JFI 37-2022 ++ Mehr Geld für Hafenarbeiter ++ Antikriegstag Hamburg 2022 ++ «Das System fliegt uns gerade um die Ohren» ++ Baerbock, der Schicksalsschlag unserer Nation ++ Mehr hinhören, was die Russen sagen ++ Chile: Verfassung abgelehnt! ++

Jour Fixe Info 37-2022. 18. Jahrgang – 09.09.2022

Aktuelle Sammlung von – vor allem – gewerkschaftspolitischen Artikeln, Beiträgen und Fakten als Hintergrund und Ergänzung zu den Veranstaltungen des „Jour Fixe“ in Hamburg

 

 

01 Mehr Geld für Hafenarbeiter

Verdi stimmt Abschluss für Nordseehäfen zu. Schwächen bleiben bestehen
Jens Walter
https://www.jungewelt.de/artikel/434044.arbeitskampf-mehr-geld-f%C3%BCr-hafenarbeiter.html
Anmerkung:
ob die kollegInnen, die gestreikt haben, auch zugestimmt hätten? Diese lieber gar nicht fragen. Direkte Demokratie? – Fehlanzeige! Ob diese Methode die Gewerkschaftsbindung stärkt? Oder eher zu Austritten führt? (DW)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

02 Antikriegstag Hamburg 2022 – Alle Kriege beenden! Gegen Aufrüstung, Sanktionen, Waffenlieferungen!

Youtube 9 Minuten
https://www.youtube.com/watch?v=vxorzmKUQ4w

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

03 Jeder nennt den anderen faschistisch: In Leipzig demonstrierten Linke und Rechte am selben Ort

Es sollte der Auftakt zu einem «heissen Herbst» werden, der womöglich in einen «Wutwinter» mündet – wegen der Energiepreise und weil viele deutsche Bürger sich vom Staat an den falschen Stellen gegängelt und an anderen alleingelassen fühlen.
Fatina Keilani, Leipzig
https://www.nzz.ch/international/linke-und-rechtsextreme-bei-demo-in-leipzig-keine-querfront-ld.1701362?mktcid=nled&mktcval=123_2022-09-06&kid=nl123_2022-9-6&ga=1
Anmerkung:
„Jede Seite nennt die andere faschistisch“, beobachtet die Autorin und Absicht sei, „den Rechten nicht die Straße zu überlassen“.
Parallelen zu den Hamburger Samstagdemos (Kunsthallendemos) seit Herbst 2021: Auch wir, die wir uns bei den Samstagdemos ab Ende November einmischten, haben erlebt, wie kleine Antifa-Grüppchen am Rande uns zuriefen „Nazis, Nazis“ und einige ärgerlich zurückriefen „Selber Nazis“. Und wir haben eben mit der Absicht gehandelt, „den Rechten nicht die Straße zu überlassen“. Was in Hamburg überzeugend gelungen ist. (DW)

Parlamentspartei und Straße

Leipzig: 5.000 Menschen bei Linke-Kundgebung gegen Verarmung. Mobilisierungsprobleme deutlich sichtbar
Von Nico Popp, Leipzig
https://www.jungewelt.de/artikel/434121.protestbewegung-parlamentspartei-und-strasse

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

04 «Das System fliegt uns gerade um die Ohren»

Es braut sich ein perfekter Sturm zusammen. Wie wird dieser Wahnsinn enden?
Von Milosz Matuschek
https://www.freischwebende-intelligenz.org/p/system-fliegt-um-die-ohren

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

05 Baerbock, der Schicksalsschlag unserer Nation

Die personifizierte Unfähigkeit fährt alles in die Grütze, wofür das bessere Nachkriegs-Deutschland einmal stand
Frauenpower, erinnern Sie sich noch?
Angela Merkel fand nichts dabei, Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank, im Kanzleramt eine Saus-und-Braus-Fete zum 60. Geburtstag auszurichten.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fand, dass sie bei 300 Millionen Euro für Beraterverträge auch einen ihrer Söhne bedenken könne.
Die Olivgrüne Annalena Baerbock fand, ein Sonder-Honorar aus der Parteikasse brauche nicht in ihrer Einkommensteuererklärung aufzutauchen, und Nebeneinnahmen zu melden könne jeder mal vergessen.
Patricia Schlesinger fand, Promis aus Wirtschaft und Politik zu opulenten Fressabenden einzuladen und den Rundfunkbeitragszahler dafür blechen zu lassen, stehe einer RBB-Intendantin zu.
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
https://publikumskonferenz.de/blog/2022/09/01/baerbock-der-schicksalsschlag-unserer-nation/

Verbaerbockt

Wenn Diplomaten etwas unverblümt aussprechen, meinen sie in der Regel auch, was sie gesagt haben.
Von Gunnar Jeschke
https://www.freitag.de/autoren/gunnar-jeschke/verbaerbockt-nicht-egal/

Leserbrief zum Artikel von Petra Welzel (Chefredakteurin der ver.di-Zeitschrift Publik): Frauen in neuem Licht

https://publik.verdi.de/ausgabe-202205/frauen-in-neuem-licht/
Die Kollegin Welzel schreibt:

„Was wäre, wenn Frauen die Welt regierten?“, fragt die israelische Multimediakünstlerin Yael Bartana in einer Performance, die die aktuelle Lage, in der sich die Welt befindet, in apokalyptischen Bildern hinterfragt: Männer haben die Welt an den Rand des Kollapses geführt, eine reine Regierung aus Frauen versucht nun zu retten, was zu retten ist. Erstmalig 2018, Trump war der Präsident der USA, hat Bartana ihre Performance mit Schauspielerinnen und Expertinnen aus der Wissenschaft aufgeführt.
Inzwischen haben wir In Deutschland mit Annalena Baerbock von den Grünen eine Außenministerin, die für eine feministische Außenpolitik steht und das auch bei öffentlichen Auftritten mit einfließen lässt. So erscheint auch Bartanas Performance heute, vier Jahre später, in neuem Licht. Nicht nur Baerbock steht für eine andere Politik, Länder wie Neuseeland und fast alle skandinavischen Länder werden seit einigen Jahren von Frauen regiert, die es anders machen.“

 

Leserbrief: Wenn die Kollegin Welzel sich eine Weltregierung oder Regierungen überall mit Frauen an der Spitze imaginiert und damit die Welt entscheidend besser würde, geht sie schon anhand des Beispieles Baerbock auf einen grandiosen Irrweg. Baerbock, die den Krieg gegen Rußland durch immer mehr Waffenlieferungen vorantreiben will und Rußland „ruinieren“ will? Da scheint mir die Gefahr einer Apokalypse real zu werden.
Da dürfte auch der frühere Ver.di Vorsitzende Frank Bsirske und jetzige Grünen-Bundestagsabgeordnete was dagegen haben, der am 3.3. in Regensburg die geplante Erhöhung der Militärausgaben scharf kritisierte.
Machen wir mal das Gedankenspiel der Kollegin Welzel weiter:
Margret Thatcher
in der Weltregierung? Sie hat die Gewerkschaften in England entmachtet!
Madeleine Albright (ehemalige Außenministerin der USA) in der Weltregierung? Sie antwortete auf die Frage, ob »die Sanktionen den Preis der halben Million toter Kinder „wert“ seien: „Wir meinen, dass sie den Preis wert sind.“
Rosario Murillo, Vizepräsidentin von Nicaragua. Kenner der Verhältnisse des Landes streiten sich, wer mehr Blut an den Händen hat, Murillo oder ihr Gatte, der Ex-Revolutionär Daniel Ortega.
Angela Merkel. Es fragt sich doch, ob die Ex-Kanzlerin „besser“ war im Vollzug der neoliberalen Politik als ihre Vorgänger, Schröder, Kohl?
Es könnten noch seitenlang weitere Führungsfrauen aufgeführt werden. Wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Ursula von der Leyen – es dürfte vielen Männern schwerfallen, diese in ihrer kriegerischen Militanz zu übertreffen.
Die Kollegin Welzel hat sich wohl zu sehr den Satz von Frau Albright zu Herzen genommen: „Es gibt einen speziellen Platz in der Hölle für Frauen, die einander nicht beistehen.“ Sie sollte ihre feministischen Solidaritätsgefühle lieber auf „Normalfrauen“ beziehen!
Dann könnte ich ihr vielleicht Recht geben. Daß ein Dabeisein von Frauen in Basisgremien – wie Betriebsräten, Vertrauensleutekörpern, Bürgerinis usw. – dazu beiträgt, daß es in diesen freundlicher, solidarischer und kommunikativer vor sich geht! Frauen stellen nach meiner Erfahrung weniger ihr Ego in den Vordergrund, haben kein Gockelgehabe, können besser zuhören.
Seltsam, daß die Kollegin Welzel diese Ebene nicht im Blick hat. Und nur „die da oben“ bewundert.
Dieter Wegner, Hamburg
PS: Der Leserbrief wurde (natürlich) nicht gebracht. (DW)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

06 Fulminante Rede von Sarah Wagenknecht, gerichtet an Minister Habeck:

„Sie haben nicht das Recht, Millionen Menschen ihren bescheidenen Wohlstand zu zerstören“
(Mit 5 minütigem Video der Rede)
https://www.nachdenkseiten.de/?p=87847#more-87847

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

07 Das Märchen von der Zeitenwende oder: Sarajevo ist überall

Von Geert Platner
Das Attentat von Sarajevo war die Wende zum Krieg, den eigentlich niemand wollte – das war eins der vielen Märchen, die wir im Geschichtsunterricht hörten.
Doch bereits zwei Jahre vorher, am 8.12.1912, fand die militärpolitische Geheimkonferenz statt, die eindeutig den Krieg des Kaiserreichs vorbereitete.
Eine verblüffend ähnliche Legende ist das Narrativ von der ZEITENWENDE durch den Ukraine-Krieg.
https://arbeiterpolitik.de/2022/09/das-maerchen-von-der-zeitenwende-odersarajevo-ist-ueberall/

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

08 Krieg in der Ukraine: Mehr hinhören, was die Russen sagen

Von Gilbert Doctorow
Der Tag, an dem Scholz grünes Licht für die Eröffnung von Nord Stream II gibt, wird den russischen Sieg markieren und den von den USA gesteuerten selbstmörderischen Entscheidungen hier in Europa ein Ende setzen.
https://globalbridge.ch/krieg-in-der-ukraine-mehr-hinhoeren-was-die-russen-sagen/

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

09 Mehr als Klimaschutz

Radikale Anpassung an die Folgen des Klimawandels wäre die Möglichkeit, soziale und ökologische Fragen zu emanzipatorischer Politik zu verbinden
Ulrich Brand, Barbara Fried, Rhonda Koch, Hannah Schurian und Markus Wissen
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1166410.klimawandel-mehr-als-klimaschutz.html

Die Klimakrise: Auch eine Frage von Krieg oder Frieden

Wir müssen alles tun, um die Klimakrise zu stoppen – und zwar sozial gerecht, damit unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht. Weltweite Abrüstung gehört dazu.
Von Peter Brandt, Reiner Braun, Michael Müller
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/die-klimakrise-auch-eine-frage-von-krieg-oder-frieden-li.261733

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

10 KRISENFOLGEN – INFLATION

Kurze Meldungen zu den Auswirkungen für die ArbeiterInnen und zu ihrem aktiven Widerstand
Das Jahr 2019 gilt als der Ausgangspunkt einer dramatischen weltweiten kapitalistischen Überproduktionskrise, in deren Gefolge sich wieder einmal Inflation, Verarmung und Beute-Kriege zwischen verschiedenen Kapitalistengruppierungen verstärken.
In Deutschland war 2019/20 besonders die Auto-Industrie als führende Kraft des produzierenden Gewerbes von der Überproduktion betroffen. Mit Verzögerung seit 2020 zeigen sich bis heute Auswirkungen auch in den anderen Wirtschaftszweigen. Wie bei jeder bisherigen Krise geraten der Mittelstand und besonders die abhängig Beschäftigten in große Not. Ihnen zur Beruhigung und Ablenkung wird offiziell die Corona-Pandemie (die „Corona-Krise“) als Ursache für das ökonomische Desaster dargeboten.

Löhne sinken inflationsbedingt!
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/loehne-sinken-inflation-1.5643590

Prognose: Mehrheit (!) der Bürger kommt an finanzielle Grenzen
https://www.jungewelt.de/artikel/433002.inflation-nichts-zu-sparen.html

Teures Lernmaterial für Schulanfänger trifft die Armen
https://www.jungewelt.de/artikel/432705.chancenungleichheit-in-der-brd-schult%C3%BCte-leer.html

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

11 In Chile wurde der Vorschlag für eine neue Verfassung abgelehnt

Von Pía Figueroa
https://www.pressenza.com/de/2022/09/in-chile-wurde-der-vorschlag-fuer-eine-neue-verfassung-abgelehnt/

Referendum in Chile: Progressive Verfassung abgelehnt

62 Prozent der Wahlberechtigten stimmen gegen die Reform. Präsident Boric lädt alle politischen Parteien zur Zusammenarbeit ein, um gemeinsam einen neuen Verfassungsprozess in Gang zu bringen
Von Malte Seiwerth, Santiago de Chile
https://amerika21.de/2022/09/259897/verfassung-abgelehnt

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

12 Howard Zinn (1922-2010): The People’s Historian

Zum Leben und Werk einer der einflussreichsten Stimmen des (amerikanischen) Sozialismus.
Die Geschichte (und Gegenwart) der USA verstehen? Dieses Buch hilft enorm.
Von Peter Cole
https://www.rosalux.de/news/id/46899

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

13 Bidens Besuch in Israel

… das seit Jahrzehnten palästinenische Gebiete okkupiert, und beim kriegsführenden saudischen Diktator
Moshe Zuckermann über die amerikanischen Interessen, den Palästina-Konflikt als Kernproblem der Region und warum man nur in Deutschland Antisemit ist, wenn man von Israel als Apartheidsstaat spricht.
https://arbeiterpolitik.de/2022/08/bidens-besuch-in-israel-das-seit-jahrzehnten-palaestinenische-gebiete-okkupiert-und-beim-kriegsfuehrenden-saudischen-diktator/

Israels 2 Ex-Botschafter: „Was in Palästina geschieht, ist Apartheid“

Zwei ehemalige Botschafter Israels für Südafrika appellieren an den Ökumenischen Rat der Kirchen, Israels Siedlungspolitik als Apartheid zu verurteilen. Ein Kommentar.
Von Ilan Baruch und Dr. Alon Liel
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/kommentar-siedlungspolitik-israels-ex-botschafter-in-suedafrika-ilan-baruch-dr-alon-liel-was-in-palaestina-geschieht-ist-apartheid-li.263951

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

14 Termine

Mutter Courage und ihre Kinder

Film, Theateraufnahme | Regie: M. Wekwerth/P. Palitzsch | DDR 1961 | 145 Min.
Der Krieg kennt keine Gewinner – mit Ausnahme jener „großen Herren“, die mit ihren großen Geschäften an ihm verdienen. Kaum ein Bühnenstück veranschaulicht diesen folgenschweren Tatbestand so eindrücklich, erkenntnisreich und rational bewegend wie die 1941 in Zürich uraufgeführte „Mutter Courage“ von Bertolt Brecht. Kaum eine Verfilmung lässt die aufklärerische Wirkung des Originalstücks so ungemindert zur Entfaltung kommen, wie die nach der Modellinszenierung des Autors unter Regie und Mitwirkung des Berliner Ensembles entstandene DEFA-Aufnahme von 1961.
https://schluss-mit-austeritaet.de/event/filmseminar-mutter-courage-und-ihre-kinder

Der Traum der Kurden: Rojava

Mpz-salon:
Dienstag, den 27. September 2022, 19:30 Uhr
Sternstraße 4 / 1. Stock im Laubengang
(Schräg gegenüber der U-Bahn-Station Feldstraße)

Film von Michael Enger / 45 min
Zum Gespräch nach dem Film dabei:
Michael Enger, Filmemacher, Anja Flach, ‚Frauenrat Rojbin‘, Feministische Organisation ‚Gemeinsam Kämpfen‘
www.mpz-hamburg.de

Defend Rojava!

Gegen den Dauerbeschuss und die ständige Bedrohung durch die Türkei!
Demonstration. Samstag, 10.9.22, 14:00 Uhr. Theodor-Heuss-Platz
Veranstalter: Interventionistische Linke Hamburg

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*