Artikel „Angst essen Seele auf – auch die von Marxisten“ – Antwort auf die Kritik der GenossInnen der Gruppe Arbeiterpolitik

Liebe GenossInnen von der Arbeiterpolitik (Arpo),

Der Begriff Coronaleugner ist ein politischer Kampfbegriff. Ursprünglich gemünzt auf reale Leugner von Covid 19 als Pandemie, wurde es zu einem Kampfbegriff gegen die Querdenkerbewegung.

Zu dieser Querdenkerbewegung haben wir offensichtlich unterschiedliche Einschätzungen. Nach Erfahrungen von mir und etlichen anderen aus dem Umkreis von Jour Fixe Gewerkschaftslinke sind die große Mehrzahl der TeilnehmerInnen dieser Demos „Normalos“, die Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung haben. Unsere Einschätzung wird bestätigt durch die Studie aus der Schweiz: https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Corona-Protestbewegung-steht-dem-etablierten-politischen-System-fern.html

Für euch ist die Querdenkerbewegung hingegen „Ein Sammelsurium von Esoterikern, Impfgegnern, Neoliberalen bis zu offenen Faschisten …“ Die Mehrheit, die „Normalos“ fehlen einfach. Sich den Gegner so aufzubauen, daß man draufhauen kann, ist undialektisch, um auch diesen Begriff zu gebrauchen.

Die „Normalos“ gehen auf die Demos der Querdenker, weil es von linker Seite diesen massenhaften Protest nicht gab. Auf meine Kritik, warum sie sich auf den Demos nicht gegen AfD und Reichsbürger abgrenzen, sagte eine Teilnehmerin: Gehst Du nicht mehr zum HSV, weil dort Hooligans auftauchen?

In der Tat, ich würde nie an einer Demo teilnehmen, wo AfD-Fahnen und die Reichskriegsflagge mitgeführt werden. Aber es geht nicht um mich sondern um die Motive der „Normalos“. Es geht uns um eben diese, darum sie zu gewinnen.

Ihr schreibt: „Im Gegensatz dazu kennen wir nicht viele Linke, die die Regierungsmaßnahmen befürwortet haben.“ Ich kenne auch „nicht viele“ Linke aber doch einige, die die Regierungsmaßnahmen als alternativlos ansehen, GenossInnen aus den 70er und 80er Jahren. Sie argumentierten:„Was hätte die Regierung denn anders machen sollen“, „In welchem Staat ist besser auf Corona reagiert worden?“, „Wir sind doch besser als andere Staaten weggekommen“, „Willst Du, daß es hier wie in China gemacht werden soll?“, „Die Regierung hat doch gute Experten im Beraterstab, wir in Hamburg haben sogar einen Arzt als Bürgermeister“. Bis hin zu dem Satz: „Ich hör mir nur noch Drosten an, dem vertraue ich“.

Auf Grundlage dieser Diskussionen habe ich den Artikel „Angst essen Seele auf“ geschrieben, versucht, mir ein Bild zu machen für die Gründe unserer unterschiedlichen Standpunkte. Sehr nützlich waren mir dann mehrere Artikel (siehe unten), die vom Angstaspekt aus das Corona-Thema beleuchteten.

Ihr schreibt: „Neben der Tatsache, dass die Existenz der Initiativen „Zero-Covid“ und „Reichtum umverteilen“ nicht zur Kenntnis genommen wird, bestreiten wir ausdrücklich, dass es sich bei Allesdichtmachen um eine fortschrittliche Kritik an den Regierungsmaßnahmen handelt.“

Die Beurteilung, ob die Aktion der 53 Schauspieler bei „Allesdichtmachen“ eine „fortschrittliche Kritik“ ist, überlasse ich jedem Betrachter…

Die Initiative Zero-Covid wurde in diesem Text nicht erwähnt, in ein Jour Fixe Info durchaus sofort reingestellt – auch wenn die Mehrzahl aus unserem Kreis sich den Intentionen und Aussagen des Aufrufs nicht anschließt.

Ihr sprecht die Initiative „Reichtum umverteilen“ an. Wir vom Jour Fixe Gewerkschaftslinke waren schon im Juni letzten Jahres dabei bei einer Demo von „Wer hat der gibt“ in Hamburg, mit immerhin über 2.000 TeilnehmerInnen. Haben dann in diesem Jahr bei „Wer hat der gibt“ zu den Kundgebungen wie z.B. am 1. Mai mit aufgerufen.

Auf unserer homepage haben wir schon vor einem Jahr, also lange bevor zero-covid die Aufmerksamkeit auf die Schließung von Betrieben lenkte, auf die Auswirkungen von Corona am Arbeitsplatz und in den Betrieben hingewiesen: https://gewerkschaftslinke.hamburg/tag/corona-betriebsberichte/

Obwohl wir nicht zu den Unterzeichnern der Kampagne ZeroCovid gehören, haben wir konzediert, daß dadurch der Blick auf das Versäumnis der Regierung gelenkt wurde, die Betriebe in die Maßnahmen gegen Corona einzubeziehen!

Im Gegensatz zu euch verdammen wir die Aktion der 53 KünstlerInnen (#allesdichtmachen) nicht, sondern konzedieren, daß sie die Blicke auf die unkritische Berichterstattung der Massenmedien über die Corona-Politik gelenkt haben.

Ihr schreibt: „Wir halten es für absolut unredlich, die Regierungsmaßnahmen zu kritisieren, ohne konkret vorzuschlagen und zu fordern, welche Maßnahmen der Regierung zu ergreifen hat.“

Das sehen wir in der Tat nicht als unsere Aufgabe an, dann würden wir ähnlich argumentieren wie die Initiatoren von zero-covid: Die Regierungen der BRD, Österreichs und der Schweiz dazu auffordern, die Pandemie auf Null zu bringen. Wir sind dagegen der Meinung, daß die Gesellschaft mit Corona leben muß.

Wir hatten geschrieben: „Eine kapitalistische Regierung kann keine Politik im Sinne des Volkes machen.“

Ihr kritisiert dies als „apologetische Behauptung“, auch als „undialektische Behauptung“. Wir würden ignorieren, „dass kapitalistische Regierungen auf vollkommen unterschiedliche Weise auf die Pandemie reagiert haben“.

Da haben wir wohl sehr unterschiedliche Staatsauffassungen!

Meiner Meinung ist unsere Demokratie eine formale, eine Herrschaftsform des Kapitals. Kapitalistische Regierungen haben zwei Seiten, ein soziales Gesicht und ein polizeistaatliches. Die Regierungs-Parteien wollen ja gewählt werden, müssen den Massen was zukommen lassen, um sie ruhig zu halten und von Aufständen abhalten. Und in einem modernen Kapitalismus kann man die Massen nicht mehr so verkommen lassen wie zu Beginn im 19. Jahrhundert (Nebenbei: Beispiele des Verkommenlassens gibt es auch noch heute. Prälat Peter Kossen prägte für die WerkvertragsarbeiterInnen in der Fleischindustrie den Begriff Wegwerfmenschen!)

Die polizeistaatliche Seite zeigt sich, sobald das Volk nicht mehr so will wie es Kapital und Regierung wollen. Die Verschärfung der Polizeigesetze in den letzten Jahren geben einen Eindruck davon, wohin die Reise geht. Und die Mittelschicht schmilzt immer mehr ab, die Zahl der Armen nimmt zu.

Wir haben keine Weltregierung, wo ein kapitalistisches Welt-ZK Anweisungen für die einzelnen Regierungen in Sachen Corona-Maßnahmen erläßt, und entsprechend trifft die jeder Staat für sich: Trump bzw. Biden in USA, Bolsonaro, Johnson und auch Merkel. Und weil sie nicht vorgeht wie Trump und Bolsonaro sollte Merkel eine Corona-Politik „im Sinne des Volkes“ (der Lohnabhängigen) machen? Nach eurer Logik macht eine Regierung keine Politik im Interesse des Kapitals, nur weil „kapitalistische Regierungen „auf vollkommen unterschiedliche Weise“ auf die Pandemie reagiert haben“?

Erstaunlich finde ich es, daß ihr viel kritisiert, aber auf den Zentralpunkt des Artikels, die Angst als Reaktion auf Corona mit keinem Wort eingeht. Seltsam. Ich habe inzwischen weitere Artikel gelesen, in denen das Thema in fundierter Weise abgehandelt wird. (Siehe die Aufzählung unten).

Dennoch bin ich euch für euren Kommentar sehr dankbar. Macht es doch eine Gegenposition deutlich. Nicht nur bei der Gruppe Arbeiterpolitik gibt es unterschiedliche Standpunkte! Auch in unserem engeren Jour Fixe Kreis gibt es einige KollegInnen, die z.B. ZeroCovid unterschrieben oder sogar mit initiiert haben. Trotz unterschiedlicher Standpunkte arbeiten wir weiter freundlich und respektvoll zusammen! Der Standpunkt eines Genossen/einer Genossin zu Corona ist ja nur ein Aspekt, das Andere und Wichtigere ist der bisherige und zukünftige gemeinsame Kampf gegen das kapitalistische System. Und unser Schwerpunkt dabei war und ist in Betrieben und Gewerkschaften.

Dieter Wegner

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Corona: Angst essen Seele auf – auch die von Marxisten!

https://gewerkschaftslinke.hamburg/2021/05/17/corona-angst-essen-seele-auf-auch-die-von-marxisten/

Coronaleugnen durch die Hintertür?

Eine Antwort auf den Kommentar: „Corona: Angst essen Seele auf – auch die von Marxisten!“ vom 17. Mai 2021

von einigen GenossInnen der Gruppe Arbeiterpolitik, die die Initiative ZeroCovid kritisch unterstützen

https://gewerkschaftslinke.hamburg/2021/05/28/coronaleugnen-durch-die-hintertuer/

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Der Einsatz von Angst zur Verhaltenskontrolle in der Covid Krise war ‚totalitär‘, geben Wissenschaftler zu

»Wissenschaftler eines Komitees, das den Einsatz von Angst zur Kontrolle des Verhaltens der Menschen während der Covid-Pandemie gefördert hat, haben zugegeben, dass ihre Arbeit „unethisch“ und „totalitär“ war.

https://www.corodok.de/der-einsatz-angst/#more-18008

Die gewünschte Schockwirkung erzielen“

Von Thorsten Benner
Den schlimmsten Fall betonen 

Zentral sei dabei, wie gleich in der Einleitung hervorgehoben wird, den Teufel an die Wand zu malen – also den schlimmsten Fall zu betonen: „Um die gesellschaftlichen Durchhaltekräfte zu mobilisieren, ist das Verschweigen des Worst Case keine Option.“ Entsprechend ausführlich geht das Papier darauf ein, wie man die Bevölkerung, die sich aufgrund der vergleichsweise geringen Sterberate bei Infizierten und der Konzentration der Todesfälle auf Alte und Vorerkrankte mehrheitlich in Sicherheit wiegt, gezielt „schockt“, um die Zustimmung zu vorübergehenden Freiheitseinschränkungen zu erhöhen:
https://www.cicero.de/innenpolitik/wissenschaft-politik-corona-drosten-kerber-spahn

Strategiepapier: Wie Behörden eine „Schockwirkung“ erzielen können

Big Data“, Anarchie und Mobilisierungskampagne

Danach folgern die Autor:innen des Strategiepapiers, dass Behörden eine „Schockwirkung“ erzielen müssten, um Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die menschliche Gesellschaft zu verdeutlichen. Es solle klar gemacht werden, dass bei einer Infizierung mit dem COVID-19-Virus eine Todesart das „qualvolle“ Ersticken sein könne. Zudem seien auch Kinder Opfer des Virus und auch bleibende Folgeschäden bei einer Erkrankung seien nicht ausgeschlossen.

https://fragdenstaat.de/blog/2020/04/01/strategiepapier-des-innenministeriums-corona-szenarien/

Angstmacher im Dienste der Regierung und seiner Karriere: Karl Lauterbach

Von: Jens Berger
Lanz, Maischberger, Lanz, Lanz, Illner, Lanz, Lanz, Lanz, Plasberg, Lanz, Will, Lanz, Lanz, Maischberger und noch mal Plasberg – 15 Auftritte in noch nicht einmal vier Monaten…

Karl Lauterbach warnt vor Großdemos, Urlaubsreisen, Aerosolen, Leichtsinn durch die Corona-Warn-App, Corona-Lockerungen, Pleitewellen, dem Wachstum der Infiziertenzahl, einer „zweiten katastrophalen Welle“, weiteren Pandemien, bleibenden Schäden und natürlich den Folgen des Bundesliga-Neustarts. Manchmal fordert er auch etwas. Etwa einen Lockdown, ein Signal des Bundes gegen Lockerungen in Thüringen, strengere „Corona-Regeln“, die Absage des RTL-Dschungelcamps, mehr Klimaanlagen in Altenheimen, Schulschließungen für mindestens ein Jahr und keine Rückkehr zur Normalität vor 2022.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=62278

Politiker und Medien als Angstmacher

Falsche Corona-Prognosen: Manipulation im Namen der Wissenschaft
Von Jonas Hermann

Modellrechnungen zum Verlauf der Pandemie sind oft fehlerhaft. Trotzdem haben Politiker und Journalisten damit Stimmung gemacht. Wer den Bürgern Angst einjagen will, hat ihr Vertrauen nicht verdient.
https://www.nzz.ch/meinung/corona-und-die-modellierer-ihre-prognosen-liegen-oft-daneben-ld.1624036?mktcid=smsh&mktcval=E-mail

Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand

Buch von Hannes Hofbauer / Stefan Kraft
Rezension von Helge Buttgereit
Die Autoren des Buches „Herrschaft der Angst“ stehen allesamt auf Seiten der scharfen Kritiker der Anti-Corona-Maßnahmen, ebenfalls eine heterogene Gruppe. Die Autoren sind keine Nazis, sondern gehören zum weiten Feld der politischen Linken. Ob derzeitige oder ehemalige Bundestagsabgeordnete der Linkspartei (Dieter Dehm und Norman Peach), langjähriger politischer Aktivist und Autor (Wolf Wetzel), kritische Wissenschaftler (Mosche Zuckermann, Joachim Hirsch), Literatin (Marlene Streeruwitz) oder Publizisten (Karl Reitter, Maria Wölflingseder). Diese (und alle anderen) Autorinnen und Autoren kritisieren die aktuelle Politik von Links. Und große Teile der politischen Linken.

These eins: Wir erleben derzeit erneut, wie Angst von den Regierungen im Kapitalismus als Herrschaftselement eingesetzt wird. Dies ist nichts Neues, sondern konstitutiv für Herrschaft. Die Angst hat sich historisch oft gegen die politische Linke gerichtet.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=72265

In der Angststörung gefangen

Von Michael Angel

#allesdichtmachen. Was ist hier zynisch?
Über die Videos von Jan Josef Liefers und anderen Schauspielern zur Corona-Politik sowie die Reaktionen

Angst macht ängstlich. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich litt einmal unter einer „verallgemeinerter Angststörung“. Nun scheint halb Deutschland in dieser Angststörung gefangen. Und nein: Es geht hier nicht um Sorge. Nicht um Sorge vor der Krankheit, nicht um Sorge vor der Überlastung des Gesundheitssystems. Es geht um eine Angst, die nicht mehr klar denken lässt.
https://www.freitag.de/autoren/michael-angele/in-der-angststoerung-gefangen

Die Gesundheitsdiktatur

Von Roland Rottenfußer

“Mit Angst regiert es sich leichter. Krisen ermöglichen es dem Staat, sich selbst als „hart durchgreifende“ Ordnungsmacht zu positionieren. Dies ist in gesundheitlichen Krisen nicht anders. (…)

https://neue-debatte.com/2020/03/14/die-gesundheitsdiktatur/

Corona: Mit Mut, Liebe und Wahrheit gegen die Angstpropaganda

Daniele Ganser im Gespräch mit Gunnar Kaiser

Video 65 Minuten

Dagegen, dass Menschen mit vorwiegend Corona-Angst ihre Hilflosigkeit und Ohnmacht durch Bindung an eine zur Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen befähigte Macht kompensieren, helfen keine rationalen Argumente. Die Zwangsmaßnahmen zu kritisieren – schon, sie auch nur zu hinterfragen –, steigert das Bedrohungsempfinden dieser Menschen und festigt ihre Machtbindung oder stärkt, falls das in ihrem jeweiligen Land implementierte Corona-Regime der Angst unzureichend entgegenkommt, ihr Bedürfnis nach einer diktatorischer vorgehenden Macht.

https://www.youtube.com/watch?v=NzceRImSACg

2 Replies to “Artikel „Angst essen Seele auf – auch die von Marxisten“ – Antwort auf die Kritik der GenossInnen der Gruppe Arbeiterpolitik”

  1. Diesem Artikel ist unbedingt zuzustimmen. Den Kampagnen „Zero Covid“ und „Reichtum Umverteilen“ mangelt es grundsätzlich an einer Zielstellung, die auf nüchterner Analyse der sozioökonomischen Zustände der imperialistischen BRD unter Einbeziehung des Stands der Wissenschaft – also Fakten – beruht. Deshalb ist die Losung „Angst essen Seele auf – auch von Marxisten“ zuzuspitzen in „Angst essen Verstand auf – vor allem von Ahnungslosen“. Sich links fühlen reicht eben nicht aus, um den Marxismus-Leninismus mit seinen einzigartigen Instrumenten zu verstehen und insie der Praxis anzuwenden. Auf der Seite der Unterdrücker zu stehen ist keine Lösung – noch nicht einmal eine Charakterstärke.

  2. Man braucht die Corona-Pandemie gar nicht zu leugnen, und kann die Regierungspolitik trotz-dem auch praktisch kritisieren:

    Ich habe das Versammlungsverbot in Räumen für grundgesetzwidrig und falsch gehalten und das auch zum Ausdruck gebracht: Siehe meinen Beitrag dazu unter http://www.bremer-verhaeltnisse.de/data/20200731.pdf .
    Die Gefahren der ansteckenden Krankheit habe ich zwar eingesehen, aber andere praktische Folgerungen daraus gezogen: Unter Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen habe ich mir mein Versammlungsrecht nicht nehmen lassen und meine regelmäßigen Zusammenkünfte die ganze Zeit fortgesetzt.
    1. Dazu habe ich mir ein Luftreinhaltungsgerät gekauft, das praktisch alle Viren (und Bakterien und Staub) aus der Luft herausfiltert, die es durchschleust. Das habe ich während der Versammlungen laufen lassen. Das Gerät war dabei für den Raum etwas überdimensioniert.
    2. Gleichzeitig habe ich eine Dauerlüftung eingerichtet: Balkontür einen Spalt offen, davor unten einen Ventilator – im Winter einen Heizlüfter –, der (angewärmte) Frischluft unten in den Raum blies, und im räumlichen Zusammenhang wurde die Raumluft abgesaugt (Bad-Lüftung und Dunstabzugshaube des Herdes laufen lassen). Im Übrigen hat meine Altbauwohnung vier Meter hohe Räume, so dass die warme (Atem)luft weit über die Köpfe der Teilnehmer*innen hinauf aufsteigt.
    3. Die Teilnehmer*innen gingen beim Reinkommen zum jeweils von der Tür am weitest entfernten freien Platz, so dass sie sich nicht zu nahe kommen mussten.
    4. Sie saßen dann, wenn sie nicht aus demselben Haushalt kamen, im Abstand von 1,5 m voneinander entfernt – glücklicherweise habe ich einen so lang gezogenen Raum, der das zuließ.

    Ich bin auch zu Protestveranstaltungen gegen die Corona-Politik gegangen, obwohl ich mit den Corona-Leugnern nichts am Hut habe.

    Allerdings vermute ich, dass die mit Angstpropaganda zu Corona zeitweise so erfolgreich durchgesetzte Politik der Grundrechtseinschränkungen in noch viel stärkerem Maße langfristig eingeführt werden wird: Weltuntergangspropaganda (Stichwort: Kipppunkt bei der Klima-erwärmung, wenn wir nicht in den nächsten 30 Jahren weltweit in der Summe keine Treibhaus-gase mehr ausstoßen). Der Entschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 29.4.21 zum Klimaschutzgesetz und die Ansprache des Bundespräsidenten Steinmeier vom 7.6.21 drohen mit den Grundrechtseinschränkungen ja schon massiv. Da die Regierenden aber nicht einmal das Naheliegendste tun, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern (z.B. die Steuerprivilegien für die SUV-Fahrzeuge aufzuheben, den LKW’s die realen Wegekosten zu berechnen, die Ab-standsgebote für Windkraftanlagen in Bayern zu reduzieren usw. ) werden all die genannten Einsparungspläne von CO2 die angeblich angestrebten Ziele nicht erreichen. Deswegen freut sich ja selbst B-Wirtschaftsminister Peter Altmaier über das Urteil. Er, wie seine Unternehmensklientel, warten geradezu darauf, dass wir einen Blackout erleben. Der wird dann als Folge des Abschaltens der Atom- und Kohlekraftwerke erklärt werden (obwohl sie wahrscheinlich durch Fehlspekulationen der Stromhändler herbeigeführt werden wird, die ja die reale Produktion und Verteilung nach Profitgesichtspunkten der Unternehmen lenken – siehe dazu die spannende aber auch lange Reportage im „SPIEGEL“ 10/2021). Dann bekommen wir wahrscheinlich einen umgekehrten Fukushima-Effekt. Dann wird einerseits argumentiert werden, die noch verbliebenen Atomkraftwerke müssten am Netz bleiben und „neue, kleine, saubere“ neu gebaut werden. Und andererseits werden massive Einschränkungen der Grundrechte kommen: z.B. möglicherweise Mobilitäts-Genehmigungs-Behörden (bei der man sein Mobilitätsbedürfnis und die Verkehrsmittelwahl ankündigen und begründen muss, wenn es nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist), oder wie ein führender Grüner jetzt schon vorschlägt, Zuteilung von mindest-CO2 Kontingenten an die Haushalte / Bürger. Alles was darüber hinaus verbraucht wird, müsse man zukaufen oder sich genehmigen lassen. Es werden – wie einst in Rumänien – möglicherweise Höchsttemperaturen in den Wohnungen in der Heizperiode vorgeschrieben werden etc. pp. Die Sanierung durch Abriss und Neubau von Gebäuden, wie einst in den 1960er und 70er Jahren mit Vertreibungen usw. wird dann erzwungen, weil sich die Altbauten nicht zu klimaneutralen Häusern umbauen ließen …
    Ich bestreite auch gar nicht den Klimawandel. Aber wie die Klimapolitik betrieben wird, läuft es auf ein politisches Desaster zu. Nach dem Scheitern der Klimapolitik und bei Andauern der Wirt-schaftskrise für die unteren Einkommensbezieher*innen, wird die Krise den Namen Klimakrise bekommen, wie die jetzige den Namen Corona-Krise bekommen hat. Es werden Grund-rechtseinschränkung gerechtfertigt werden, weil sonst die Welt ja unter geht.
    Die dauerhaft Krise und Verarmung weiter Bevölkerungsschichten wird religiös als Klima- wenn nicht gar als Weltrettung durch Verzicht als notwendig verkauft werden. Aus dem dann auch verarmenden Mittelstand werden sicher sozusagen pietistische Gruppen entstehen, die die Verzichtideologie besonders aggressiv betreiben und jede Abweichung vom Einheitslook als Verschwendung möglicherweise „praktisch“ kritisieren. Wogegen man sich dann wohl auch praktisch wird wehren müssen.

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