Dramatische Ereignisse in Bolivien – unterschiedliche Analysen und Bewertungen

Eine kleine Auswahl an Stellungnahmen      

Stand 12.12.2019

Boaventura de Sousa Santos (geb. 1940) ist ein portugiesischer Soziologe, „für den das Verständnis der Welt viel weiter gefasst ist als das der westlichen Weltsicht. Er hat in Brasilien, Kap Verde, Macao, Mosambik, Südafrika, Kolumbien, Bolivien, Ecuador und Indien geforscht. Er war einer der Hauptinitiatoren des Weltsozialforums“ (lt. Wikipedia)
Er verfasste folgenden 11-seitigen Beitrag, zur Einordnung des Aufstiegs, der Erfolge und Errungenschaften, der Irrtümer und Misserfolge von Evo Morales, zum Putsch der imperialen Eliten und zur schwierigen kritischen Solidarität.
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2019/12/11/evo-morales-der-indio-im-abseits/

Raúl Zibechi, „geb. 1952 in Montevideo, flüchtete nach dem Militärputsch in Uruguay nach Argentinien und ging 1976 für zehn Jahre ins europäische Exil. Er arbeitet als Journalist und ist Autor zahlreicher Bücher. Sein spezielles Interesse gilt der Erforschung, Begleitung und Unterstützung der sozialen Bewegungen Lateinamerikas“ (lt Autorenporträt bei perlentaucher).
Er wirft einen weitaus kritischeren Blick auf die Regierung von Evo Morales, gegen die er einen „Volksaufstand“ attestiert: „ Es war der Aufstand des bolivianischen Volkes und seiner Organisationen, der letztlich zum Sturz der Regierung führte.“
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2019/11/17/bolivien-ein-volksaufstand-den-die-ultrarechte-ausnutzt/

Adriana Guzmán vertritt den bolivianischen anti-patriarchalischen Gemeinschafts-Feminismus. Sie gehört zu den sozialen Bewegungen, die seit Tagen kontinuierlich demonstrieren, um zu zeigen, dass das, was in Bolivien stattgefunden hat, ein Staatsstreich war, der dazu geführt hat, dass Evo Morales das Land verlassen hat.
Im Interview vom 12.11.2019 äußert sie u.a.:
„Wir Feministinnen haben große Kritik an Evo Morales, wegen seiner Wirtschaftspolitik, wegen des Extraktivismus und auch, weil er ein Macho ist. Trotzdem ist es uns lieber, ihn als Präsidenten zu haben, weil sich etwas von uns in ihm widerspiegelt, anders als bei einem weißen Präsidenten wie Macri, der den Unternehmer*innen und den Oligarch*innen in die Hände spielt.“
https://www.npla.de/thema/tagespolitik/der-staatsstreich-spielt-kirchen-und-konzerninteressen-in-die-haende/
Außerdem zum Hören eine anschauliche Schilderung der Abläufe und Zustände von A.G., 10 Minuten, mit deutscher Simultanübersetzung: https://www.youtube.com/watch?v=liRnVillgNo

 

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