Kommentar zu Helmut Ortner: Allah und die Linke aus JFI 26

Bei der Lektüre der letzten JFI fällt auf, dass verschiedene Male Artikel erschienen sind, in denen auf ‚die Linke‘ eingedroschen wurde; z.B. mit dem Vorwurf, Altlinke befolgten in Zeiten von Corona plötzlich brav und unkritisch die Anweisungen der Regierung…usw

Als sei dies nicht schon genug, so wird im JFI 26 ein Artikel veröffentlicht, in der der außerparlamentarischen Linken der Vorwurf gemacht wird, durch Schweigen zum Thema des politischen Islam, der schrecklichen Attentate in seinem Namen, eine Mitverantwortung dafür zu tragen. Es wird die Frage aufgeworfen, warum die Linke sich nicht zu Wort meldet, wenn die Werte der Aufklärung in der Blutspur von Massakern wie in der Redaktion von ‚Charlie Hebdo‘ oder am Lehrer Samuel Paty im Oktober letzten Jahres untergehen.

Der ehemalige ARD-Korrespondent Samuel Schirmbeck wird mit folgenden Kritikpunkten an ‚linker Ignoranz‘ zitiert (sinngemäß in Auszügen))

  • Die Linke entschuldigt den Terror islamischer Fanatiker, er habe nichts mit dem Islam zu tun.
  • Die Linke kritisiert nicht entschieden das Kopftuchtragen durch muslimische Lehrerinnen im staatlich neutralen Raum der Schule
  • Die Linke setzt sich nicht entschieden genug für das Schicksal Homosexueller in der muslimischen Welt ein
  • Die Linke relativiert muslimischen Judenhass.

Es ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer laut zu sagen, was ist‚, so zitiert Rosa Luxemburg Ferdinand Lassalle.

Kann es wirklich die Aufgabe Linker hier und in anderen europäischen Ländern sein, politische Debatten über die Ursachen des militanten Islamismus unter Menschen mit Wurzeln in der arabischen Welt zu unterlassen und stattdessen voll in die globalisierte Moraldiskussion einzustimmen?

Gilt es wirklich, die Werte der Aufklärung, des Laizismus gegenüber denjenigen zu vertreten, deren Menschenwürde und Menschenrechte selbst in den Banlieues Frankreichs und bei uns in Deutschland mit Füßen getreten werden, die nichts als Ausgrenzung und Rechtlosigkeit erleben?

Bezogen auf das Zitat von RL kann es doch nur unsere Aufgabe sein zu untersuchen, warum in den letzten Jahren weltweit immer stärker Zuflucht zur Religion gesucht wird. Was läuft bei uns gesellschaftlich schief, was sind die Ursachen dafür, dass in arabisch verwurzelten Bevölkerungsgruppen besonders orthodoxe Auslegungen des Islam an Boden gewinnen?

Dies von Afganistan bis nach Mali und in die USA hinein (die Evangelikalen) zu untersuchen, in diese Richtung müssen unsere Anstrengungen gehen.

Wir sind konfrontiert mit einer Medienlandschaft, in der es Schwerstarbeit ist, herauszufinden ‚was ist‘. Es kann und darf nicht Aufgabe eines kleinen linken Medienportals wie des JFI sein, diese Nebelkerzen weiter zu zünden und damit den Blick auf die Realität zu verschleiern. Diese Funktion erfüllt der Text ‚Allah und die Linke‘ leider sehr gut. Nicht umsonst wurde in Frankreich der Begriff des ‚Islamogauchisme‘ (linker Islamismus) entwickelt. Damit wird ebenso wie hier im Text unterstellt, die Linke fördere gezielt den islamistischen Terrorismus. Dankend wurde dieser Gedanke, in Frankreich propagiert von Macron und einigen seiner Minister, von Kevin Kühnert, Robert Habeck aufgegriffen. Dietmar Bartsch zieht ein wenig verklausuliert mit am Strang.

Wer Aufklärung beschwört und die Linke erfolgreich runterputzt, muss nicht mehr über eine Abschaffung des Kapitalismus sprechen, über Menschenrechte und Besatzungspolitik im Nahen und Mittleren Osten, er ist angekommen in einer Welt des moralischen Scheins. Wohin dies geführt hat und weiter führt, kann gut beobachtet werden in Afganistan, Jugoslawien und anderswo…

Barbara (Vorb.Gruppe Jour Fixe)

Allah und die Linke

Von Helmut Ortner (Giordano-Bruno-Stiftung.)
Aus Furcht, Rechten Zündstoff zu liefern, schweigt die parteipolitische und außerparlamentarische Linke zum Thema Islam. Der „Islamophobie“-Vorwurf soll Kritiker mundtot machen. Es ist an der Zeit, die Zurückhaltung im Umgang mit dem politischen Islam aufzugeben. Galt nicht Religionskritik spätestens mit Voltaire einmal als Selbstverständlichkeit?
https://www.pressenza.com/de/2021/05/allah-und-die-linke/

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