit seiner engagierten Darstellung des Mietshäuser Syndikats und während
unseres Besuchs der Projekte eindrucksvoll vor Augen führen.
Den Info-Film „Das ist unser Haus“ findet ihr unter https://www.syndikat.org/video-und-film/
Und wer nun auch Mitglied des Syndikats werden will, findet alles dazu hier:
https://www.syndikat.org/mitgliedschaft/
Für solidarische Menschen die etwas zu vergeben haben, kann die gerade gegründete
Syndikatstiftung spannend sein: www.syndiktstiftung.org

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